Gases Division

Vor dem Hintergrund ungünstiger Währungskursveränderungen erreichte der Umsatz der Gases Division per Ende März 2014 mit 3,367 Mrd. EUR nicht ganz den Vorjahreswert (3,448 Mrd. EUR). Ohne die Wechselkurseffekte wäre der Umsatz um 3,9 Prozent gestiegen. Auf vergleichbarer Basis, also zusätzlich bereinigt um Verschiebungen bei den Erdgaspreisen, erzielte Linde in der Gases Division ein Umsatzplus von 3,1 Prozent. Darüber hinaus sind Preisanpassungen und Neuausschreibungen von Versorgungsverträgen im Healthcare-Geschäft zu berücksichtigen, welche die Umsatzentwicklung erwartungsgemäß belastet haben. Zusätzlich bereinigt um diese Faktoren hätte sich der Umsatz in der Gases Division um 4,1 Prozent erhöht.

Beim operativen Ergebnis hatte Linde im ersten Quartal 2014 einen Rückgang um 3,1 Prozent auf 913 Mio. EUR (Vj. 942 Mio. EUR) zu verzeichnen. Auch hier haben die Währungskursveränderungen die Entwicklung beeinträchtigt. Bereinigt um diese Einflüsse hätte sich das operative Ergebnis der Gases Division um 2,2 Prozent verbessert.

Die operative Marge blieb im Berichtszeitraum mit 27,1 Prozent (Vj. 27,3 Prozent) auf einem hohen Niveau annähernd stabil.

In den einzelnen Segmenten der Gases Division ist die Geschäftsentwicklung – den jeweiligen konjunkturellen Rahmenbedingungen entsprechend – unterschiedlich verlaufen.

EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika)

Im berichtspflichtigen Segment EMEA, dem größten Absatzmarkt des Unternehmens, lag der Umsatz in den ersten drei Monaten 2014 mit 1,467 Mrd. EUR etwas unter der Marke des Vorjahres (1,497 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis entspricht dies einem Umsatzplus von 1,2 Prozent. Das operative Ergebnis erreichte 429 Mio. EUR und damit fast den Vorjahreswert (430 Mio. EUR). Somit ist die operative Marge hier auf 29,2 Prozent (Vj. 28,7 Prozent) gestiegen.

In nahezu der gesamten Region EMEA entwickelte sich das On-site-Geschäft positiv. So erzielte Linde in diesem Bereich beispielsweise in Großbritannien und in Osteuropa überdurchschnittliche Wachstumsraten. Vor dem Hintergrund des nach wie vor verhaltenen Wirtschaftswachstums in der Eurozone lagen die Umsätze im Geschäft mit Flaschen- und Flüssiggasen auf dem Niveau des Vorjahres.

Im Produktbereich Healthcare wurde eine Reihe von Versorgungsverträgen neu ausgeschrieben, welche die Homecare-Aktivitäten betrafen, die Linde im April 2012 von Air Products übernommen hatte. Im Zuge der damit verbundenen Neuordnung von Versorgungsgebieten blieb der Umsatz im Healthcare-Geschäft im Segment EMEA erwartungsgemäß etwas unter dem Vorjahr. Wie im Kaufvertrag mit Air Products vereinbart worden war, erhält Linde dafür eine entsprechende Kompensationszahlung.

Im On-site-Geschäft profitierte Linde im Berichtszeitraum vom Hochlauf neuer Anlagen, vor allem in Osteuropa. So haben die Luftzerlegungs-Anlagen in Kaluga und Dscherschinsk (beide Russland), die im Auftrag von ZAO KNPEMZ beziehungsweise SIBUR errichtet worden waren, ihre volle Produktionskapazität erreicht. Gleiches gilt für die Luftzerlegungs-Anlage in Termirtau (Kasachstan), die Linde im März 2013 zur Versorgung von ArcelorMittal in Betrieb genommen hatte.

In Deutschland hat Linde im ersten Quartal 2014 die Weichen für den weiteren Geschäftsausbau im Produktbereich On-site gestellt: Im Februar schloss das Unternehmen mit Nynas AB, einem der Weltmarktführer für naphthenische Spezialöle (NSPs) und Bitumen, einen langfristigen Vertrag zur On-site-Versorgung mit Wasserstoff am Nynas-Raffineriestandort Hamburg. Zu diesem Zweck wird die Engineering Division des Linde Konzerns eine neue Dampfreformer-Anlage errichten; die damit verbundenen Investitionen belaufen sich auf rund 30 Mio. EUR. NSPs werden unter anderem bei der Reifenherstellung, bei Transformatoren, für Druckertinte, Industriegummi und Schmierstoffe verwendet. Die neue Wasserstoff-Anlage soll im vierten Quartal 2015 ihre Produktion aufnehmen und von Linde betrieben werden. Mit einer Kapazität von 400.000 Normkubikmeter Wasserstoff pro Tag wird sie auch die Versorgung weiterer Kunden im Hamburger Hafen ermöglichen.

