Finanzen

Der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit betrug zum Stichtag 722 Mio. EUR. Dabei ist zu beachten, dass Linde im Berichtszeitraum eine Zahlung in Höhe von 300 Mio. EUR für die weitere Ausfinanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne in Deutschland geleistet hat. Bereinigt um diesen Einmaleffekt lag der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit bei 1,022 Mrd. EUR und damit um 170 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 1,192 Mrd. EUR. Die Veränderung des Working Capital belief sich per Ende Juni auf −344 Mio. EUR (Vj. −287 Mio. EUR). Der Anstieg resultiert hauptsächlich aus geringeren erhaltenen Anzahlungen im Anlagenbaugeschäft. Die Auszahlungen für Ertragsteuern stiegen im Berichtszeitraum von 309 Mio. EUR auf 342 Mio. EUR. Der Vorjahreswert war aufgrund von Einmaleffekten positiv beeinflusst.

Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Finanzanlagen summierten sich auf 964 Mio. EUR (Vj. 1,018 Mrd. EUR). Die Auszahlungen für Investitionen in konsolidierte Unternehmen betrugen 35 Mio. EUR (Vj. 84 Mio. EUR).

Der Saldo aus dem Erwerb und dem Verkauf von Wertpapieren führte im ersten Halbjahr 2014 zu Auszahlungen in Höhe von 153 Mio. EUR (Vj. Einzahlungen in Höhe von 231 Mio. EUR). Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit veränderte sich somit per Ende Juni um 197 Mio. EUR auf −1,006 Mrd. EUR (Vj. −809 Mio. EUR).

Innerhalb des Cash Flows aus Finanzierungstätigkeit hat sich der Saldo aus der Aufnahme und der Tilgung von Krediten im Berichtszeitraum von 268 Mio. EUR auf 981 Mio. EUR verändert. Dabei ist neben der Aufnahme einer Anleihe in Höhe von 300 Mio. EUR für die Ausfinanzierung der Pensionspläne in Deutschland auch der Anstieg der Commercial Paper zu berücksichtigen. Die Nettozinszahlungen sind von −202 Mio. EUR auf −177 Mio. EUR gesunken. Der Zahlungsmittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich damit zum Stichtag auf 203 Mio. EUR (Vj. −422 Mio. EUR).

Zum 30. Juni 2014 betrug die Bilanzsumme 33,074 Mrd. EUR (31. Dezember 2013: 32,749 Mrd. EUR).

Der Geschäfts- oder Firmenwert erhöhte sich im Berichtszeitraum von 10,395 Mrd. EUR um 113 Mio. EUR auf 10,508 Mrd. EUR. Dieser Zuwachs resultierte hauptsächlich aus Währungseffekten. Die im Berichtszeitraum getätigten Akquisitionen führten zu einem Anstieg des Geschäfts- oder Firmenwerts um 34 Mio. EUR.

Die übrigen immateriellen Vermögenswerte, bestehend aus Kundenbeziehungen, Markennamen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten, sind im Vergleich zum 31. Dezember 2013 von 3,076 Mrd. EUR um 111 Mio. EUR auf 2,965 Mrd. EUR gesunken. Grund für den Rückgang sind im Wesentlichen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 163 Mio. EUR.

Der Buchwert der Sachanlagen erreichte zum Stichtag 11,521 Mrd. EUR (31. Dezember 2013: 11,384 Mrd. EUR). Hier standen den Zugängen in Höhe von 796 Mio. EUR planmäßige Abschreibungseffekte in Höhe von 659 Mio. EUR gegenüber.

Innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte sind die Wertpapiere – hauptsächlich durch Zukäufe – um 153 Mio. EUR auf 323 Mio. EUR gestiegen (31. Dezember 2013: 170 Mio. EUR).

