Finanzen

Der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit hat sich im Berichtszeitraum erneut positiv entwickelt und ist im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf 2,503 Mrd. EUR (Vj. 2,390 Mrd. EUR) gestiegen. Die Veränderung des Working Capital betrug aufgrund höherer erhaltener Anzahlungen im Anlagenbaugeschäft 8 Mio. EUR (Vj. –185 Mio. EUR). Des Weiteren haben sich die Auszahlungen für Ertragsteuern aufgrund von Rückerstattungszahlungen im Vergleich zum Vorjahr um 43 Mio. EUR auf 327 Mio. EUR (Vj. 370 Mio. EUR) reduziert.

Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Finanzanlagen lagen mit 1,270 Mrd. EUR unter dem Wert des Vorjahres (Vj. 1,356 Mrd. EUR). Die Auszahlungen für Investitionen in konsolidierte Unternehmen stiegen auf 190 Mio. EUR (Vj. 109 Mio. EUR) und betrafen im Wesentlichen den Erwerb des US-Unternehmens American HomePatient, Inc. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit veränderte sich damit insgesamt per Ende September um 182 Mio. EUR auf –1,217 Mrd. EUR (Vj. –1,399 Mrd. EUR). Der Free Cash Flow betrug zum Stichtag 1,286 Mrd. EUR (Vj. 991 Mio. EUR).

Innerhalb des Cash Flows aus Finanzierungstätigkeit blieb der Saldo aus der Aufnahme und Tilgung von Krediten mit 12 Mio. EUR nahezu unverändert (Vj. 11 Mio. EUR). Der Zahlungsmittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich zum Stichtag auf 1,004 Mrd. EUR (Vj. 941 Mio. EUR).

Die Bilanzsumme ist zum 30. September 2016 im Vergleich zum 31. Dezember 2015 (35,347 Mrd. EUR) um 840 Mio. EUR auf 34,507 Mrd. EUR gesunken. Nahezu alle Bilanzpositionen waren von negativen Währungseffekten beeinflusst.

Der Geschäfts- oder Firmenwert betrug zum Stichtag 11,333 Mrd. EUR und lag damit um 271 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (31. Dezember 2015: 11,604 Mrd. EUR). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Effekten: Negative Währungseffekte in Höhe von 358 Mio. EUR führten zu einem Rückgang des Geschäfts- oder Firmenwertes, während Zugänge aufgrund von Akquisitionen in Höhe von 121 Mio. EUR zu einem Anstieg dieser Bilanzposition führten.

Die übrigen immateriellen Vermögenswerte, bestehend aus Kundenbeziehungen, Markennamen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten, haben sich im Vergleich zum 31. Dezember 2015 von 2,760 Mrd. EUR um 280 Mio. EUR auf 2,480 Mrd. EUR reduziert. Dabei standen negativen Währungseffekten in Höhe von 126 Mio. EUR und planmäßigen Abschreibungseffekten in Höhe von 218 Mio. EUR Zugänge in Höhe von 78 Mio. EUR gegenüber.

Der Buchwert der Sachanlagen belief sich zum Stichtag auf 12,340 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 12,782 Mrd. EUR). Der Rückgang in Höhe von 442 Mio. EUR resultiert teilweise aus negativen Währungseffekten (274 Mio. EUR). Die planmäßigen Abschreibungen betrugen 1,176 Mrd. EUR, wohingegen Akquisitionen und Investitionen zu einem Anstieg der Sachanlagen von 1,144 Mrd. EUR führten.

Das Konzerneigenkapital betrug zum Stichtag 14,236 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 15,449 Mrd. EUR). Das positive Ergebnis nach Steuern führte zu einem Anstieg des Eigenkapitals um 1,034 Mrd. EUR. Negativ wirkten sich Währungseffekte in Höhe von 964 Mio. EUR sowie Effekte aus der Neubewertung von Pensionsplänen in Höhe von 775 Mio. EUR aus. Auch die Auszahlung der Dividende an die Aktionäre der Linde AG für das Jahr 2015 in Höhe von 640 Mio. EUR führte zu einem Rückgang des Eigenkapitals. Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag bei 41,3 Prozent (31. Dezember 2015: 43,7 Prozent).

