Gases Division

In der Gases Division erzielte Linde im Berichtszeitraum einen Umsatz in Höhe von 11,387 Mrd. EUR und somit ein Plus von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Vj. 10,398 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um Währungs- und Erdgaspreiseffekte, betrug der Umsatzanstieg 2,1 Prozent. Zusätzlich bereinigt um den Umsatzbeitrag in Höhe von 64 Mio. EUR des LPG-Geschäfts, das Linde im Berichtszeitraum von Wesfarmers Kleenheat Gas Pty Ltd übernommen hatte, lag das Umsatzplus bei 1,5 Prozent. Neben dem nach wie vor verhaltenen konjunkturellen Umfeld wirkten sich auch die derzeit niedrigen Energiekosten sowie die Beendigung von On-site-Verträgen umsatzmindernd aus.

Das operative Ergebnis erhöhte sich um 10,4 Prozent auf 3,131 Mrd. EUR (Vj. 2,837 Mrd. EUR). Die operative Marge konnte im Berichtszeitraum auf 27,5 Prozent (Vj. 27,3 Prozent) verbessert werden.

In den einzelnen Segmenten der Gases Division ist die Geschäftsentwicklung – den jeweiligen konjunkturellen Rahmenbedingungen entsprechend – unterschiedlich verlaufen.

EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika)

In EMEA, dem größten Absatzmarkt des Unternehmens, lag der Umsatz in den ersten neun Monaten 2015 mit 4,515 Mrd. EUR leicht über dem Niveau des Vorjahres (Vj. 4,497 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis ergab sich ein Umsatzrückgang von 1,6 Prozent. Bei dem Vergleich mit dem Vorjahr gilt es zu berücksichtigen, dass Linde Ende 2014 eine große Wasserstoffanlage in Italien nach Ablauf der Vertragslaufzeit an den Kunden übergeben und damit seither keine Umsätze mehr erzielt hat. Das operative Ergebnis erreichte 1,350 Mrd. EUR und stieg im Vergleich zum Vorjahreswert leicht um 0,4 Prozent (Vj. 1,344 Mrd. EUR). Dabei ist zu berücksichtigen, dass im dritten Quartal 2015 aufgrund der Insolvenz eines Kunden in Großbritannien Forderungsabwertungen in Höhe von 22 Mio. EUR vorgenommen wurden. Die operative Marge verblieb mit 29,9 Prozent dennoch auf Vorjahresniveau (Vj. 29,9 Prozent).

In den einzelnen Teilregionen des Segments EMEA entwickelten sich die Produktbereiche unterschiedlich. Das On-site-Geschäft – also die Vor-Ort-Versorgung von Großkunden – war insbesondere aufgrund der Beendigung des On-site-Vertrages in Italien von Volumenrückgängen geprägt. Linde konnte vor allem im Mittleren Osten & Osteuropa in diesem Produktbereich Umsatzzuwächse erzielen. Vor dem Hintergrund des nach wie vor verhaltenen Wirtschaftswachstums in der Eurozone lagen die Umsätze im Geschäft mit Flüssiggasen unter dem Niveau des Vorjahres. Auch der Produktbereich Flaschengase entwickelte sich in nahezu allen Regionen weiterhin vergleichsweise verhalten. In beiden Produktbereichen wirken sich die derzeit niedrigen Energiekosten insbesondere im LPG-Geschäft umsatzmindernd aus. Im Healthcare-Geschäft konnte Linde vor allem in Großbritannien Zuwächse verzeichnen.

Gestützt wurde der Geschäftsverlauf in EMEA durch den Anlauf neuer Anlagen.

So nahm eine neue Luftzerlegungsanlage am Standort Stenungsund (Schweden) im Januar planmäßig die Produktion auf. Die Anlage beliefert den Kunden Perstorp im Rahmen eines On-site-Vertrages mit 18.300 Nm3 Sauerstoff pro Stunde. Das Investitionsvolumen belief sich auf rund 40 Mio. EUR.

Ebenfalls in Schweden hat Linde zu Beginn des Jahres einen Vertrag zum Bau einer Wasserstofftankstelle am Flughafen Arlanda unterzeichnet. Die Fertigstellung erfolgte planmäßig im dritten Quartal 2015.

