[3] Akquisitionen

Als wesentlich werden alle Akquisitionen betrachtet, bei denen die Bilanzsumme nach Kaufpreisallokation und inklusive Geschäfts- oder Firmenwert einen Betrag von 50 Mio. EUR übersteigt. Die wesentliche Akquisition des Berichtszeitraums betrifft American HomePatient, Inc.

American HomePatient, Inc.

Mit Wirkung zum 1. Februar 2016 hat die Linde Group 100 Prozent der Anteile an dem US-amerikanischen Unternehmen American HomePatient, Inc. übernommen. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Geschäft voll in den Konzernabschluss der Linde Group einbezogen. Das Unternehmen ist auf Beatmungstherapien für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und Schlafapnoe spezialisiert. Mit der Akquisition will Linde seine Marktstellung im Bereich für Gesundheitsdienstleistungen ausbauen und Synergien mit dem bestehenden Geschäft heben.

Im Rahmen der Transaktion wurde eine Barzahlung in Höhe von rund 210 Mio. EUR geleistet. Nach Abzug einer Rückzahlung von Finanzschulden in Höhe von 24 Mio. EUR sowie von Rückstellungen für Mitarbeitervergütungen in Höhe von 1 Mio. EUR sowie unter Berücksichtigung eines bedingten Kaufpreisrückforderungsanspruchs mit einem erwarteten Wert von 11 Mio. EUR ergeben sich Anschaffungskosten im Sinne des IFRS 3 in Höhe von 174 Mio. EUR. Der bedingte Kaufpreisrückforderungsanspruch wird innerhalb von zwei Jahren fällig. Der Umfang des Rückzahlungsanspruchs ist unsicher und liegt in einer Bandbreite zwischen 1 Mio. EUR und 36 Mio. EUR.

Im Rahmen des Erwerbs gehen langfristige Vermögenswerte, Vorräte und kurzfristige Vermögenswerte zu. Darüber hinaus wurden nach abschließender Prüfung der Sachverhalte latente Steueransprüche aus Verlustvorträgen aktiviert, die der wesentliche Grund für die Verringerung des Geschäfts- oder Firmenwerts gegenüber dem Vorquartal waren. Die wesentlichen Elemente des vorläufigen Geschäfts- oder Firmenwerts in Höhe von 114 Mio. EUR betreffen vor allem erwartete Synergien mit dem bestehenden Healthcare-Geschäft sowie Going-Concern-Synergien. Die Kaufpreisallokation ergab Zeitwertanpassungen in Höhe von 31 Mio. EUR. Diese entfallen auf die Unternehmensmarke, die Kundenbeziehungen sowie das Sachanlagevermögen. Der steuerlich abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwert beträgt 0 Mio. EUR. Die Ergebnisse der Kaufpreisallokation sind wegen der zeitlichen Nähe des Erwerbsstichtages zum Bilanzstichtag noch vorläufig.

Im Zuge der Transaktion wurden 100 Prozent der Anteile an American HomePatient, Inc. erworben. Die in der Eröffnungsbilanz ausgewiesenen nicht beherrschenden Anteile resultieren aus vorkonsolidierten Einheiten mit Anteilen anderer, nicht beherrschender Gesellschafter. Die erworbenen Forderungen haben einen beizulegenden Zeitwert von 30 Mio. EUR und betreffen ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Bruttoforderungswert beträgt 62 Mio. EUR. Die Differenz zwischen Bruttoforderungswert und beizulegendem Zeitwert stellt einen Abschlag für Ausfallrisiken dar.

Das erworbene Geschäft generierte seit dem Akquisitionsstichtag einen Umsatz in Höhe von 177 Mio. EUR sowie ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 0 Mio. EUR. Wäre das Geschäft bereits seit dem 1. Januar 2016 in der Linde Group konsolidiert gewesen, so wäre der Umsatzbeitrag 199 Mio. EUR und der Beitrag zum Ergebnis nach Steuern –2 Mio. EUR gewesen. Das Ergebnis nach Steuern wird insbesondere von der Abschreibung aus der Kaufpreisallokation belastet.

Übrige Akquisitionen

Zum Ausbau des Geschäfts in den Bereichen Industriegase und Healthcare in dem Segment EMEA und Amerika hat Linde im Berichtszeitraum Unternehmenserwerbe durchgeführt. Der Gesamtkaufpreis dieser Erwerbe beläuft sich auf 10 Mio. EUR und wurde in Höhe von 10 Mio. EUR bar gezahlt. Der Gesamtkaufpreis beinhaltet Kaufpreisstundungen. Teilweise wurden separate Transaktionen mit Alteigentümern abgeschlossen. Im Rahmen dieser Unternehmenserwerbe gingen langfristige Vermögenswerte sowie Vorräte zu. Der Geschäfts- oder Firmenwert betrug in Summe 7 Mio. EUR, wobei aus Kaufpreisallokationen Zeitwertanpassungen von 2 Mio. EUR entstanden. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist in Höhe von 7 Mio. EUR steuerlich abzugsfähig. Wesentliche Bestandteile des Geschäfts- oder Firmenwertes sind Synergiepotenziale sowie Zugang zu neuen Absatzmärkten. Im Rahmen der Akquisitionen sind keine Forderungen übergegangen.

Die erworbenen Geschäfte generierten seit dem Akquisitionsstichtag einen Umsatz in Höhe von 3 Mio. EUR sowie ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 0 Mio. EUR. Wäre das Geschäft bereits seit dem 1. Januar 2016 in der Linde Group konsolidiert gewesen, so wäre der Umsatzbeitrag 7 Mio. EUR und der Beitrag zum Ergebnis nach Steuern 0 Mio. EUR gewesen.

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Einfluss der Erwerbe auf die Vermögenslage des Linde Konzerns

Eröffnungsbilanz zum Erstkonsolidierungszeitpunkt

 

Beizulegende Zeitwerte

in Mio. €

 

AHOM

 

Übrige

Langfristige Vermögenswerte

 

148

 

3

Vorräte

 

4

 

1

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

 

34

 

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

7

 

 

 

 

 

 

Eigenkapital

 

60

 

3

Anteile anderer Gesellschafter

 

10

 

Schulden

 

123

 

1