Gases Division

Aufgrund ungünstiger Währungskursveränderungen erreichte der Umsatz der Gases Division per Ende September 2014 mit 10,398 Mrd. EUR nicht ganz das Niveau des Vorjahres (10,510 Mrd. EUR). Ohne diese Effekte wäre der Umsatz um 3,3 Prozent gestiegen. Auf vergleichbarer Basis, also zusätzlich bereinigt um Verschiebungen bei den Erdgaspreisen, betrug das Umsatzplus im Gasegeschäft 3,1 Prozent.

Beim operativen Ergebnis der Gases Division hatte Linde im Berichtszeitraum einen Rückgang um 2,6 Prozent auf 2,837 Mrd. EUR (Vj. 2,913 Mrd. EUR) zu verzeichnen. Maßgeblich für diese Entwicklung waren ebenfalls die veränderten Währungskursverhältnisse. Bereinigt um diese Einflüsse hätte sich das operative Ergebnis um 1,1 Prozent verbessert.

Die operative Marge erreichte im Gasegeschäft 27,3 Prozent (Vj. 27,7 Prozent).

In den einzelnen Segmenten der Gases Division ist die Geschäftsentwicklung – den jeweiligen konjunkturellen Rahmenbedingungen entsprechend – unterschiedlich verlaufen.

EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika)

Im berichtspflichtigen Segment EMEA, dem größten Absatzmarkt von Linde, erzielte das Unternehmen per Ende September 2014 einen Umsatz von 4,497 Mrd. EUR (Vj. 4,569 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis entspricht dies einer leichten Steigerung um 0,8 Prozent. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 2,3 Prozent auf 1,344 Mrd. EUR (Vj. 1,314 Mrd. EUR). Die operative Marge ist im Segment EMEA auf 29,9 Prozent (Vj. 28,8 Prozent) gestiegen. Dazu trugen auch Erlöse aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten bei.

Im On-site-Geschäft erzielte Linde im Mittleren Osten zweistellige Wachstumsraten. In Kontinentaleuropa wurde der Geschäftsverlauf in diesem Produktbereich im Berichtszeitraum hingegen durch den reparaturbedingten Stillstand einer Wasserstoff-Anlage in Italien vorübergehend beeinträchtigt.

Vor dem Hintergrund des nach wie vor verhaltenen Wirtschaftswachstums in der Eurozone lagen die Umsätze im Geschäft mit Flaschen- und Flüssiggasen in der Region EMEA lediglich geringfügig über dem Niveau des Vorjahres. In Afrika wurde die Geschäftsentwicklung durch das im Zuge von Streiks schwächere wirtschaftliche Umfeld in Südafrika beeinflusst.

Im Produktbereich Healthcare wurde eine Reihe von Versorgungsverträgen neu ausgeschrieben, welche die Homecare-Aktivitäten betrafen, die Linde im April 2012 von Air Products übernommen hatte. Im Zuge der damit verbundenen Neuordnung von Versorgungsgebieten blieb der Umsatz im Healthcare-Geschäft im Segment EMEA erwartungsgemäß etwas unter dem Vorjahr. Wie im Kaufvertrag mit Air Products vereinbart worden war, erhielt Linde im dritten Quartal 2014 dafür eine entsprechende Kompensationszahlung.

Im On-site-Geschäft profitierte Linde im Berichtszeitraum vom Hochlauf neuer Anlagen, vor allem in Osteuropa. So haben die Luftzerlegungs-Anlagen in Kaluga und Dscherschinsk (beide Russland), die im Auftrag von ZAO KNPEMZ bzw. SIBUR errichtet worden waren, ihre Produktionskapazität weiter gesteigert. Gleiches gilt für die Luftzerlegungs-Anlage in Temirtau (Kasachstan), die Linde im März 2013 zur Versorgung von ArcelorMittal in Betrieb genommen hatte.

