Prognosebericht

Konzern

Die Konjunkturforscher erwarten, dass die Weltwirtschaft im laufenden Jahr 2015 stärker wachsen wird als im Vorjahr. Das internationale Prognoseinstitut The Economist Intelligence Unit Ltd. (EIU) rechnet derzeit – wie bereits zum Jahresende 2014 – damit, dass sich das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2015 um 2,9 Prozent erhöhen wird (2014: 2,5 Prozent). Für die globale Industrieproduktion (IP) sagt das EIU für das Jahr 2015 ein Plus von 2,8 Prozent (2014: 2,6 Prozent) voraus.

Den größten Einfluss auf die makroökonomische Entwicklung dürfte auch weiterhin die hohe Staatsverschuldung in wichtigen Volkswirtschaften haben. Zudem könnten Währungskursschwankungen, die in vielen Industrieländern hohe Arbeitslosigkeit oder die unsichere politische Lage in einigen Regionen der Welt die globale Wirtschaft belasten.

Linde geht davon aus, seine vergleichsweise stabile Geschäftsentwicklung weiter fortsetzen zu können, und bestätigt den Ausblick für das laufende Jahr: Je nach Konjunkturverlauf und Entwicklung der Währungskursverhältnisse rechnet das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr 2015 damit, einen Konzernumsatz in Höhe von 18,2 Mrd. EUR bis 19,0 Mrd. EUR zu erzielen. Beim operativen Konzernergebnis erwartet Linde im Geschäftsjahr 2015, bereinigt um Sondereinflüsse, eine Verbesserung auf 4,1 Mrd. EUR bis 4,3 Mrd. EUR. Die Sondereinflüsse betreffen Aufwendungen im Zusammenhang mit strukturellen und organisatorischen Maßnahmen zur weiteren Steigerung der Effizienz.

Für die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, ROCE) strebt Linde im Geschäftsjahr 2015 einen Wert von 9 Prozent bis 10 Prozent an.

Sollte die Wirtschaft – insbesondere in den Wachstumsregionen – in diesem Jahr stärker wachsen als zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Berichts prognostiziert, könnte dies bei den beschriebenen Kennzahlen zu höheren Werten führen, als Linde derzeit erwartet.

Hinweis: Die Mittelfristziele des Konzerns gelten unverändert und sind im Finanzbericht 2014, Kapitel Ziele und Strategie des Linde Konzerns ausführlich beschrieben.

Ausblick – Gases Division

Die jüngsten Konjunkturprognosen deuten darauf hin, dass die Weltwirtschaft im laufenden Jahr 2015 etwas stärker wachsen wird als im Vorjahr. Allerdings rechnet Linde aufgrund der geopolitischen Krisen in einigen Teilen der Welt mit einem teilweise volatilen Gasemarkt. Die grundsätzliche Zielsetzung von Linde im Gasegeschäft gilt unverändert: Das Unternehmen will sich besser entwickeln als der Markt und seine Produktivität weiter erhöhen.

Im On-site-Geschäft verfügt Linde über eine gut gefüllte Projekt-Pipeline, die im Geschäftsjahr 2015 und verstärkt in den kommenden Jahren zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung beitragen wird. In den Produktbereichen Flüssig- und Flaschengase prognostiziert das Unternehmen einen Geschäftsverlauf, der den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entspricht. Im Produktbereich Healthcare ist mit einer stabilen Geschäftsentwicklung zu rechnen.

Abhängig von der branchenspezifischen Entwicklung und der Entwicklung der Währungskursverhältnisse strebt Linde in der Gases Division im Geschäftsjahr 2015 folgende Ziele an: Das Unternehmen will einen Umsatz von 14,9 Mrd. EUR bis 15,4 Mrd. EUR und ein operatives Ergebnis von 4,05 Mrd. EUR bis 4,25 Mrd. EUR erreichen. Die Margen der Segmente EMEA, Asien/Pazifik und Amerika sollen in etwa auf dem Niveau des Gesamtjahres 2014 liegen.

Ausblick – Engineering Division

Im laufenden Jahr 2015 dürfte das Marktumfeld im internationalen Großanlagenbau von einer deutlich höheren Volatilität geprägt sein als in den vergangenen Jahren. Das Unternehmen ist in den Produktbereichen Olefinanlagen, Erdgasanlagen, Luftzerlegungsanlagen sowie Wasserstoff- und Synthesegasanlagen jedoch gut positioniert und kann zudem auf einen hohen Auftragsbestand zurückgreifen.

Linde geht davon aus, in der Engineering Division im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz in Höhe von 3,0 Mrd. EUR bis 3,3 Mrd. EUR zu erzielen. Bei der operativen Marge rechnet das Unternehmen damit, einen Wert von rund 8 Prozent zu erreichen.