Finanzen

Der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit entwickelte sich im Berichtszeitraum erneut sehr positiv und hat sich mit 2,390 Mrd. EUR (Vj. 1,888 Mrd. EUR) um 26,6 Prozent erhöht. Dabei ist zu beachten, dass Linde im Vorjahr eine Zahlung in Höhe von 300 Mio. EUR für die weitere Ausfinanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne in Deutschland geleistet hat. Angepasst um diesen Einmaleffekt lag der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit im Vorjahr bei 2,188 Mrd. EUR. Auf bereinigter Basis betrug der Anstieg 9,2 Prozent. Zu diesem Plus haben vor allem das gute operative Ergebnis aufgrund positiver Währungseffekte sowie geringere Auszahlungen für Ertragsteuern beigetragen. Die Veränderung des Working Capital belief sich per Ende September auf –185 Mio. EUR (Vj. –110 Mio. EUR). Dies ist im Wesentlichen auf geringere erhaltene Anzahlungen im Anlagenbau zurückzuführen. Die Auszahlungen für Ertragsteuern sanken aufgrund von zeitlichen Verschiebungen um 99 Mio. EUR auf 370 Mio. EUR (Vj. 469 Mio. EUR). Diese Effekte werden sich im Verlauf des verbleibenden Jahres weiterhin teilweise ausgleichen.

Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Finanzanlagen lagen mit 1,356 Mrd. EUR etwas unter dem Wert des Vorjahres (Vj. 1,449 Mrd. EUR). Die Auszahlungen für Investitionen in konsolidierte Unternehmen stiegen hingegen auf 109 Mio. EUR (Vj. 51 Mio. EUR). Davon betrafen 53 Mio. EUR den Erwerb der Vermögenswerte und Schulden des LPG- Geschäfts von Wesfarmers Kleenheat Gas Pty Ltd im Rahmen eines Asset Deal.

Der Erwerb von Wertpapieren zur kurzfristigen Geldanlage führte im Berichtszeitraum zu Auszahlungen in Höhe von 103 Mio. EUR (Vj. 551 Mio. EUR). Der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionstätigkeit reduzierte sich damit per Ende September von –1,757 Mrd. EUR um 358 Mio. EUR auf –1,399 Mrd. EUR. Der Free Cash Flow erreicht zum Stichtag einen Wert von 991 Mio. EUR (Vj. 131 Mio. EUR).

Innerhalb des Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit hat sich der Saldo aus der Aufnahme und Tilgung von Krediten von 710 Mio. EUR auf 11 Mio. EUR reduziert. Die Nettozinszahlungen lagen mit –273 Mio. EUR etwa auf Vorjahresniveau (Vj. –270 Mio. EUR). Der Zahlungsmittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich damit zum Stichtag auf 941 Mio. EUR (Vj. 200 Mio. EUR).

Die Bilanzsumme hat sich zum 30. September 2015 mit 34,673 Mrd. EUR im Vergleich zum 31. Dezember 2014 (34,425 Mrd. EUR) um 248 Mio. EUR (0,7 Prozent) erhöht. Nahezu alle Bilanzposten waren von Währungskurseffekten beeinflusst.

Der Geschäfts- oder Firmenwert betrug zum Stichtag 11,355 Mrd. EUR und lag damit um 2,7 Prozent über dem Vorjahr (31. Dezember 2014: 11,055 Mrd. EUR). Von dem Anstieg in Höhe von 300 Mio. EUR entfielen 254 Mio. EUR auf Währungskurseffekte und 46 Mio. EUR auf Zugänge aufgrund von Akquisitionen.

Die übrigen immateriellen Vermögenswerte, bestehend aus Kundenbeziehungen, Markennamen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten, haben sich im Vergleich zum 31. Dezember 2014 von 2,922 Mrd. EUR um 168 Mio. EUR auf 2,754 Mrd. EUR verringert. Dabei standen positiven Währungskurseffekten in Höhe von 32 Mio. EUR und Zugängen in Höhe von 41 Mio. EUR planmäßige Abschreibungen in Höhe von 242 Mio. EUR gegenüber.