Auch in Aberdeen (Großbritannien) wurde im März eine Wasserstofftankstelle für wasserstoffbetriebene Busse eröffnet. Das Projekt ist Teil des HyTrEc (Hydrogen Transport Economy)-Projekts, das zum Ziel hat, den Zugang zur Nutzung von Wasserstoff als alternative Energiequelle für die Nordsee-Region zu verbessern. Die Wasserstofftankstelle wird von Linde betrieben.

Linde ist Vorreiter bei der Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie und treibt den Aufbau einer Wasserstofftankstellen-Infrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge weiter voran. So plant das Unternehmen gemeinsam mit Daimler in Deutschland 20 Wasserstofftankstellen zu errichten. Dieses Projekt ist Bestandteil der „H2 Mobility“-Initiative, zu der sich Linde mit fünf weiteren Partnern zusammengeschlossen hat. Im Rahmen dieser Initiative sollen in Deutschland bis 2023 insgesamt 400 Wasserstofftankstellen aufgebaut werden.

In Port Elizabeth (Südafrika) hat das Unternehmen im zweiten Quartal eine Luftzerlegungsanlage erfolgreich in Betrieb genommen. Die Anlage produziert 150 Tonnen Flüssiggase pro Tag und versorgt Kunden in der Region Eastern Cape mit Industriegasen und medizinischen Gasen. Die Investitionssumme betrug rund 23 Mio. EUR.

In Denizli (Türkei) ist im zweiten Quartal eine CO2-Reinigungs- und Verflüssigungsanlage gestartet. Die Anlage reinigt und verflüssigt 240 Tonnen CO2 pro Tag und beliefert regionale Kunden aus der Lebensmittelindustrie mit flüssigem CO2. Gleichzeitig wurde ein langfristiger Roh-CO2-Abnahmevertrag mit Zorlu Energy, einem der größten Energieunternehmen der Türkei, geschlossen.

Im Juni 2015 ist in Trinec (Tschechien) eine Luftzerlegungsanlage in Betrieb genommen worden, die den Stahlhersteller Trinecke Železarny im Rahmen der Verlängerung eines bereits bestehenden langfristigen Liefervertrages mit 34.000 Nm3 flüssigem Sauerstoff und 34.500 Nm3 flüssigem Stickstoff pro Stunde versorgt. Das Investitionsvolumen belief sich auf rund 62 Mio. EUR.

Am Standort Kryvyi Rih (Ukraine) startete im dritten Quartal die Belieferung des weltweit größten Stahlherstellers, ArcelorMittal, mit gasförmigem Sauerstoff und Stickstoff. Die Luftzerlegungsanlage verfügt über eine Kapazität von 34.500 Nm3 Sauerstoff und 25.200 Nm3 Stickstoff pro Stunde und beliefert auch den regionalen Markt mit Flüssiggasen. Das Investitionsvolumen betrug rund 60 Mio. EUR.

Asien/Pazifik

Im Segment Asien/Pazifik wurde die Geschäftsentwicklung erneut vor allem durch positive Währungskurseffekte gestützt. Der Umsatz erreichte per Ende September 3,133 Mrd. EUR und lag damit um 11,0 Prozent über dem Vorjahreswert (Vj. 2,822 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis erhöhte sich der Umsatz um 1,1 Prozent. Unterstützt wurde das Wachstum dort durch den Umsatzbeitrag in Höhe von 64 Mio. EUR des LPG-Geschäfts von Wesfarmers Kleenheat Gas Pty Ltd, das Linde im Februar übernommen hatte. Zusätzlich bereinigt um diesen Effekt lag das vergleichbare Umsatzwachstum um 0,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis stieg um 9,1 Prozent auf 804 Mio. EUR (Vj. 737 Mio. EUR). Dies entspricht einer operativen Marge von 25,7 Prozent (Vj. 26,1 Prozent).

Innerhalb des Segments Asien/Pazifik konnte Linde vor allem im On-site-Geschäft in China und Indien Umsatzzuwächse verzeichnen. Die Umsätze im Produktbereich Flaschengase lagen unter dem Vorjahresniveau. Das Geschäft mit Flüssiggasen entwickelte sich in diesem Segment recht positiv. In beiden Produktbereichen sind umsatzmindernde Effekte aufgrund der niedrigen Energiekosten zu berücksichtigen.