In Ploiesti (Rumänien) nahm im zweiten Quartal 2014 eine Synthesegas-Anlage ihre Produktion auf, die Linde im Auftrag von OMV errichtet hatte. Linde versorgt aus der Anlage eine OMV-Raffinerie mit Wasserstoff und Kohlenmonoxid.

Ebenfalls im zweiten Quartal startete Linde den Betrieb einer Luftzerlegungs-Anlage in Mo i Rana (Norwegen). Von diesem Standort aus versorgt Linde das Stahlunternehmen Celsa und liefert zudem Produkte für den regionalen Markt.

Linde baut das On-site-Geschäft in der Region EMEA weiter aus und hat im dritten Quartal 2014 mit dem Stahlkonzern ArcelorMittal einen langfristigen Vertrag zur Sauerstoff- und Stickstoffversorgung des ArcelorMittal-Werks am Standort Eisenhüttenstadt (Deutschland) geschlossen. Die Vereinbarung umfasst den Bau einer neuen Luftzerlegungs-Anlage. Das Investitionsvolumen beträgt rund 85 Mio. EUR. Die Engineering Division von Linde verantwortet die Errichtung der Anlage, die auch Flüssigprodukte für den regionalen Markt bereitstellen wird. Der Produktionsstart ist für 2017 vorgesehen. Siehe Engineering Division. Mit diesem Projekt stärkt Linde seine Marktposition im Bereich der Sauerstoffversorgung für den Stahlsektor weiter.

Im zweiten Quartal 2014 unterzeichnete Linde mit dem finnischen Mineralölunternehmen Neste Oil einen langfristigen Vertrag zur Wasserstoffversorgung. Im Rahmen des Projekts wird die Engineering Division von Linde eine neue Wasserstoff-Anlage für die Raffinerie von Neste Oil am Standort Porvoo (Finnland) errichten. Die beiderseitigen Investitionen betragen insgesamt rund 100 Mio. EUR. Die Anlage soll im Jahr 2016 ihre Produktion aufnehmen. Siehe Engineering Division.

Im Februar 2014 hatte Linde mit Nynas AB, einem der Weltmarktführer für naphthenische Spezialöle (NSPs) und Bitumen, einen langfristigen Vertrag zur On-site-Versorgung mit Wasserstoff am Nynas-Raffineriestandort Hamburg unterzeichnet. Zu diesem Zweck wird die Engineering Division des Linde Konzerns eine neue Dampfreformer-Anlage errichten; die damit verbundenen Investitionen der Gases Division belaufen sich auf rund 30 Mio. EUR. NSPs werden unter anderem bei der Reifenherstellung, bei Transformatoren, für Druckertinte, Industriegummi und Schmierstoffe verwendet. Die neue Wasserstoff-Anlage soll im vierten Quartal 2015 ihre Produktion aufnehmen und von Linde betrieben werden. Mit einer Kapazität von 400.000 Normkubikmeter Wasserstoff pro Tag wird sie auch die Versorgung weiterer Kunden im Hamburger Hafen ermöglichen.

Linde erweitert sein europäisches Versorgungsnetz für CO2 kontinuierlich. Das Unternehmen nahm im dritten Quartal 2014 zwei CO2-Reinigungs- und Verflüssigungsanlagen in Salamanca (Spanien) und in Norrköping (Schweden) in Betrieb. Bei beiden Projekten nutzt Linde jeweils Roh-CO2, das bei der Produktion von Bioethanol anfällt.

Linde setzt sich weiterhin dafür ein, Wasserstoff als umweltverträglichen Kraftstoff zu etablieren, und hat im dritten Quartal 2014 in Wien (Österreich) die weltweit erste Kleinserienfertigung für Wasserstofftankstellen in Betrieb genommen. Das Unternehmen verfügt damit über die nötige Flexibilität, um die wachsende Nachfrage in den unterschiedlichen Märkten zu bedienen. Zeitgleich zur Eröffnung der Kleinserienfertigung unterzeichnete Linde mit der Iwatani Corporation (Japan) einen Rahmenvertrag über die Lieferung von 28 Einheiten.

