Finanzen

Der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit entwickelte sich im Berichtszeitraum erneut sehr positiv und hat sich mit 1,583 Mrd. EUR (Vj. 722 Mio. EUR) mehr als verdoppelt. Dabei ist zu beachten, dass Linde im Vorjahr eine Zahlung in Höhe von 300 Mio. EUR für die weitere Ausfinanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne in Deutschland geleistet hat. Angepasst um diesen Einmaleffekt lag der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit im Vorjahr bei 1,022 Mrd. EUR. Auf bereinigter Basis betrug der Anstieg 54,9 Prozent. Zu diesem deutlichen Plus haben vor allem das gute operative Ergebnis sowie ein effizienteres Working Capital-Management beigetragen. Die Veränderung des Working Capital belief sich per Ende Juni auf −100 Mio. EUR (Vj. –344 Mio. EUR). Die Auszahlungen für Ertragsteuern sanken aufgrund von zeitlichen Verschiebungen um 103 Mio. EUR auf 239 Mio. EUR (Vj. 342 Mio. EUR). Diese Effekte werden sich im zweiten Halbjahr teilweise wieder ausgleichen.

Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Finanzanlagen lagen mit 901 Mio. EUR etwas unter dem Wert des Vorjahres (Vj. 964 Mio. EUR). Die Auszahlungen für Investitionen in konsolidierte Unternehmen stiegen hingegen auf 98 Mio. EUR (Vj. 35 Mio. EUR). Davon betrafen 53 Mio. EUR den Erwerb der Vermögenswerte und Schulden des LPG- Geschäfts von Wesfarmers Kleenheat Gas Pty Ltd im Rahmen eines Asset Deal.

Der Erwerb von Wertpapieren zur kurzfristigen Geldanlage führte im Berichtszeitraum zu Auszahlungen in Höhe von 152 Mio. EUR (Vj. 153 Mio. EUR). Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit blieb damit per Ende Juni mit −1,006 Mrd. EUR unverändert zum Vorjahr (Vj. –1,006 Mrd. EUR). Der Free Cash Flow erreicht zum Stichtag einen Wert von 577 Mio. EUR (Vj. –284 Mio. EUR).

Innerhalb des Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit hat sich der Saldo aus der Aufnahme und Tilgung von Krediten von 981 Mio. EUR auf 444 Mio. EUR reduziert. Die Nettozinszahlungen lagen mit −183 Mio. EUR etwa auf Vorjahresniveau (Vj. –177 Mio. EUR). Der Zahlungsmittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich damit zum Stichtag auf 367 Mio. EUR (Vj. Zahlungsmittelzufluss 203 Mio. EUR).

Die Bilanzsumme hat sich zum 30. Juni 2015 mit 36,043 Mrd. EUR im Vergleich zum 31. Dezember 2014 (34,425 Mrd. EUR) um 1,618 Mrd. EUR (4,7 Prozent) erhöht. Nahezu alle Bilanzposten waren von Währungskurseffekten beeinflusst.

Der Geschäfts- oder Firmenwert betrug zum Stichtag 11,626 Mrd. EUR und lag damit um 5,2 Prozent über dem Vorjahr (31. Dezember 2014: 11,055 Mrd. EUR). Von dem Anstieg in Höhe von 571 Mio. EUR entfielen 530 Mio. EUR auf Währungskurseffekte und 41 Mio. EUR auf Zugänge aufgrund von Akquisitionen.

Die übrigen immateriellen Vermögenswerte, bestehend aus Kundenbeziehungen, Markennamen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten, haben sich im Vergleich zum 31. Dezember 2014 von 2,922 Mrd. EUR um 30 Mio. EUR auf 2,952 Mrd. EUR erhöht. Dabei standen positiven Währungskurseffekten in Höhe von 172 Mio. EUR und Zugängen in Höhe von 26 Mio. EUR planmäßige Abschreibungen in Höhe von 167 Mio. EUR gegenüber.