Im Raum Südpazifik haben das unverändert schwache wirtschaftliche Umfeld in der verarbeitenden Industrie sowie rückläufige Investitionen in der Bergbauindustrie das Wachstum beeinträchtigt. Insbesondere im für Australien wichtigen LPG-Geschäft bremsten niedrigere Energiekosten das Umsatzwachstum, da die Preisvorteile, die beschaffungsseitig erzielt werden konnten, in der Regel an den Kunden weitergegeben wurden. Des Weiteren wirkte sich auch in dieser Region die Beendigung von On-site-Verträgen umsatzmindernd aus.

In Quanzhou (China) konnte Linde im ersten Quartal 2015 die Luftzerlegungsanlage zur Versorgung von Fujian Refining & Petrochemical erfolgreich in Betrieb nehmen. Die Anlage wird von Fujian Linde-FPCL Gases Company Limited betrieben – einem Joint Venture von SINOPEC Fujian Petrochemical Company Limited und Linde – und verfügt über eine Produktionskapazität von 28.000 Nm3 Sauerstoff und 57.000 Nm3 Stickstoff pro Stunde. Die Erträge, die mit dieser Anlage generiert werden, fließen in der Ergebnisrechnung in das anteilige Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (at equity) ein.

Ebenfalls in China nahm im April 2015 eine weitere Luftzerlegungsanlage den Betrieb auf. Die Anlage verfügt über eine Kapazität von 87.500 Nm3 flüssigem Sauerstoff und 10.000 Nm3 flüssigem Stickstoff pro Stunde und wird Kunden in der Region Tianjin beliefern. Das Investitionsvolumen betrug rund 27 Mio. EUR.

Im Zuge der Verlängerung bestehender Versorgungsverträge mit dem Kraftwerksbetreiber SeeTec und mit Samsung Total Petrochemicals Co., Ltd. (STC) im Petrochemiecluster Seosan (Südkorea) konnte Linde seine Kapazitäten an diesem Standort erweitern. Im Berichtszeitraum wurde dort eine weitere Luftzerlegungsanlage erfolgreich in Betrieb genommen. Die Anlage produziert 20.000 Nm3 Sauerstoff und 40.000 Nm3 Stickstoff pro Stunde und liefert zudem Produkte für den regionalen Markt. Das Investitionsvolumen betrug rund 62 Mio. EUR.

In Taiwan nahm Linde im dritten Quartal eine Luftzerlegungsanlage planmäßig in Betrieb. Die Anlage versorgt Kunden aus der Halbeiterindustrie im Hsinchu Science Park mit 54.700 Nm3 Stickstoff pro Stunde. Das Investitionsvolumen der Anlage belief sich auf rund 28 Mio. EUR.

Amerika

Im Segment Amerika ist der Umsatz im Berichtszeitraum deutlich um 22,3 Prozent auf 3,878 Mrd. EUR (Vj. 3,172 Mrd. EUR) gestiegen. Auf vergleichbarer Basis lag das Umsatzplus bei 8,3 Prozent. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um 29,2 Prozent auf 977 Mio. EUR (Vj. 756 Mio. EUR). Die operative Marge erhöhte sich auf 25,2 Prozent (Vj. 23,8 Prozent).

Im Healthcare-Geschäft konnte Linde in Nordamerika aufgrund der wachsenden Anzahl von zu versorgenden Patienten deutliche Umsatzsteigerungen verzeichnen. Darüber hinaus passt Linde im Hinblick auf die regulären staatlichen Ausschreibungen seine Kostenstrukturen kontinuierlich an und erzielte daraus verstärkt positive Effekte.

Der Markt für Elektronik- und Spezialgase entwickelte sich ebenso wie das Geschäft mit Flüssig- und Flaschengasen positiv.

Am wichtigen Petrochemiestandort La Porte, Texas (USA) hat Linde im Berichtszeitraum eine große Luftzerlegungsanlage sowie einen neuen Vergaserstrang für seinen bestehenden Synthesegaskomplex in Betrieb genommen. Insgesamt hat Linde hierfür mehr als 200 Mio. USD investiert. Die neue Luftzerlegungsanlage ist die größte von Linde in den USA betriebene Anlage dieser Art.

