Prognosebericht

Konzern

Die Aussichten für die globale Konjunkturentwicklung haben sich im Verlauf des Berichtszeitraums eingetrübt. Dennoch gehen die Experten nach wie vor davon aus, dass die Weltwirtschaft im laufenden Jahr 2014 etwas stärker wachsen wird als im Vorjahr. Das internationale Prognoseinstitut The Economist Intelligence Unit Ltd. (EIU) rechnet derzeit damit, dass sich das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2014 um 2,6 Prozent (H1-Bericht: 2,8 Prozent) erhöhen wird. Bei der globalen Industrieproduktion (IP) sagt das EIU für das Gesamtjahr 2014 aktuell ein Plus von 3,1 Prozent voraus (H1-Bericht: 3,3 Prozent).

Die Unsicherheiten über die mittelfristige wirtschaftliche Entwicklung haben jüngst zugenommen. Einige Forschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für die Jahre 2015 und darüber hinaus – insbesondere aufgrund der vielfältigen geopolitischen Krisen – bereits reduziert. Einen großen Einfluss auf die makroökonomische Entwicklung dürfte auch weiterhin die hohe Staatsverschuldung in wichtigen Volkswirtschaften haben. Zudem könnten Währungskursschwankungen oder die in vielen Industrieländern hohe Arbeitslosigkeit die globale Wirtschaft belasten.

Linde geht dennoch davon aus, seine vergleichsweise stabile Geschäftsentwicklung weiter fortsetzen zu können. Auf der Grundlage der aktuellen Konjunkturschätzungen sowie bereinigt um Wechselkurseffekte rechnet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2014 beim Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr mit einem soliden Wachstum. Beim operativen Konzernergebnis erwartet Linde im Geschäftsjahr 2014 nun, bereinigt um Währungskursveränderungen und Sondereinflüsse1, einen Wert auf dem Niveau des Vorjahres zu erzielen. Die Sondereinflüsse enthalten die per Ende September erfassten außerplanmäßigen Abschreibungen und betreffen zudem künftige noch zu erfassende Aufwendungen im Zusammenhang mit strukturellen und organisatorischen Maßnahmen zur weiteren Steigerung der Effizienz in der Gases Division.

Bei der Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed = ROCE) wird Linde im Geschäftsjahr 2014 wegen der beschriebenen Sondereinflüsse den ursprünglich angestrebten Wert von rund 10 Prozent (berichteter ROCE) nicht mehr erreichen können.

Linde wird seine auf ertragsorientiertes und nachhaltiges Wachstum ausgerichtete Strategie weiter fortsetzen. Das Unternehmen erwartet, auch in den kommenden Jahren von den Wachstumsfeldern Energie und Umwelt, Gesundheit sowie von der dynamischen Entwicklung in den aufstrebenden Volkswirtschaften profitieren zu können.

Für das Geschäftsjahr 2016 hatte Linde sich das Ziel gesetzt, ein operatives Konzernergebnis von mindestens 5 Mrd. EUR und eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von rund 13 Prozent (berichteter ROCE) bzw. rund 14 Prozent (angepasster ROCE2) zu erreichen.

Die Mittelfristziele basierten auf der Annahme, dass es bei den Wechselkursverhältnissen im Vergleich zum Jahresende 2012 – dem Zeitpunkt der Formulierung des mittelfristigen Ausblicks – nicht zu deutlichen Verschiebungen kommt. Seitdem haben sich die Wechselkursverhältnisse signifikant geändert und für Linde ungünstig entwickelt. Sollten sich die Währungsrelationen auch in den kommenden Jahren ähnlich gestalten wie zuletzt, würde dies das operative Konzernergebnis im Jahr 2016 um rund 400 Mio. EUR verringern und könnte zudem auch den ROCE-Wert beeinträchtigen.

Zudem erfolgte die ursprüngliche Definition der Mittelfristziele in der Erwartung, dass die Weltwirtschaft im Planungszeitraum 2013 bis 2016 dynamisch wachsen wird. Diese Einschätzung kann mit Blick auf das derzeitige konjunkturelle Umfeld nicht mehr als gesichert gelten. Trotz dieser Rahmenbedingungen strebt Linde die gesetzten Zielmarken weiterhin an und ergreift dazu weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und prüft auch etwaige Portfoliooptimierungen. Sollte sich das globale Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren jedoch weiterhin nur verhalten entwickeln – was derzeit anzunehmen ist –, geht das Unternehmen davon aus, sein mittelfristiges operatives Ergebnisziel erst im Jahr 2017 erreichen zu können. Je nach Konjunkturverlauf würde Linde auf der Grundlage der aktuellen Wechselkursverhältnisse dann damit rechnen, ein operatives Konzernergebnis von 4,5 Mrd. EUR bis 4,7 Mrd. EUR und einen berichteten ROCE von 11 Prozent bis 12 Prozent zu erzielen.

1 Sondereinflüsse sind solche Einflüsse, die aufgrund ihrer Art, ihrer Häufigkeit und/oder ihres Umfangs geeignet sind, die Aussagekraft der finanziellen Kennzahlen über die Nachhaltigkeit der Ertragskraft der Linde Group am Kapitalmarkt zu beeinträchtigen.
2
Angepasst um die Abschreibungen auf die im Zuge der BOC-Kaufpreisallokation aufgedeckten stillen Reserven.

Ausblick – Gases Division

Die jüngsten Konjunkturprognosen deuten darauf hin, dass der weltweite Gasemarkt im laufenden Jahr 2014 etwas stärker wachsen wird als im Vorjahr, allerdings weniger dynamisch als zu Beginn des Jahres erwartet worden war. Die grundsätzliche Zielsetzung von Linde im Gasegeschäft gilt nach wie vor: Das Unternehmen will sich besser entwickeln als der Markt und seine Produktivität weiter erhöhen.

Im On-site-Geschäft verfügt Linde über eine gut gefüllte Projekt-Pipeline, die im Geschäftsjahr 2014 und verstärkt in den kommenden Jahren zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung beitragen wird. In den Produktbereichen Flüssig- und Flaschengase prognostiziert das Unternehmen einen Geschäftsverlauf, der den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entspricht. Im Produktbereich Healthcare ist mit einem stabilen Wachstum zu rechnen.

Vor diesem Hintergrund erwartet Linde in der Gases Division für das Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr – bereinigt um Währungskurseffekte – unverändert einen moderaten Umsatzanstieg. Beim operativen Ergebnis geht das Unternehmen jetzt davon aus, bereinigt um Währungskurseffekte und Sondereinflüsse eine leichte Verbesserung zu erzielen.

Ausblick – Engineering Division

Im internationalen Großanlagenbau ist im laufenden Jahr 2014 mit einem vergleichsweise stabilen Marktumfeld zu rechnen. Linde ist in den Produktbereichen Olefin-Anlagen, Erdgas-Anlagen, Luftzerlegungs-Anlagen sowie Wasserstoff- und Synthesegas-Anlagen gut positioniert und kann zudem auf einen hohen Auftragsbestand zurückgreifen.

Linde erwartet unverändert, in der Engineering Division im Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr ein solides Umsatzwachstum zu erzielen. Bei der operativen Marge geht das Unternehmen davon aus, einen Wert von rund 10 Prozent zu erreichen.