Gases Division

Der Umsatz in der Gases Division belief sich per Ende März auf 3,621 Mrd. EUR und lag damit um 1,4 Prozent unter dem Vorjahr (Vj. 3,672 Mrd. EUR). Das währungsbereinigte Wachstum des Umsatzes in der Gases Division betrug 1,8 Prozent. Zusätzlich bereinigt um Erdgaspreiseffekte, also auf vergleichbarer Basis, betrug das Umsatzplus 2,9 Prozent. Einen wesentlichen Einfluss hatte der Umsatzbeitrag von American HomePatient, der den negativen Effekten aus den Preiskürzungen im Healthcare-Bereich in Nordamerika entgegenstand.

Das operative Ergebnis lag mit 1,006 Mrd. EUR auf Vorjahresniveau (Vj. 1,008 Mrd. EUR). Der währungsbereinigte Anstieg betrug 2,4 Prozent. Die operative Marge konnte im Berichtszeitraum unter anderem aufgrund niedriger Erdgaspreise auf 27,8 Prozent (Vj. 27,5 Prozent) erhöht werden.

EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika)

In EMEA, dem größten Absatzmarkt des Unternehmens, lag der Umsatz in den ersten drei Monaten 2016 mit 1,410 Mrd. EUR um 4,2 Prozent unter dem Vorjahr (Vj. 1,472 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis ergab sich ein Umsatzrückgang von 0,2 Prozent. Das operative Ergebnis erreichte 430 Mio. EUR und sank im Vergleich zum Vorjahreswert um 2,5 Prozent (Vj. 441 Mio. EUR). Die operative Marge erhöhte sich auf 30,5 Prozent (Vj. 30,0 Prozent).

In den einzelnen Teilregionen des Segments EMEA entwickelten sich die Produktbereiche unterschiedlich. Das On-site-Geschäft – also die Vor-Ort-Versorgung von Großkunden – war vor allem durch die bereits im vergangenen Jahr kommunizierte Insolvenz eines Kunden in Großbritannien im vierten Quartal 2015 beeinflusst. Im Mittleren Osten & Osteuropa und in Nordeuropa konnte Linde in diesem Produktbereich Umsatzzuwächse erzielen. Vor dem Hintergrund des nach wie vor verhaltenen Wirtschaftswachstums in der Eurozone lagen auch die Umsätze im Geschäft mit Flüssiggasen unter dem Niveau des Vorjahres. Der Produktbereich Flaschengase entwickelte sich vergleichsweise stabil.

Im Berichtszeitraum hat Linde zwei Luftzerlegungsanlagen in Russland in Betrieb genommen. Die Anlagen versorgen den Kunden SIBUR am Standort Dscherschinsk im Rahmen eines langfristigen Gaseliefervertrags mit bis zu 28.000 Normkubikmeter Sauerstoff pro Stunde. Die Investitionssumme belief sich auf rund 70 Mio. EUR. SIBUR ist der größte Petrochemiekonzern in Russland und Osteuropa.

Des Weiteren hat Linde im Berichtszeitraum mit dem türkischen Stahlhersteller Erdemir Group einen Letter of Intent (LoI) über die Gründung eines Joint-Venture-Unternehmens zum Bau einer Luftzerlegungsanlage im südtürkischen Iskenderun vereinbart. Ab 2017 soll die neue Anlage – die größte von einem Gasehersteller betriebene Luftzerlegungsanlage in der Türkei – ein Stahlwerk der Erdemir-Tochtergesellschaft Isdemir mit bis zu 1.700 Tonnen Sauerstoff und Stickstoff pro Tag versorgen.

Asien/Pazifik

Der Umsatz im Segment Asien/Pazifik erreichte per Ende März 969 Mio. EUR und lag damit um 2,5 Prozent unter dem Vorjahreswert (Vj. 994 Mio. EUR). Auf vergleichbarer Basis erhöhte sich der Umsatz um 3,5 Prozent. Das operative Ergebnis lag mit 254 Mio. EUR auf Vorjahresniveau (Vj. 252 Mio. EUR), während die operative Marge auf 26,2 Prozent erhöht werden konnte (Vj. 25,4 Prozent).

Im Segment Asien/Pazifik haben sich nahezu alle Produktbereiche gut entwickelt. Vor allem im On-site-Geschäft und im Geschäft mit Flüssiggasen konnten Volumensteigerungen erzielt werden. In China konnten zudem die Umsätze im Produktbereich Flaschengase gesteigert werden.

Im Raum Südpazifik haben das unverändert schwache wirtschaftliche Umfeld in der verarbeitenden Industrie sowie rückläufige Investitionen in der Bergbauindustrie das Wachstum beeinträchtigt. Die entsprechenden strukturellen und organisatorischen Gegenmaßnahmen wurden bereits im Rahmen der Customer Focus Initiative umgesetzt und sollen zu Kostensenkungen und einer höheren Rentabilität in der Region führen. Des Weiteren wirkte sich in dieser Region die Beendigung eines On-site-Vertrages im zweiten Quartal vergangenen Jahres umsatzmindernd aus.

