Finanzen

Der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit hat sich im Berichtszeitraum erneut positiv entwickelt und ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf 1,634 Mrd. EUR (Vj. 1,583 Mrd. EUR) gestiegen. Die Veränderung des Working Capital betrug aufgrund höherer erhaltener Anzahlungen im Anlagenbaugeschäft −11 Mio. EUR (Vj. –100 Mio. EUR). Des Weiteren haben sich die Auszahlungen für Ertragsteuern aufgrund von Rückerstattungszahlungen im Vergleich zum Vorjahr um 48 Mio. EUR auf 191 Mio. EUR (Vj. 239 Mio. EUR) reduziert.

Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Finanzanlagen lagen mit 820 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres (Vj. 901 Mio. EUR). Die Auszahlungen für Investitionen in konsolidierte Unternehmen stiegen auf 181 Mio. EUR (Vj. 98 Mio. EUR) und betrafen im Wesentlichen den Erwerb des US-Unternehmens American HomePatient, Inc. Der Erwerb von Wertpapieren zur kurzfristigen Geldanlage führte im Berichtszeitraum zu Auszahlungen in Höhe von 1,035 Mrd. EUR (Vj. 152 Mio. EUR). Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit veränderte sich damit insgesamt per Ende Juni um 930 Mio. EUR auf −1,936 Mrd. EUR (Vj. –1,006 Mrd. EUR). Der Free Cash Flow betrug zum Stichtag –302 Mio. EUR (Vj. 577 Mio. EUR).

Innerhalb des Cash Flows aus Finanzierungstätigkeit hat sich der Saldo aus der Aufnahme und Tilgung von Krediten von 444 Mio. EUR auf 1,209 Mrd. EUR verändert. Der Zahlungsmittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich zum Stichtag auf 313 Mio. EUR (Vj. Zahlungsmittelabfluss 367 Mio. EUR).

Die Bilanzsumme hat sich zum 30. Juni 2016 mit 35,624 Mrd. EUR im Vergleich zum 31. Dezember 2015 (35,347 Mrd. EUR) um 277 Mio. EUR erhöht. Nahezu alle Bilanzpositionen waren von negativen Währungseffekten beeinflusst.

Der Geschäfts- oder Firmenwert betrug zum Stichtag 11,445 Mrd. EUR und lag damit um 159 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (31. Dezember 2015: 11,604 Mrd. EUR). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Effekten: Negative Währungseffekte in Höhe von 280 Mio. EUR führten zu einem Rückgang des Geschäfts- oder Firmenwertes, während Zugänge aufgrund von Akquisitionen in Höhe von 154 Mio. EUR zu einem Anstieg dieser Bilanzposition führten.

Die übrigen immateriellen Vermögenswerte, bestehend aus Kundenbeziehungen, Markennamen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten, haben sich im Vergleich zum 31. Dezember 2015 von 2,760 Mrd. EUR um 202 Mio. EUR auf 2,558 Mrd. EUR reduziert. Dabei standen negativen Währungseffekten in Höhe von 99 Mio. EUR und planmäßigen Abschreibungseffekten in Höhe von 145 Mio. EUR Zugänge in Höhe von 35 Mio. EUR gegenüber.

Der Buchwert der Sachanlagen belief sich zum Stichtag auf 12,392 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 12,782 Mrd. EUR). Der Rückgang in Höhe von 390 Mio. EUR resultiert teilweise aus negativen Währungseffekten (219 Mio. EUR). Die planmäßigen Abschreibungen betrugen 778 Mio. EUR, wohingegen Akquisitionen und Investitionen zu einem Anstieg der Sachanlagen von 721 Mio. EUR führten.

Das Konzerneigenkapital betrug zum Stichtag 14,380 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 15,449 Mrd. EUR). Das positive Ergebnis nach Steuern führte zu einem Anstieg des Eigenkapitals um 687 Mio. EUR. Negativ wirkten sich Währungseffekte in Höhe von 756 Mio. EUR sowie Effekte aus der Neubewertung von Pensionsplänen in Höhe von 468 Mio. EUR aus. Auch die Auszahlung der Dividende an die Aktionäre der Linde AG für das Jahr 2015 in Höhe von 640 Mio. EUR führte zu einem Rückgang des Eigenkapitals. Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag bei 40,4 Prozent (31. Dezember 2015: 43,7 Prozent).

