Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Konjunkturexperten erwarten, dass sich die Weltwirtschaft im laufenden Jahr besser entwickeln wird als im Vorjahr. So rechnet das internationale Prognoseinstitut The Economist Intelligence Unit Ltd. (EIU)1 für das Gesamtjahr 2015 mit einer Erhöhung des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,9 Prozent. Das Wachstum in 2014 betrug 2,5 Prozent. Bei der globalen Industrieproduktion (IP) geht das EIU für das Gesamtjahr 2015 von einem Plus von 2,8 Prozent aus (2014: 2,5 Prozent).

Die dynamische Entwicklung in den Wachstumsregionen, zu denen unter anderen die Regionen Ostasien und Nordamerika gehören, gilt dabei unverändert als der stärkste Impulsgeber für die weltweite Konjunkturentwicklung. Zwar wurde die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von China im Jahr 2015 kürzlich gesenkt, jedoch sollen strukturelle Anpassungen das Wachstum stimulieren. Darüber hinaus gehen die Experten davon aus, dass in den Eurostaaten eine Rezession vermieden werden kann und der Aufschwung in Deutschland und in Europa an Fahrt gewinnt. Insgesamt wird aufgrund des niedrigen Ölpreises ein Anstieg des globalen Konsums erwartet.

Dennoch bestehen nach wie vor Risiken für die weltweite Konjunktur. So könnte die Vielzahl geopolitischer Krisen die Wirtschaftsentwicklung beeinträchtigen. Zudem dürften die nach wie vor beträchtlichen Staatsdefizite, Währungsturbulenzen oder die in vielen Industrieländern unverändert hohe Arbeitslosigkeit bremsend wirken. Darüber hinaus sorgt die hohe Volatilität an den Finanzmärkten für Unsicherheit.

Für das laufende Jahr 2015 erwarten die Wirtschaftsforscher für die einzelnen Regionen der Welt unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeiten.

Die höchste Dynamik dürfte erneut im Raum Asien/Pazifik zu verzeichnen sein. Das EIU beziffert den BIP-Anstieg dort für das Gesamtjahr 2015 auf 5,8 Prozent. Erstmals hat Indien dabei die Spitzenposition eingenommen. Dort soll das BIP um 7,3 Prozent steigen (2014: 7,0 Prozent). Die Erhöhung der Industrieproduktion in Indien soll sich mit 3,9 Prozent im Vergleich zu 2014 (2014: 1,4 Prozent) sogar mehr als verdoppeln. Aber auch China liegt mit einem geschätzten BIP-Plus von 7,0 Prozent weiterhin auf einem sehr hohen Niveau (2014: 7,4 Prozent). Die Industrieproduktion wird mit 7,0 Prozent in 2015 nicht ganz so stark wachsen wie noch im Vorjahr (2014: 8,3 Prozent).

Für Australien rechnet das Institut mit einem Wachstum von 2,9 Prozent (2014: 2,7 Prozent). Dieser Anstieg wird allerdings primär aus dem Ausbau des Dienstleistungssektors resultieren, der die Wirtschaft Australiens mit rund 80 Prozent des BIP dominiert. Für die verarbeitende Industrie wird nach wie vor ein schwächeres wirtschaftliches Umfeld vorhergesagt. Zudem ist in der Bergbauindustrie weiterhin von rückläufigen Investitionen auszugehen.

Das Wachstum in der Gesamtregion EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) soll – wie bereits in 2014 – im laufenden Jahr 1,6 Prozent betragen. Die Prognose für Deutschland liegt mit 1,8 Prozent etwas über dem Vorjahreswert (2014: 1,6 Prozent). Auch die Industrieproduktion in Deutschland soll sich mit einem Anstieg um 1,8 Prozent positiver entwickeln als in 2014 (2014: 1,5 Prozent). Für UK erwarten die Experten einen BIP-Anstieg von 2,7 Prozent (2014: 2,6 Prozent). Für Osteuropa und den Mittleren Osten prognostizieren die Konjunkturforscher erwartungsgemäß nur noch ein vergleichsweise geringes BIP-Wachstum von 0,9 Prozent (2014: 2,1 Prozent). Die Industrieproduktion soll dort immerhin noch um 1,5 Prozent wachsen (2014: 2,3 Prozent). In Südafrika, dem für Linde wichtigsten Markt in Afrika, soll das BIP-Plus 2,2 Prozent betragen. Damit liegen die Erwartungen deutlich über dem Wert für das vergangene Jahr (2014: 1,5 Prozent).

Für die Gesamtregion Amerika wird für das Jahr 2015 derzeit der Anstieg der Wirtschaftsleistung auf 2,7 Prozent beziffert (2014: 2,2 Prozent). Mit 3,2 Prozent sind die USA bei dieser Entwicklung der wesentliche Treiber (2014: 2,4 Prozent). Das Bruttoinlandsprodukt von Südamerika soll weiterhin sehr schwach bleiben: Das Wachstum wird dort lediglich auf 0,2 Prozent geschätzt (2014: 0,6 Prozent).

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