Im zukunftsträchtigen Geschäft mit verflüssigtem Erdgas (LNG – Liquefied Natural Gas) hat Linde im Berichtszeitraum ebenfalls Fortschritte erzielt. Beispielsweise nahm das Unternehmen in Avonmouth bei Bristol (Großbritannien) eine neue Tankstation für LNG in Betrieb. Auftraggeber war hier die britische Supermarktkette Asda, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Emissionen ihrer Transportflotte bis 2015 um 60 Prozent zu senken. Die neue Tankstation versorgt 50 bivalente (LNG- und dieselbetriebene) Lkw von Asda.

Am Standort Coega (Südafrika) hat Linde im ersten Quartal 2014 mit dem Bau einer neuen Luftzerlegungs-Anlage begonnen. Aus der neuen Anlage, die 150 Tonnen Flüssiggase pro Tag produzieren soll, wird das Unternehmen seine Kunden in der Region Eastern Cape mit Industrie- und medizinischen Gasen versorgen. Linde trägt mit diesem Projekt, dessen Investitionssumme 20 Mio. EUR beträgt, der gestiegenen Nachfrage in diesem Gebiet Rechnung. Die Fertigstellung der Anlage ist für das erste Quartal 2015 vorgesehen.

Asien/Pazifik

Im berichtspflichtigen Segment Asien/Pazifik wurde die Geschäftsentwicklung vor allem durch ungünstige Währungskurseffekte gebremst. In der Region Südpazifik haben zudem das unverändert schwache wirtschaftliche Umfeld in der verarbeitenden Industrie und rückläufige Investitionen in der Bergbauindustrie das Wachstum beeinträchtigt.

In China hat Linde im dritten Quartal eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 100 Mio. EUR auf Teile eines Anlagenkomplexes im Chemiepark Chongqing vorgenommen, den das Unternehmen gemeinsam mit der Chongqing Chemical & Pharmaceutical Holding Group Company (CCPHC) zur Versorgung verschiedener Industriekunden gebaut hat. Die Maßnahme wurde durch eine Änderung des strukturellen Aufbaus des Verbundstandorts notwendig, die sowohl das verfügbare Rohgas als Einsatzstoff wie auch die Abnahmevolumina des Anlagenkomplexes beeinflusste.

Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen in einem Teilgebiet der Region Süd- und Ostasien sowie in Australien hat Linde im Berichtszeitraum darüber hinaus außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 29 Mio. EUR gebucht.

Die beschriebenen Maßnahmen werden als Sondereinflüsse ausgewiesen.

Per Ende September erreichte der Umsatz im Segment Asien/Pazifik 2,822 Mrd. EUR und damit annähernd den Vorjahreswert (2,843 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis hat Linde hier ein Umsatzplus von 5,4 Prozent erzielen können.

Das operative Ergebnis sank leicht um 1,3 Prozent auf 737 Mio. EUR (Vj. 747 Mio. EUR). Die operative Marge blieb mit 26,1 Prozent (Vj. 26,3 Prozent) nahezu stabil. Damit ist es Linde auch in dieser Region gelungen, eine hohe Profitabilität zu wahren.

Innerhalb des Segments Asien/Pazifik hat sich das Geschäft in der Region Greater China am besten entwickelt. Gestützt durch Volumensteigerungen in allen Produktbereichen konnte Linde hier ein zweistelliges Umsatzplus verzeichnen. Im On-site-Geschäft profitierte Linde vom Hochlauf neuer Anlagen. Dazu zählten zum Beispiel die Anlagen zur Versorgung von Samsung Electronics im Industriepark Suzhou (Ostchina), die Wasserstoff- und Synthesegas-Anlage, die Linde für Bayer in Caojing errichtet hatte, oder die Wasserstoff-Anlage im Jilin Chemical Industrial Park. An diesem Chemieverbundstandort beliefert Linde mehrere Kunden mit hochreinem Wasserstoff. Hierzu gehören die Produktionsstätten von Evonik Industries und Jishen.