Der Buchwert der Sachanlagen belief sich zum Stichtag auf 12,736 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 12,151 Mrd. EUR). Die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 774 Mio. EUR wurden durch Zugänge in Höhe von 811 Mio. EUR nahezu ausgeglichen. Der Anstieg resultiert somit auch hier im Wesentlichen aus Währungskurseffekten in Höhe von 561 Mio. EUR.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich um 15 Mio. EUR von 3,061 Mrd. EUR auf 3,046 Mrd. EUR. Auch hier sind gegenläufige Effekte zu beachten: Der Forderungsabbau von 142 Mio. EUR wurde durch positive Währungskurseffekte in Höhe von 127 Mio. EUR teilweise kompensiert. Die Wertpapiere sind im Wesentlichen durch Zukäufe um 151 Mio. EUR auf 672 Mio. EUR gestiegen (31. Dezember 2014: 521 Mio. EUR).

Das Eigenkapital hat sich im ersten Halbjahr um 991 Mio. EUR erhöht und betrug zum Stichtag 15,258 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 14,267 Mrd. EUR). Dazu hat neben den positiven Währungskurseffekten das Ergebnis nach Steuern in Höhe von 629 Mio. EUR beigetragen. Die Auszahlung der Dividende in Höhe von 615 Mio. EUR führte zu einem Rückgang des Eigenkapitals. Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag mit 42,3 Prozent über dem Wert zum 31. Dezember 2014 (41,4 Prozent).

Die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen haben sich zum 30. Juni 2015 um 64 Mio. EUR auf 1,201 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 1,265 Mrd. EUR) reduziert. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf die Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen zurückzuführen. Die Pensionsrückstellungen des Linde Konzerns sind zu 86,2 Prozent (Vj. 84,9 Prozent) durch Vermögenswerte gedeckt.

Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus den Bruttofinanzschulden abzüglich der kurzfristigen Wertpapiere sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie beliefen sich zum 30. Juni 2015 auf 8,460 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 8,198 Mrd. EUR). Der Anstieg um 262 Mio. EUR resultiert aus verschiedenen teilweise gegenläufigen Effekten. So führten die Auszahlung der Dividende in Höhe von 615 Mio. EUR sowie Währungskurs- und Bewertungseffekte in Höhe von 222 Mio. EUR zu einem Anstieg der Nettofinanzschulden, wohingegen sich der gute Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit positiv auf die Nettofinanzschulden auswirkte.

Die Bruttofinanzschulden sind im Berichtszeitraum um 655 Mio. EUR auf 10,511 Mrd. EUR gestiegen (31. Dezember 2014: 9,856 Mrd. EUR). Von den Bruttofinanzschulden werden 2,109 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 1,294 Mrd. EUR) als kurzfristig ausgewiesen. Die übrigen Finanzschulden in Höhe von 8,402 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 8,562 Mrd. EUR) – und damit der deutlich überwiegende Teil – haben eine Laufzeit von mehr als einem Jahr und werden entsprechend als langfristige Finanzschulden ausgewiesen.

Unter Berücksichtigung der kurzfristigen Wertpapiere in Höhe von 672 Mio. EUR, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1,379 Mrd. EUR sowie der syndizierten Kreditfazilität über 2,5 Mrd. EUR errechnete sich per Ende Juni 2015 eine zur Verfügung stehende Liquidität in Höhe von 2,442 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 2,864 Mrd. EUR). Die Laufzeit der im Juli 2013 abgeschlossenen syndizierten Kreditfazilität über 2,5 Mrd. EUR wurde erneut erfolgreich um ein Jahr bis 2020 verlängert. Ursprünglich hatte die Kreditfazilität eine Laufzeit von fünf Jahren mit zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr (vorbehaltlich der Zustimmung der Kreditgeber).Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden im Verhältnis zu operativem Ergebnis der vergangenen zwölf Monate) lag mit dem Faktor 2,0 leicht unter dem Wert zum 31. Dezember 2014 von 2,1. Das sogenannte Gearing (Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital) verbesserte sich im ersten Halbjahr 2015 auf 55,4 Prozent (31. Dezember 2014: 57,5 Prozent).