Das Eigenkapital lag mit 13,480 Mrd. EUR leicht unter dem Wert zum 31. Dezember 2013 (13,586 Mrd. EUR). Dabei sind vor allem die folgenden Effekte zu berücksichtigen: Das Ergebnis nach Steuern in Höhe von 680 Mio. EUR hat zu einem Anstieg des Eigenkapitals beigetragen. Die Auszahlung der Dividende in Höhe von 589 Mio. EUR führte zu einem Rückgang des Eigenkapitals. Des Weiteren wirkte sich das sonstige Ergebnis eigenkapitalmindernd aus. Es belief sich – unter anderem aufgrund der Veränderung von versicherungsmathematischen Annahmen – zum Stichtag auf −204 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote betrug zum Stichtag 40,8 Prozent (31. Dezember 2013: 41,5 Prozent). Die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sind zum 30. Juni 2014 um 169 Mio. EUR auf 858 Mio. EUR gesunken (31. Dezember 2013: 1,027 Mrd. EUR). Die Dotierung der Pensionspläne in Deutschland führte zu einem Anstieg des Planvermögens und somit zu einer Verringerung der Pensionsrückstellung. Dieser Effekt wurde jedoch durch die Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen teilweise kompensiert.

Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus den Bruttofinanzschulden abzüglich der kurzfristigen Wertpapiere sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie summierten sich zum Stichtag auf 9,182 Mrd. EUR und lagen damit um 953 Mio. EUR über dem Wert zum 31. Dezember 2013 (8,229 Mrd. EUR).

Die Bruttofinanzschulden sind im Berichtszeitraum um 1,010 Mrd. EUR auf 10,587 Mrd. EUR gestiegen (31. Dezember 2013: 9,577 Mrd. EUR). Die Zunahme resultierte in erster Linie aus der Erhöhung des Bestands an Commercial Paper um 672 Mio. EUR auf 753 Mio. EUR. Darüber hinaus hat Linde eine Anleihe in Höhe von 300 Mio. EUR begeben, die für die Ausfinanzierung der Pensionspläne in Deutschland eingesetzt wurde. Die Anleihe wurde unter dem 10-Mrd.-EUR-Debt-Issuance-Programme platziert und hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Sie ist mit einem Kupon von 1,875 Prozent ausgestattet und wurde zu 40 Basispunkten über Euro-MidSwap emittiert.

Von den Bruttofinanzschulden werden 1,787 Mrd. EUR (31. Dezember 2013: 1,161 Mrd. EUR) als kurzfristige Finanzschulden ausgewiesen. Die übrigen Finanzschulden in Höhe von 8,800 Mrd. EUR (31. Dezember 2013: 8,416 Mrd. EUR) – und damit der deutlich überwiegende Teil – haben eine Laufzeit von mehr als einem Jahr und werden entsprechend als langfristige Finanzschulden klassifiziert.

Unter Berücksichtigung der kurzfristigen Wertpapiere in Höhe von 323 Mio. EUR, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1,082 Mrd. EUR sowie der syndizierten Kreditfazilität über 2,5 Mrd. EUR betrug die zum Stichtag zur Verfügung stehende Liquidität 2,118 Mrd. EUR (31. Dezember 2013: 2,687 Mrd. EUR). Die im Juli 2013 abgeschlossene syndizierte Kreditfazilität hatte ursprünglich eine Laufzeit von fünf Jahren mit zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr (vorbehaltlich der Zustimmung der Kreditgeber). Im Berichtszeitraum hat Linde die Laufzeit der Fazilität erfolgreich bis 2019 verlängert. Damit verbleibt eine einjährige Verlängerungsoption.

Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden im Verhältnis zum operativen Ergebnis der vergangenen zwölf Monate) lag zum Stichtag bei 2,4 – und damit aufgrund der Dividendenauszahlung im Mai des laufenden Jahres und des Einmaleffekts aus der Ausfinanzierung der Pensionspläne erwartungsgemäß über dem Wert zum 31. Dezember 2013 (2,1). Bereinigt um den Einmaleffekt errechnet sich ein dynamischer Verschuldungsgrad von 2,3. Zum Vergleich: Der Faktor zum 30. Juni des Vorjahres lag ebenfalls bei 2,3.

Wie erwartet erhöhte sich das sogenannte Gearing (Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital) im ersten Halbjahr 2014 und betrug zum Stichtag 68,1 Prozent (31. Dezember 2013: 60,6 Prozent).

Am 16. Juni 2014 hat die internationale Rating-Agentur Moody’s die Bewertung der Bonität von Linde von A3 auf A2 angehoben. Das stabile Geschäftsmodell und die gute Finanzstruktur des Konzerns waren die ausschlaggebenden Kriterien für diese Einstufung.