In Süd- und Ostasien ist das Gasegeschäft von Linde ebenfalls solide gewachsen. Die Nachfrage fiel hier allerdings nicht ganz so dynamisch aus wie in der Region Greater China.

In Singapur hat Linde im dritten Quartal 2014 eine On-site-Anlage zur Versorgung des Chemieunternehmens Evonik planmäßig in Betrieb genommen. In dieser landesweit ersten integrierten Industriegaseanlage werden Wasserstoff, Methan und CO2 erzeugt.

In Indien produzieren zwei neue Luftzerlegungs-Anlagen, die Linde am Standort Rourkela in Betrieb genommen hatte, seit dem ersten Quartal 2014 mit voller Leistung. Das Unternehmen versorgt aus diesen Anlagen den Stahlhersteller Steel Authority of India (SAIL) mit Industriegasen. In Map Ta Phut (Thailand) ist im zweiten Quartal des laufenden Jahres eine Anlage zur Produktion von Flüssig-CO2 angelaufen. Linde beliefert mit diesem Produkt den regionalen Markt.

Im Raum Südpazifik war der Geschäftsverlauf im gesamten Berichtszeitraum von einer Nachfragezurückhaltung geprägt. Hier entwickelte sich die Wirtschaft außerhalb des Dienstleistungssektors schwach.

Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2014 hat Linde in Marsden Point (Neuseeland) mit dem Bau einer CO2-Aufbereitungs- und Verflüssigungsanlage begonnen. Das CO2 entsteht als Nebenprodukt der Raffinerie, die das Mineralölunternehmen Refining NZ an diesem Standort betreibt. Linde wird mit dem gereinigten CO2 vor allem Kunden aus der Lebensmittelindustrie, der Papierindustrie und der Düngemittelindustrie versorgen. Das Investitionsvolumen für die neue Anlage beträgt umgerechnet etwa 30 Mio. EUR.

Zu Beginn des Jahres hatte Linde in Neuseeland am Standort Glenbrook eine neue Luftzerlegungs-Anlage in Betrieb genommen. Linde bedient aus der Anlage das Stahlunternehmen New Zealand Steel und darüber hinaus den regionalen Markt. Die Investitionen für dieses Projekt beliefen sich auf umgerechnet rund 50 Mio. EUR.

Amerika

Im berichtspflichtigen Segment Amerika erzielte Linde in den ersten neun Monaten 2014 mit 3,172 Mrd. EUR einen Umsatz, der in etwa auf der Höhe des Vorjahres (3,190 Mrd. EUR) lag. Auf vergleichbarer Basis betrug das Umsatzplus 4,3 Prozent.

Während in Nordamerika ein stabiles Wirtschaftswachstum zu verzeichnen war, haben sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern Südamerikas, insbesondere in Brasilien, im Verlauf der ersten neun Monate 2014 weiter verschlechtert. Mit Blick auf diese Entwicklung hat Linde im Berichtszeitraum in Brasilien erneut außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 100 Mio. EUR vorgenommen (Sondereinflüsse).

Das operative Ergebnis verringerte sich im berichtspflichtigen Segment Amerika im Vergleich zum Vorjahr um 11,3 Prozent auf 756 Mio. EUR (Vj. 852 Mio. EUR). Die operative Marge sank somit auf 23,8 Prozent (Vj. 26,7 Prozent).

Höhere Erdgaspreise in Nordamerika sowie die in einigen Ländern Südamerikas herrschende Inflation haben die Ergebnis- und Margenentwicklung belastet. Zudem ist zu berücksichtigen, dass Linde im Berichtszeitraum geringere Erträge eines operativen Beteiligungsunternehmens in Nordamerika zu verzeichnen hatte als im Vorjahr.