Die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen haben sich zum 30. Juni 2016 um 582 Mio. EUR auf 1,650 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 1,068 Mrd. EUR) erhöht. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen zurückzuführen. Die Pensionsverpflichtungen (DBO, Defined Benefit Obligation) des Linde Konzerns sind zu 78,6 Prozent (31. Dezember 2015: 86,4 Prozent) durch Vermögenswerte gedeckt. Der Rückgang der Deckungsquote ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Pensionsverpflichtung zurückzuführen, der hauptsächlich aus dem Rückgang der Diskontierungszinssätze resultiert.

Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus den Bruttofinanzschulden abzüglich der kurzfristigen Wertpapiere sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie beliefen sich zum Stichtag auf 7,626 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 7,645 Mrd. EUR). Der Rückgang um 19 Mio. EUR resultierte aus verschiedenen teilweise gegenläufigen Effekten. Die Auszahlung der Dividende an die Aktionäre der Linde AG in Höhe von 640 Mio. EUR führte zu einem Anstieg der Nettofinanzschulden. Der gute Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit sowie Währungs- und Bewertungseffekte wirkten sich hingegen mindernd auf die Nettofinanzschulden aus.

Die Bruttofinanzschulden sind im Berichtszeitraum um 1,010 Mrd. EUR auf 10,493 Mrd. EUR gestiegen (31. Dezember 2015: 9,483 Mrd. EUR). Für die Vorfinanzierung der Rückzahlung von zwei Hybrid-Anleihen hat Linde im Berichtszeitraum eine Anleihe über 750 Mio. EUR, ausgestattet mit einem Kupon von 1 Prozent und einer 12-jährigen Laufzeit, sowie Commercial Paper aufgenommen. Bei den zur Rückzahlung anstehenden Hybrid-Anleihen handelt es sich um eine Anleihe über 700 Mio. EUR sowie um eine Anleihe über 250 Mio. GBP. Die beiden Wertpapiere werden zu 100 Prozent des Nennwerts zurückgezahlt. Linde nutzt dafür das erstmalige Kündigungsrecht zum 14. Juli 2016 nach zehn Jahren Laufzeit. Die zusätzlichen freien Mittel wurden in kurzfristige Wertpapiere investiert. Diese sind somit um 1,035 Mrd. EUR auf 1,456 Mrd. EUR gestiegen (31. Dezember 2015: 421 Mio. EUR). Aufgrund der Ausübung des Kündigungsrechts wurden die Anleihen in die kurzfristigen Finanzschulden umgegliedert. Diese sind somit auf 3,583 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 1,023 Mrd. EUR) gestiegen. Die übrigen Finanzschulden in Höhe von 6,910 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 8,460 Mrd. EUR) haben eine Laufzeit von mehr als einem Jahr und werden entsprechend als langfristige Finanzschulden ausgewiesen.

Die zur Verfügung stehende Liquidität ergibt sich aus den kurzfristigen Wertpapieren in Höhe von 1,456 Mrd. EUR, den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 1,411 Mrd. EUR sowie der syndizierten Kreditfazilität über 2,5 Mrd. EUR abzüglich der kurzfristigen Nettofinanzschulden. Zum Stichtag betrug die zur Verfügung stehende Liquidität somit 1,784 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 3,315 Mrd. EUR).

Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden im Verhältnis zu operativem Ergebnis der vergangenen zwölf Monate) entsprach mit dem Faktor 1,9 dem Wert zum 31. Dezember 2015 (1,9). Das sogenannte Gearing (Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital) veränderte sich im ersten Halbjahr 2016 auf 53,0 Prozent (31. Dezember 2015: 49,5 Prozent).

Seit 1999 wird die Bonität des Linde Konzerns von den international führenden Rating-Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s (S & P) bewertet. Beide Rating-Agenturen haben jeweils das Langfrist-Rating für Linde im Berichtszeitraum bestätigt. S & P stuft die Bonität des Linde Konzerns mit A+, Moody’s mit A2 ein.