Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im Verlauf des Berichtszeitraums weiter abgeschwächt. Entsprechend wurden die Schätzungen für die Entwicklung des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und die weltweite Industrieproduktion (IP) jüngst nach unten korrigiert. Das internationale Prognoseinstitut The Economist Intelligence Unit Ltd. (EIU)1 rechnet für das Gesamtjahr 2014 jetzt mit einem Anstieg des globalen BIP um 2,6 Prozent (H1-Bericht: 2,8 Prozent). Im Vorjahr hatte sich die weltweite Wirtschaftsleistung um 2,3 Prozent erhöht. Bei der globalen Industrieproduktion geht das EIU für das Gesamtjahr 2014 derzeit noch von einem Plus von 3,1 Prozent aus (H1-Bericht: 3,3 Prozent). Im Vorjahr war das weltweite IP um 1,4 Prozent gestiegen.

Als wichtigster Treiber für die weltweite Konjunkturentwicklung in den kommenden Jahren gilt unverändert das strukturelle Wachstum in den aufstrebenden Volkswirtschaften. Daneben dürften die Bereiche Energie, Umwelt und Gesundheit langfristig für die größten Wachstumsimpulse sorgen.

Gleichzeitig haben sich die Risiken für die Weltwirtschaft – vor allem durch die Zunahme geopolitischer Krisen – erhöht. Zudem könnten die immer noch beträchtlichen Staatsdefizite in großen Volkswirtschaften oder die in vielen Industrieländern nach wir vor hohe Arbeitslosigkeit bremsend wirken.

Für das laufende Jahr 2014 erwarten die Konjunkturexperten für die einzelnen Regionen der Welt weiterhin unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeiten.

Die größte wirtschaftliche Dynamik dürfte erneut im Raum Asien/Pazifik zu verzeichnen sein. Das EIU beziffert den BIP-Anstieg hier für das Gesamtjahr 2014 auf 5,8 Prozent (H1-Bericht: 5,7 Prozent). Mit einem geschätzten BIP-Plus von 7,5 Prozent gilt China abermals als Motor dieser Entwicklung. Für Indien prognostizieren die Konjunkturforscher ebenfalls ein überdurchschnittliches Wachstum: Hier wird die Wirtschaftsleistung nach EIU-Schätzungen um 6,0 Prozent zulegen. Für Australien rechnet das Institut mit einer BIP-Erhöhung um 2,8 Prozent. Dieser Anstieg wird allerdings primär aus dem Ausbau des Dienstleistungssektors resultieren, während für die verarbeitende Industrie nach wie vor ein schwächeres wirtschaftliches Umfeld vorhergesagt wird. Zudem ist in der Bergbauindustrie weiterhin von rückläufigen Investitionen auszugehen.

In der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika)wird die Wirtschaft deutlich langsamer wachsen als im Raum Asien/Pazifik. Für die gesamte Region erwarten die Konjunkturforscher im Jahr 2014 lediglich noch einen leichten Anstieg des BIP um 1,6 Prozent (H1-Bericht: 1,8 Prozent).

Auch für die Eurozone wurden die Prognosen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 nach unten angepasst: Hier rechnet das EIU nur noch mit einer Steigerung der Wirtschaftsleistung um 0,8 Prozent (H1-Bericht: 1,1 Prozent). In Deutschland hat sich das Konjunkturklima ebenfalls verschlechtert – hier erwarten die Wirtschaftsforscher jetzt ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent (H1-Bericht: 2,0 Prozent). Für Osteuropa wurden die Schätzungen vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts weiter gesenkt. In dieser Region dürfte das BIP nach jüngsten EIU-Zahlen im Jahr 2014 lediglich noch um 1,2 Prozent zulegen (H1-Bericht: 1,5 Prozent). Für den Mittleren Osten und für Afrika sagen die Experten für das laufende Jahr nach wie vor robuste Wachstumsraten von 4,2 Prozent bzw. 4,0 Prozent voraus. Für Südafrika – größter Markt des Kontinents für Linde – wurden die Konjunkturprognosen allerdings ebenfalls nach unten korrigiert.

Der aktuelle Ausblick zur wirtschaftlichen Entwicklung der Gesamtregion Amerika fällt weniger positiv aus als noch zum Ende des ersten Halbjahres. Das EIU erwartet für das Jahr 2014 hier nur noch ein BIP-Plus von 2,0 Prozent (H1-Bericht: 2,2 Prozent). Während für die USA unverändert ein Wachstum von 2,2 Prozent prognostiziert wird, rechnen die Konjunkturforscher für Südamerika in diesem Jahr lediglich noch mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,8 Prozent (H1-Bericht: 1,7 Prozent).

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