Beim Vergleich der Geschäftsentwicklung mit dem Vorjahr sind darüber hinaus weitere Faktoren zu beachten: So führten die im zweiten Halbjahr 2013 eingeleiteten staatlichen Ausschreibungen im Healthcare-Geschäft in Nordamerika zu Preisreduzierungen, welche den Umsatz und das Ergebnis in diesem Segment erwartungsgemäß im ersten Halbjahr 2014 beeinträchtigten. Im dritten Quartal konnte Linde dann wieder die angestrebten Umsatzsteigerungen erzielen. Das Unternehmen hatte bereits im Vorfeld damit begonnen, seine Kostenstrukturen entsprechend anzupassen, und konnte daraus im Verlauf des Berichtzeitraums verstärkt positive Effekte generieren.

Zusätzlich gilt es zu berücksichtigen, dass die Regierung von Venezuela im Berichtszeitraum ein neues Wechselkurssystem mit deutlich veränderten Währungskursen eingeführt hat. Durch die Anwendung des neuen Systems zum 1. April 2014 ergaben sich für Linde Währungskurseffekte, die unter anderem den Umsatz und das operative Ergebnis im Segment Amerika beeinflusst haben. So wäre der Umsatz für das berichtspflichtige Segment Amerika unter Anwendung des bisher gültigen staatlich fixierten Wechselkurses im Berichtszeitraum um 55 Mio. EUR höher ausgefallen.

In Nordamerika konnte Linde insbesondere im Produktbereich Flüssiggase Zuwächse verzeichnen. Im Markt für Elektronikgase erzielte das Unternehmen ebenfalls Umsatzsteigerungen.

Im dritten Quartal 2014 hat Linde die Kapazitätserweiterung an seinem Elektronikgase-Standort Hillsboro (Oregon, USA) abgeschlossen. Das Unternehmen ist damit für die steigende Nachfrage von Kunden aus der Halbleiterindustrie nach hochreinem Stickstoff gerüstet.

Linde baut sein On-site-Geschäft mit Raffinerien in Nordamerika aus und hat im zweiten Quartal 2014 einen neuen Versorgungsvertrag mit Lima Refining (Lima/Ohio, USA) geschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung wird Linde eine weitere Wasserstoff-Anlage errichten, bestehende Einrichtungen modernisieren und damit seine Kapazitäten zur Produktion von Wasserstoff am Standort Lima erhöhen. Es ist bereits die dritte Anlage dieser Art, die Linde in Lima erstellt. Der Betriebsstart ist für 2016 vorgesehen. Das neue Projekt ist mit Investitionen in Höhe von gut 70 Mio. EUR verbunden. Lima Refining ist ein Tochterunternehmen von Husky Energy, einem der größten Energieunternehmen Kanadas.

In Delta, ebenfalls in Ohio, nahm Linde im zweiten Quartal 2014 einen neuen Stickstoffverflüssiger in Betrieb, der die bestehende Luftzerlegungs-Anlage am Standort ergänzt. Das Unternehmen trägt damit der wachsenden Nachfrage in der Region Ohio und in den angrenzenden Märkten des Mittleren Westens Rechnung. In Lewisville (Texas, USA) nahm im zweiten Quartal ebenfalls eine Luftzerlegungs-Anlage von Linde ihre Produktion auf. Das Unternehmen bedient von dort aus regionale Kunden mit Industriegasen.

In Hammond (Indiana, USA) hat Linde im ersten Quartal des Berichtsjahres eine Produktionsanlage für Spezialgase eröffnet. Aus der neuen Produktionsstätte, die eine bestehende Anlage für Industrie- und medizinische Gase komplettiert, werden unter anderem Kunden aus den Bereichen Lebensmittel, Pharmazie und Biotechnologie sowie Laboratorien und Universitäten versorgt. Mit der Erweiterung des Standorts in Hammond bestätigt das Unternehmen seine Strategie, den unterschiedlichsten Endkunden ein möglichst breites Portfolio qualitativ hochwertiger Produkte anbieten zu können.

Beim Aufbau einer Wasserstofftankstellen-Infrastruktur in Kalifornien (USA) ist Linde im Berichtszeitraum weiter vorangekommen. Das Unternehmen wird an den Standorten Sacramento, Oakland und San Ramon jeweils eine neue Station errichten und hat dafür von der kalifornischen Energiebehörde entsprechende Fördermittel erhalten.