Für Tata Steel Limited, eines der weltweit größten Stahlunternehmen, hat Linde an dessen Standort im Industriekomplex Kalinganagar in Odisha (Indien) zwei große Luftzerlegungsanlagen errichtet und im Berichtszeitraum erfolgreich in Betrieb genommen. Der Bau der Anlagen erfolgte durch die Engineering Division und war mit einem Investitionsvolumen von rund 80 Mio. EUR verbunden. Lindes Gases Division betreibt die Anlagen nun im Rahmen eines Vertrags zur langfristigen On-site-Gaseversorgung. Jede der beiden neuen Luftzerlegungsanlagen verfügt über eine Produktionskapazität von 1.200 Tonnen Luftgase pro Tag und erzeugt gasförmigen Sauerstoff, Stickstoff sowie Argon zur Versorgung des Stahlwerks von Tata Steel. Zudem werden Flüssiggase für den regionalen Markt produziert.

Amerika

Im Segment Amerika ist der Umsatz im ersten Quartal 2016 um 2,6 Prozent auf 1,284 Mrd. EUR (Vj. 1,252 Mrd. EUR) gestiegen. Auf vergleichbarer Basis lag das Umsatzplus bei 5,6 Prozent. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent auf 322 Mio. EUR (Vj. 315 Mio. EUR). Die operative Marge lag bei 25,1 Prozent (Vj. 25,2 Prozent).

Im Healthcare-Geschäft in Nordamerika sind die ersten Auswirkungen der Preisreduzierungen aufgrund staatlicher Ausschreibungen nun spürbar, wesentliche weitere Preiskürzungen werden ab dem 1. Juli des laufenden Geschäftsjahres in Kraft treten.

Die Übernahme des auf Beatmungstherapien spezialisierten Unternehmens American HomePatient, Inc. soll durch eine wachsende Anzahl von zu versorgenden Patienten dazu beitragen, den negativen Effekten aus den Preiskürzungen entgegenzuwirken. Der Umsatzbeitrag von American HomePatient im ersten Quartal betrug 47 Mio. EUR. Darüber hinaus passt Linde seine Kostenstruktur kontinuierlich an und verfolgt weiterhin organisches Wachstum.

Das Geschäft mit Flüssig- und Flaschengasen in Nordamerika entwickelte sich vor allem dank des Marktes für Elektronik- und Spezialgase erneut positiv.

In den einzelnen Ländern Südamerikas – insbesondere in Brasilien und Venezuela – haben sich die Rahmenbedingungen im ersten Quartal 2016 weiterhin verschlechtert. Die wirtschaftliche Situation der Region ist von einer hohen Inflation und niedrigem Wachstum geprägt. Zwar entwickelten sich die Produktbereiche in Südamerika positiv, allerdings basieren die Zuwächse auf einem relativ niedrigen Vorjahresniveau. Das Healthcare-Geschäft entwickelte sich jedoch solide.

Produktbereiche

Unterstützt durch die Akquisition von American HomePatient konnte Linde den Umsatz im Healthcare-Geschäft im ersten Quartal 2016 auf vergleichbarer Basis um 8,9 Prozent auf 953 Mio. EUR (Vj. 875 Mio. EUR) erhöhen. Zusätzlich bereinigt um den Umsatzbeitrag von American HomePatient betrug das Plus 3,3 Prozent.

Im Produktbereich On-site ist der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 0,3 Prozent auf 904 Mio. EUR (Vj. 907 Mio. EUR) zurückgegangen. Bereinigt um die Effekte aufgrund der Beendigung von Verträgen lag der Umsatz in diesem Produktbereich über dem Vorjahresniveau.

Das Geschäft mit Flüssiggasen entwickelte sich vergleichsweise stabil. Der Umsatz erhöhte sich hier leicht um 1,1 Prozent auf 831 Mio. EUR (Vj. 822 Mio. EUR). Bei den Flaschengasen lag der Umsatz mit 933 Mio. EUR auf vergleichbarer Basis um 2,1 Prozent über dem Vorjahresniveau (Vj. 914 Mio. EUR).

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Umsatz und operatives Ergebnis der Gases Division nach Segmenten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar bis März 2016

 

Januar bis März 2015

in Mio. €

 

Umsatz

 

Operatives Ergebnis

 

Operative Marge
in Prozent

 

Umsatz

 

Operatives Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

EMEA

 

1.410

 

430

 

30,5

 

1.472

 

441

 

30,0

Asien/Pazifik

 

969

 

254

 

26,2

 

994

 

252

 

25,4

Amerika

 

1.284

 

322

 

25,1

 

1.252

 

315

 

25,2

Konsolidierung

 

–42

 

 

 

 

 

–46

 

 

 

 

Gases Division

 

3.621

 

1.006

 

27,8

 

3.672

 

1.008

 

27,5