Im zukunftsträchtigen Geschäft mit verflüssigtem Erdgas (LNG – Liquefied Natural Gas) hat Linde im Berichtszeitraum ebenfalls Fortschritte erzielt. Beispielsweise nahm das Unternehmen in Avonmouth bei Bristol (Großbritannien) eine neue Tankstation für LNG in Betrieb. Auftraggeber war hier die britische Supermarktkette Asda, die sich das Ziel gesetzt hat, die Emissionen ihrer Transportflotte bis 2015 um 60 Prozent zu senken. Die neue Tankstation versorgt 50 bivalente (LNG- und Diesel-betriebene) Lkw von Asda.

Am Standort Coega (Südafrika) hat Linde im ersten Quartal 2014 mit dem Bau einer neuen Luftzerlegungs-Anlage begonnen. Aus der neuen Anlage, die 150 Tonnen Flüssiggase pro Tag produzieren soll, wird das Unternehmen seine Kunden in der Region Eastern Cape mit Industrie- und medizinischen Gasen versorgen. Linde trägt mit diesem Projekt, dessen Investitionssumme 20 Mio. EUR beträgt, der gestiegenen Nachfrage in diesem Gebiet Rechnung. Die Fertigstellung der Anlage ist für das erste Quartal 2015 vorgesehen.

Asien/Pazifik

Im berichtspflichtigen Segment Asien/Pazifik wurde die Geschäftsentwicklung vor allem von ungünstigen Währungskurseffekten gebremst. In der Region Südpazifik haben zudem das unverändert schwache wirtschaftliche Umfeld in der verarbeitenden Industrie und rückläufige Investitionen in der Bergbauindustrie das Wachstum beeinträchtigt.

Unter diesen Rahmenbedingungen erreichte der Umsatz per Ende März 2014 im Segment Asien/Pazifik 870 Mio. EUR und lag damit um 6,0 Prozent unter dem Vorjahreswert (926 Mio. EUR). Auf vergleichbarer Basis ist der Umsatz um 4,6 Prozent gestiegen.

Das operative Ergebnis sank um 6,7 Prozent auf 224 Mio. EUR (Vj. 240 Mio. EUR). Dies entspricht einer operativen Marge von 25,7 Prozent (Vj. 25,9 Prozent).

Innerhalb des Segments hat sich das Geschäft in der Region Greater China mit einem annähernd zweistelligen Wachstum am besten entwickelt. Linde verzeichnete hier in allen Produktbereichen Volumensteigerungen. Gestützt durch den Hochlauf von Anlagen erhöhte sich der Umsatz im On-site-Geschäft besonders deutlich. So erreichten im ersten Quartal 2014 zum Beispiel die Anlagen zur Versorgung von Samsung Electronics im Suzhou Industriepark (Ostchina) ebenso ihre volle Produktionskapazität wie die Wasserstoff- und Synthesegas-Anlage, die Linde für Bayer in Caojing errichtet hatte, oder die Wasserstoff-Anlage im Jilin Chemical Industrial Park. An diesem Chemieverbundstandort beliefert Linde mehrere Kunden mit hochreinem Wasserstoff. Hierzu zählen die Produktionsstätten von Evonik Industries und Jishen.

Im Vergleich zur Region Greater China fiel die Nachfrage in Süd- und Ostasien in allen Produktbereichen verhaltener aus.

In Indien nahm Linde im ersten Quartal 2014 am Standort Rourkela zwei neue Luftzerlegungs-Anlagen in Betrieb. Das Unternehmen versorgt aus diesen Anlagen den Stahlhersteller Steel Authority of India (SAIL) mit Industriegasen.

Im Raum Südpazifik war der Geschäftsverlauf wie bereits in den Vorquartalen von Volumenrückgängen geprägt. Hier entwickelte sich die Wirtschaft außerhalb des Dienstleistungssektors weiterhin schwach.

In Glenbrook (Neuseeland) hat eine neue Luftzerlegungs-Anlage von Linde im Berichtszeitraum die Produktion gestartet. Linde bedient aus der Anlage das Stahlunternehmen New Zealand Steel und darüber hinaus den regionalen Markt. Das Investitionsvolumen für dieses Projekt belief sich auf umgerechnet rund 50 Mio. EUR.

Amerika

Im berichtspflichtigen Segment Amerika ist der Umsatz im ersten Quartal 2014 leicht um 0,6 Prozent auf 1,060 Mrd. EUR (Vj. 1,054 Mrd. EUR) gestiegen. Auf vergleichbarer Basis lag das Umsatzplus bei 4,3 Prozent.