In den meisten Staaten der Region wird die Konjunktur nach wie vor von einer hohen Inflation und niedrigem Wachstum geprägt. Dieses Umfeld hat auch die Geschäftsentwicklung von Linde gebremst, insbesondere in den Bereichen Flaschen- und Flüssiggase.

In Guayaquil (Ecuador) hat im zweiten Quartal 2014 eine Luftzerlegungs- und Druckadsorptions-Anlage von Linde ihre Produktion aufgenommen. Aus dieser Anlage versorgt Linde den Stahlhersteller Andec Steel und bedient darüber hinaus den regionalen Markt mit Industriegasen.

Produktbereiche

Wie in der Erläuterung zu den berichtspflichtigen Segmenten beschrieben, haben sich die einzelnen Produktbereiche der Gases Division unterschiedlich entwickelt. Im On-site-Geschäft – bei der Vor-Ort-Versorgung von Großkunden – konnte Linde den Umsatz per Ende September 2014 auf vergleichbarer Basis um 5,4 Prozent auf 2,765 Mrd. EUR (Vj. 2,623 Mrd. EUR) erhöhen und damit erneut den größten Zuwachs erzielen.

Im Produktbereich Flüssiggase ist der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 3,8 Prozent auf 2,476 Mrd. EUR (Vj. 2,385 Mrd. EUR) gestiegen. Bei Flaschengasen lag der Umsatz mit 2,917 Mrd. EUR auf vergleichbarer Basis leicht um 0,3 Prozent über dem Vorjahresniveau (2,907 Mrd. EUR).

Der Produktbereich Healthcare hat sich im Berichtszeitraum von Quartal zu Quartal besser entwickelt. Hier erreichte der Umsatz per Ende September 2,240 Mrd. EUR. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2,174 Mrd. EUR) entspricht dies einem Plus von 3,0 Prozent. Dabei sind Neuausschreibungen von Versorgungsverträgen zu berücksichtigen. Die damit verbundene Neuordnung von Versorgungsgebieten betraf in Europa die Homecare-Aktivitäten, die Linde im April 2012 von Air Products übernommen hatte. Wie im Kaufvertrag mit Air Products vereinbart worden war, erhielt Linde dafür im dritten Quartal 2014 eine entsprechende Kompensationszahlung. In Nordamerika führten die im zweiten Halbjahr 2013 eingeleiteten staatlichen Ausschreibungen zu Preisreduzierungen im Healthcare-Markt. Bereinigt um diese Einflussfaktoren wäre das Healthcare-Geschäft von Linde in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 6,4 Prozent gewachsen.

  (XLS:) Download

Umsatz und operatives Ergebnis der Gases Division nach berichtspflichtigen Segmenten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Januar bis September 2014

 

Januar bis September 2013

in Mio. €

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

EMEA

 

4.497

 

1.344

 

29,9

 

4.569

 

1.314

 

28,8

Asien/Pazifik

 

2.822

 

737

 

26,1

 

2.843

 

747

 

26,3

Amerika

 

3.172

 

756

 

23,8

 

3.190

 

852

 

26,7

Konsolidierung

 

−93

 

 

 

−92

 

 

Gases Division

 

10.398

 

2.837

 

27,3

 

10.510

 

2.913

 

27,7

  (XLS:) Download

Umsatz und operatives Ergebnis der Gases Division nach berichtspflichtigen Segmenten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Quartal 2014

 

3. Quartal 2013

in Mio. €

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Operative Marge in Prozent

EMEA

 

1.519

 

455

 

30,0

 

1.523

 

438

 

28,8

Asien/Pazifik

 

1.006

 

261

 

25,9

 

946

 

250

 

26,4

Amerika

 

1.077

 

258

 

24,0

 

1.053

 

310

 

29,4

Konsolidierung

 

−29

 

 

 

−33

 

 

Gases Division

 

3.573

 

974

 

27,3

 

3.489

 

998

 

28,6