Der Buchwert der Sachanlagen belief sich zum Stichtag auf 12,271 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 12,151 Mrd. EUR). Die Zugänge in Höhe von 1,233 Mrd. EUR wurden durch planmäßige Abschreibungen in Höhe von 1,165 Mrd. EUR nahezu ausgeglichen. Der Nettoanstieg von 120 Mio. EUR beinhaltet Währungskurseffekte in Höhe von 74 Mio. EUR.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich um 207 Mio. EUR von 3,061 Mrd. EUR auf 2,854 Mrd. EUR. Auch hier sind gegenläufige Effekte zu beachten: Der Forderungsabbau von 228 Mio. EUR wurde durch positive Währungskurseffekte in Höhe von 21 Mio. EUR teilweise kompensiert. Die Wertpapiere sind im Wesentlichen durch Zukäufe um 103 Mio. EUR auf 624 Mio. EUR gestiegen (31. Dezember 2014: 521 Mio. EUR).

Das Eigenkapital hat sich im Berichtszeitraum um 321 Mio. EUR erhöht und betrug zum Stichtag 14,588 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 14,267 Mrd. EUR). Dazu hat neben den positiven Währungskurseffekten das Ergebnis nach Steuern in Höhe von 937 Mio. EUR beigetragen. Die Auszahlung von Dividenden in Höhe von 660 Mio. EUR führte zu einem Rückgang des Eigenkapitals. Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag mit 42,1 Prozent über dem Wert zum 31. Dezember 2014 (41,4 Prozent).

Die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen haben sich zum 30. September 2015 um 98 Mio. EUR auf 1,363 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 1,265 Mrd. EUR) erhöht. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Veränderung der Marktbewertung des Planvermögens zurückzuführen. Die Pensionsrückstellungen des Linde Konzerns sind zu 82,5 Prozent (31. Dezember 2014: 84,9 Prozent) durch Vermögenswerte gedeckt.

Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus den Bruttofinanzschulden abzüglich der kurzfristigen Wertpapiere sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie beliefen sich zum 30. September 2015 auf 8,181 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 8,198 Mrd. EUR). Der Rückgang um 17 Mio. EUR resultiert aus verschiedenen teilweise gegenläufigen Effekten. So wirkte sich der gute Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit reduzierend auf die Nettofinanzschulden aus, wohingegen die Auszahlung von Dividenden in Höhe von 660 Mio. EUR sowie Währungskurs- und Bewertungseffekte in Höhe von 124 Mio. EUR zu einem Anstieg der Nettofinanzschulden führten.

Die Bruttofinanzschulden sind im Berichtszeitraum um 129 Mio. EUR auf 9,985 Mrd. EUR gestiegen (31. Dezember 2014: 9,856 Mrd. EUR). Von den Bruttofinanzschulden werden 1,742 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 1,294 Mrd. EUR) als kurzfristig ausgewiesen. Die übrigen Finanzschulden in Höhe von 8,243 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 8,562 Mrd. EUR) – und damit der deutlich überwiegende Teil – haben eine Laufzeit von mehr als einem Jahr und werden entsprechend als langfristige Finanzschulden ausgewiesen.

Unter Berücksichtigung der kurzfristigen Wertpapiere in Höhe von 624 Mio. EUR, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1,180 Mrd. EUR sowie der syndizierten Kreditfazilität über 2,5 Mrd. EUR errechnete sich per Ende September 2015 eine zur Verfügung stehende Liquidität in Höhe von 2,562 Mrd. EUR (31. Dezember 2014: 2,864 Mrd. EUR). Die Laufzeit der im Juli 2013 abgeschlossenen syndizierten Kreditfazilität über 2,5 Mrd. EUR wurde erneut erfolgreich um ein Jahr bis 2020 verlängert. Ursprünglich hatte die Kreditfazilität eine Laufzeit von fünf Jahren mit zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr (vorbehaltlich der Zustimmung der Kreditgeber). Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden im Verhältnis zu operativem Ergebnis der vergangenen zwölf Monate) lag mit dem Faktor 2,0 leicht unter dem Wert zum 31. Dezember 2014 von 2,1. Das sogenannte Gearing (Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital) verbesserte sich im Berichtszeitraum auf 56,1 Prozent (31. Dezember 2014: 57,5 Prozent).