Das operative Ergebnis verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent auf 260 Mio. EUR (Vj. 272 Mio. EUR). Die operative Marge sank somit auf 24,5 Prozent (Vj. 25,8 Prozent).

Beim Vergleich mit dem Vorjahr ist zu berücksichtigen, dass die im zweiten Halbjahr 2013 eingeleiteten staatlichen Ausschreibungen im Healthcare-Geschäft in Nordamerika zu Preisreduzierungen führten. Dies hat die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Quartalsvergleich in diesem Segment erwartungsgemäß beeinträchtigt. Linde hatte bereits im Vorfeld damit begonnen, seine Kostenstrukturen entsprechend anzupassen.

Darüber hinaus belasteten höhere Erdgaspreise sowie die in einigen Ländern Südamerikas herrschende Inflation die operative Marge. Ein Ertrag in Höhe von 26 Mio. EUR, den Linde im Berichtszeitraum von einem operativen Beteiligungsunternehmen erhielt, hat das Ergebnis im Segment Amerika positiv beeinflusst.

In Nordamerika konnte Linde im On-site-Geschäft und im Produktbereich Flüssiggase Zuwächse verzeichnen. Im Markt für Elektronikgase erzielte das Unternehmen ebenfalls Umsatzsteigerungen.

In Hammond (Indiana, USA) hat Linde im ersten Quartal 2014 eine Produktionsanlage für Spezialgase in Betrieb genommen. Aus der neuen Produktionsstätte, die eine bestehende Anlage für Industrie- und medizinische Gase komplettiert, werden unter anderem Kunden aus den Bereichen Lebensmittel, Pharmazie und Biotechnologie sowie Laboratorien und Universitäten versorgt. Mit der Erweiterung des Standorts in Hammond bestätigt das Unternehmen seine Strategie, den unterschiedlichsten Endkunden ein möglichst breites Portfolio qualitativ hochwertiger Produkte anbieten zu können.

In den einzelnen Ländern Südamerikas haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im ersten Quartal 2014 verschlechtert. Die meisten Staaten der Region werden von einer hohen Inflation und niedrigem Wachstum geprägt. Dieses Umfeld hat auch die Geschäftsentwicklung von Linde gebremst, insbesondere in den Bereichen Flaschen- und Flüssiggase.

Produktbereiche

Wie in der Erläuterung zu den berichtspflichtigen Segmenten beschrieben, haben sich die einzelnen Produktbereiche der Gases Division unterschiedlich entwickelt. Im On-site-Geschäft – bei der Vor-Ort-Versorgung von Großkunden – konnte Linde den Umsatz im ersten Quartal 2014 auf vergleichbarer Basis um 7,2 Prozent auf 928 Mio. EUR (Vj. 866 Mio. EUR) erhöhen und damit den größten Zuwachs erzielen.

Im Produktbereich Flüssiggase ist der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 4,1 Prozent auf 784 Mio. EUR (Vj. 753 Mio. EUR) gestiegen. Bei Flaschengasen lag der Umsatz mit 920 Mio. EUR auf vergleichbarer Basis leicht über dem Vorjahresniveau (917 Mio. EUR).

Im Produktbereich Healthcare erreichte der Umsatz in den ersten drei Monaten 735 Mio. EUR und damit einen Wert, der auf vergleichbarer Basis etwas höher ausgefallen ist als im Vorjahr (730 Mio. EUR). Hier hat die Neuausschreibung von Versorgungsverträgen die Entwicklung beeinträchtigt. Die damit verbundene Neuordnung von Versorgungsgebieten betraf in Europa die Homecare-Aktivitäten, die Linde im April 2012 von Air Products übernommen hatte. Wie im Kaufvertrag mit Air Products vereinbart worden war, erhält Linde dafür eine entsprechende Kompensationszahlung. In Nordamerika führten die im zweiten Halbjahr 2013 eingeleiteten staatlichen Ausschreibungen zu Preisreduzierungen im Healthcare-Markt. Bereinigt um diese Einflussfaktoren wäre das Healthcare-Geschäft von Linde im ersten Quartal 2014 um 5,3 Prozent gewachsen.

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Umsatz und operatives Ergebnis der Gases Division nach berichtspflichtigen Segmenten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar bis März 2014

 

Januar bis März 2013

in Mio. €

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

EMEA

 

1.467

 

429

 

29,2

 

1.497

 

430

 

28,7

Asien/Pazifik

 

870

 

224

 

25,7

 

926

 

240

 

25,9

Amerika

 

1.060

 

260

 

24,5

 

1.054

 

272

 

25,8

Konsolidierung

 

−30

 

 

 

 

 

−29

 

 

 

 

Gases Division

 

3.367

 

913

 

27,1

 

3.448

 

942

 

27,3