Mit der neuen Vergasereinheit entstand zudem der weltweit größte erdgasbasierte Komplex zur Erzeugung und Weiterverarbeitung von Synthesegas. Linde verfügt damit im Raum Houston über einen vollintegrierten Standort zur Produktion von Luftgasen und Syngasprodukten. Mit dem Erweiterungsprojekt kann Linde seinen Petrochemiekunden in La Porte langfristig eine sichere Versorgung gewährleisten.

In den einzelnen Ländern Südamerikas haben sich die Rahmenbedingungen in 2015 weiterhin verhalten entwickelt. Die wirtschaftliche Situation der Region ist von einer hohen Inflation und niedrigem Wachstum geprägt. Dieses Umfeld hat auch die Geschäftsentwicklung von Linde gedämpft. Trotzdem konnte Linde auf vergleichbarer Basis in nahezu allen Produktbereichen leichte Zuwächse erzielen. In Brasilien entwickelte sich das Geschäft mit Flaschengasen jedoch rückläufig.

Produktbereiche

Wie in der Erläuterung zu den Segmenten beschrieben, haben sich die einzelnen Produktbereiche der Gases Division unterschiedlich entwickelt.

Im Healthcare-Geschäft konnte Linde den Umsatz in den ersten neun Monaten 2015 auf vergleichbarer Basis um 7,6 Prozent auf 2,715 Mrd. EUR (Vj. 2,523 Mrd. EUR) erhöhen und damit den größten Zuwachs erzielen. Insbesondere das Homecare-Geschäft in Nordamerika hat sich sehr gut entwickelt.

Im Produktbereich On-site ist der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 0,6 Prozent auf 2,900 Mrd. EUR (Vj. 2,918 Mrd. EUR) gesunken. Bereinigt um die Effekte aus der Beendigung von Verträgen lag der Umsatz in diesem Produktbereich um 2,4 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Das Geschäft mit Flüssiggasen entwickelte sich vergleichsweise stabil. Der Umsatz erhöhte sich hier leicht um 1,8 Prozent auf 2,708 Mrd. EUR (Vj. 2,660 Mrd. EUR). Im Produktbereich Flaschengase lag der Umsatz mit 3,064 Mrd. EUR auf vergleichbarer Basis um 0,3 Prozent über dem Vorjahresniveau (Vj. 3,055 Mrd. EUR). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass sich bei den Flüssig- und Flaschengasen die derzeit niedrigen Energiepreise insbesondere im LPG-Geschäft umsatzmindernd auswirkten. Positiv wirkte sich in diesen beiden Produktbereichen die Akquisition des LPG-Geschäfts von Wesfarmers Kleenheat Gas Pty Ltd aus. Bei den Flaschengasen ist außerdem zu berücksichtigen, dass der Wegfall der sogenannten CO2-Steuer in Australien ebenfalls zu geringeren Umsätzen geführt hat, da die Kosten für diese Abgabe bisher an den Kunden durchgereicht worden sind.

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Umsatz und operatives Ergebnis der Gases Division nach Segmenten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar bis September 2015

 

Januar bis September 2014

in Mio. €

 

Umsatz

 

Operatives Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

 

Umsatz

 

Operatives Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

EMEA

 

4.515

 

1.350

 

29,9

 

4.497

 

1.344

 

29,9

Asien/Pazifik

 

3.133

 

804

 

25,7

 

2.822

 

737

 

26,1

Amerika

 

3.878

 

977

 

25,2

 

3.172

 

756

 

23,8

Konsolidierung

 

–139

 

 

 

–93

 

 

Gases Division

 

11.387

 

3.131

 

27,5

 

10.398

 

2.837

 

27,3

  (XLS:) Download

Umsatz und operatives Ergebnis der Gases Division nach Segmenten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Quartal 2015

 

3. Quartal 2014

in Mio. €

 

Umsatz

 

Operatives Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

 

Umsatz

 

Operatives Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

EMEA

 

1.510

 

435

 

28,8

 

1.519

 

455

 

30,0

Asien/Pazifik

 

1.047

 

266

 

25,4

 

1.006

 

261

 

25,9

Amerika

 

1.326

 

339

 

25,6

 

1.077

 

258

 

24,0

Konsolidierung

 

–50

 

 

 

–29

 

 

Gases Division

 

3.833

 

1.040

 

27,1

 

3.573

 

974

 

27,3