Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Konjunkturexperten erwarten, dass sich die Weltwirtschaft im laufenden Jahr ähnlich entwickeln wird wie im Vorjahr. So rechnet das internationale Prognoseinstitut Oxford Economics1 für das Gesamtjahr 2016 mit einer Erhöhung des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,3 Prozent. Das Wachstum in 2015 betrug 2,4 Prozent. Bei der globalen Industrieproduktion (IP) geht Oxford Economics für das Gesamtjahr 2016 von einem Plus von 1,9 Prozent aus (2015: 1,8 Prozent).

Die wesentlichen Einflussfaktoren für die globale Konjunktur sind die Entwicklung der Wirtschaft in den Schwellenländern China, Russland und Brasilien sowie die Ölpreisentwicklung.

Die chinesische Regierung unterstützt weiterhin die Erhöhung der Produktivität, die Binnennachfrage sowie die Innovationsfähigkeit durch eine stabile Währungspolitik und weitere makroökonomische Regulierungsmaßnahmen. Das Bruttoinlandsprodukt soll dort im Jahr 2016 um 6,2 Prozent wachsen (2015: 6,9 Prozent). Für die Industrieproduktion wird in 2016 ein Anstieg um 5,2 Prozent im Vergleich zu 6,0 Prozent in 2015 erwartet.

Die Prognosen für Russland sind deutlich schlechter. Der nach wie vor niedrige Ölpreis bleibt der treibende Faktor für Russlands wirtschaftliche Entwicklung. Zusätzlich belasten die Sanktionen das dortige Wirtschaftswachstum. Die Konjunkturexperten gehen von einem Einbruch der russischen Wirtschaft im laufenden Jahr um 2,4 Prozent aus (2015: –3,7 Prozent). Die Industrieproduktion soll in 2016 um 1,0 Prozent sinken (2015: –3,0 Prozent).

Auch Brasilien ist stark von der Ölpreisentwicklung abhängig. Zusätzlich wirkt sich die aktuelle politische Krise dort negativ auf das Wirtschaftswachstum aus. Für das laufende Jahr 2016 wird daher mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 4,0 Prozent gerechnet (2015: –3,8 Prozent). Die Industrieproduktion soll um 7,1 Prozent schrumpfen (2015: –8,2 Prozent).

Für die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) erwarten die Wirtschaftsforscher einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent und damit eine stabile Entwicklung (2015: 1,5 Prozent). Die Industrieproduktion soll um 1,3 Prozent wachsen (2015: 0,9 Prozent). Dabei fällt die Entwicklung in den Einzelregionen deutlich unterschiedlich aus. Die Vorhersagen für Deutschland und den Euroraum sind zwar nach wie vor relativ zurückhaltend, liegen jedoch leicht über dem Vorjahr. Das BIP in der Eurozone soll um 1,6 Prozent wachsen (2015: 1,5 Prozent). Der Anstieg in Deutschland wird auf 1,7 Prozent geschätzt (2015: 1,5 Prozent). Für UK erwarten die Experten einen BIP-Anstieg von 2,1 Prozent (2015: 2,3 Prozent). Auch der Mittlere Osten soll sich mit einem BIP-Wachstum von 1,3 Prozent vergleichsweise gut entwickeln, jedoch liegt das prognostizierte Wachstum dort deutlich unter dem Wert für 2015 (2015: 3,1 Prozent). Für Osteuropa wird ein leichter Anstieg von 0,4 Prozent erwartet (2015: –0,6 Prozent). In Südafrika, dem für Linde wichtigsten Markt in Afrika, soll die Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent steigen (2015: 1,3 Prozent).

Wie bereits in den vergangenen Jahren wird die Region Asien/Pazifik voraussichtlich erneut die höchsten Wachstumsraten aufweisen. Oxford Economics beziffert den BIP-Anstieg dort für das Gesamtjahr 2016 auf 5,4 Prozent (2015: 5,6 Prozent). Neben China ist Indien einer der wesentlichen Wachstumstreiber in dieser Region. Dort soll das BIP um 7,4 Prozent steigen (2015: 7,3 Prozent). Die Erhöhung der Industrieproduktion in Indien soll mit 4,5 Prozent erneut über der Wachstumsrate des Vorjahres liegen (2015: 3,2 Prozent).

Für Australien rechnet das Wirtschaftsforschungsinstitut mit einem Wachstum von 2,8 Prozent (2015: 2,5 Prozent). Dieser Anstieg wird allerdings primär aus dem Ausbau des Dienstleistungssektors resultieren, der die Wirtschaft Australiens mit rund 80 Prozent des BIP dominiert. Das Wachstum des verarbeitenden Gewerbes wird auch in den kommenden Jahren weiterhin von rückläufigen Investitionen in der Bergbauindustrie beeinträchtigt.

Für die Gesamtregion Amerika wird für das Jahr 2016 derzeit der Anstieg der Wirtschaftsleistung auf 1,3 Prozent beziffert (2015: 1,5 Prozent). Mit 2,1 Prozent sind die USA bei dieser Entwicklung der wesentliche Treiber (2015: 2,4 Prozent). Unterstützt durch eine erwartete Zinswende in kleinen Schritten und den inländischen Konsum soll sich die Wirtschaft dort solide entwickeln. Das Bruttoinlandsprodukt Südamerikas soll sich mit –2,4 Prozent weiterhin rückläufig entwickeln (2015: –2,1 Prozent). Hauptursachen für diesen Rückgang sind die aktuelle Situation in Brasilien und die Wirtschaftskrise in Venezuela.

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