Die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen haben sich zum 30. September 2016 um 965 Mio. EUR auf 2,033 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 1,068 Mrd. EUR) erhöht. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen zurückzuführen. Die Pensionsverpflichtungen (DBO, Defined Benefit Obligation) des Linde Konzerns sind zu 75,2 Prozent (31. Dezember 2015: 86,4 Prozent) durch Vermögenswerte gedeckt. Der Rückgang der Deckungsquote ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Pensionsverpflichtung zurückzuführen, der hauptsächlich aus dem Rückgang der Diskontierungszinssätze resultiert.

Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus den Bruttofinanzschulden abzüglich der kurzfristigen Wertpapiere sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie beliefen sich zum Stichtag auf 7,169 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 7,645 Mrd. EUR). Der Rückgang um 476 Mio. EUR resultierte aus verschiedenen teilweise gegenläufigen Effekten. Die Auszahlung der Dividende an die Aktionäre der Linde AG in Höhe von 640 Mio. EUR führte zu einem Anstieg der Nettofinanzschulden. Der gute Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit sowie Währungs- und Bewertungseffekte wirkten sich hingegen mindernd auf die Nettofinanzschulden aus.

Die Bruttofinanzschulden sind im Berichtszeitraum um 203 Mio. EUR auf 9,280 Mrd. EUR gesunken (31. Dezember 2015: 9,483 Mrd. EUR). Im dritten Quartal wurden zwei Hybrid-Anleihen zurückgezahlt. Dabei handelte es sich um eine Anleihe über 700 Mio. EUR sowie um eine Anleihe über 250 Mio. GBP. Die beiden Wertpapiere wurden zu 100 Prozent des Nennwerts zurückgezahlt. Linde nutzte dafür das erstmalige Kündigungsrecht zum 14. Juli 2016 nach zehn Jahren Laufzeit. Die kurzfristigen Finanzschulden betrugen zum Stichtag 2,630 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 1,023 Mrd. EUR). Sie sind im Wesentlichen aufgrund der Umgliederung von weiteren innerhalb der nächsten zwölf Monate zur Rückzahlung anstehenden Anleihen angestiegen. Die langfristigen Finanzschulden sind entsprechend um 1,810 Mrd. EUR auf 6,650 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 8,460 Mrd. EUR) gesunken.

Die zur Verfügung stehende Liquidität ergibt sich aus den kurzfristigen Wertpapieren in Höhe von 430 Mio. EUR, den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 1,681 Mrd. EUR sowie der syndizierten Kreditfazilität über 2,5 Mrd. EUR abzüglich der kurzfristigen Finanzschulden. Zum Stichtag betrug die zur Verfügung stehende Liquidität somit 1,981 Mrd. EUR (31. Dezember 2015: 3,315 Mrd. EUR).

Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden im Verhältnis zu operativem Ergebnis der vergangenen zwölf Monate) lag mit dem Faktor 1,8 leicht unter dem Wert zum 31. Dezember 2015 (1,9). Das sogenannte Gearing (Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital) veränderte sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres auf 50,4 Prozent (31. Dezember 2015: 49,5 Prozent).

Seit 1999 wird die Bonität des Linde Konzerns von den international führenden Ratingagenturen Moody’s und Standard & Poor’s (S & P) bewertet. Beide Ratingagenturen haben jeweils das Langfristrating für Linde im Berichtszeitraum bestätigt. S & P stuft die Bonität des Linde Konzerns mit A+, Moody’s mit A2 – beide mit stabilem Ausblick – ein.

Im August 2016 hat die europäische Ratingagentur Scope ihr Erstrating des Linde Konzerns von A+ (langfristig) mit stabilem Ausblick veröffentlicht. Die kurzfristige Bonität wurde mit S-1+ bewertet, der höchsten Kategorie in der Ratingmethodik von Scope.