Finanzen

Zum Stichtag 30. September 2014 betrug der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit 1,888 Mrd. EUR. Dabei ist zu beachten, dass Linde im Berichtszeitraum eine Zahlung in Höhe von 300 Mio. EUR für die weitere Ausfinanzierung der leistungsorientierten Pensionspläne in Deutschland geleistet hat. Bereinigt um diesen Einmaleffekt lag der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit bei 2,188 Mrd. EUR und damit um 30 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 2,158 Mrd. EUR. Die Veränderung des Working Capital belief sich per Ende September auf −110 Mio. EUR (Vj. −168 Mio. EUR). Diese Verbesserung resultiert hauptsächlich aus höheren erhaltenen Anzahlungen im Anlagenbaugeschäft. Die Auszahlungen für Ertragsteuern stiegen im Berichtszeitraum von 410 Mio. EUR auf 469 Mio. EUR. Der Vorjahreswert war aufgrund von Einmaleffekten positiv beeinflusst.

Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Finanzanlagen summierten sich auf 1,449 Mrd. EUR (Vj. 1,557 Mrd. EUR). Die Auszahlungen für Investitionen in konsolidierte Unternehmen betrugen 51 Mio. EUR (Vj. 139 Mio. EUR). Der Saldo aus dem Erwerb und dem Verkauf von Wertpapieren führte zu Auszahlungen in Höhe von 551 Mio. EUR (Vj. Einzahlungen in Höhe von 500 Mio. EUR). Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit veränderte sich somit per Ende September um 688 Mio. EUR auf −1,757 Mrd. EUR (Vj. −1,069 Mrd. EUR).

Innerhalb des Cash Flows aus Finanzierungstätigkeit hat sich der Saldo aus der Aufnahme und der Tilgung von Krediten im Berichtszeitraum von −427 Mio. EUR auf 710 Mio. EUR verändert. Dabei ist neben der Aufnahme einer Anleihe in Höhe von 300 Mio. EUR für die Ausfinanzierung der Pensionspläne in Deutschland auch die Begebung von zwei Anleihen in Höhe von jeweils 200 Mio. USD zu beachten. Die Nettozinszahlungen sind von −310 Mio. EUR auf −270 Mio. EUR gesunken. Dies ist zum Teil durch unterschiedliche Zinszahlungszeitpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum begründet. Der Zahlungsmittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit betrug zum Stichtag 200 Mio. EUR (Vj. 1,248 Mrd. EUR).

Zum 30. September 2014 erhöhte sich die Bilanzsumme im Vergleich zum 31. Dezember 2013 um 1,600 Mrd. EUR auf 34,349 Mrd. EUR (31. Dezember 2013: 32,749 Mrd. EUR).

Der Geschäfts- oder Firmenwert ist in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 471 Mio. EUR auf 10,866 Mrd. EUR (Vj. 10,395 Mrd. EUR) gestiegen. Dieser Zuwachs resultierte hauptsächlich aus Währungseffekten. Die im Berichtszeitraum getätigten Akquisitionen führten zu einer Erhöhung des Geschäfts- oder Firmenwerts um 49 Mio. EUR.

Die übrigen immateriellen Vermögenswerte, bestehend aus Kundenbeziehungen, Markennamen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten, haben sich im Vergleich zum 31. Dezember 2013 von 3,076 Mrd. EUR um 108 Mio. EUR auf 2,968 Mrd. EUR verringert. Dieser Rückgang resultierte im Wesentlichen aus planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 254 Mio. EUR die durch positive Währungseffekte teilweise kompensiert wurden.

Der Buchwert der Sachanlagen erreichte zum Stichtag 11,774 Mrd. EUR (31. Dezember 2013: 11,384 Mrd. EUR). Hier standen den Zugängen in Höhe von 1,261 Mrd. EUR planmäßige Abschreibungseffekte in Höhe von 1,007 Mrd. EUR gegenüber. Des Weiteren wurden im Berichtszeitraum außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 218 Mio. EUR vorgenommen (Vj. 64 Mio. EUR).

Innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte sind die Wertpapiere – hauptsächlich durch Zukäufe – um 551 Mio. EUR auf 721 Mio. EUR gestiegen (31. Dezember 2013: 170 Mio. EUR).

Das Eigenkapital ist um 475 Mio. EUR auf 14,061 Mrd. EUR gewachsen (31. Dezember 2013: 13,586 Mrd. EUR). Neben dem Ergebnis nach Steuern in Höhe von 863 Mio. EUR hat auch die Entwicklung des sonstigen Ergebnisses zu der Erhöhung beigetragen. Hier hat sich vor allem die Veränderung von Währungskursen positiv ausgewirkt. Die Auszahlung der Dividenden in Höhe von 624 Mio. EUR führte zu einem Rückgang des Eigenkapitals. Die Eigenkapitalquote betrug zum Stichtag 40,9 Prozent (31. Dezember 2013: 41,5 Prozent).

Die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen lagen mit 1,018 Mrd. EUR nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (31. Dezember 2013: 1,027 Mrd. EUR). Die Dotierung der Pensionspläne in Deutschland führte zu einem Anstieg des Planvermögens und somit zu einer Verringerung der Pensionsrückstellung. Dieser Effekt wurde jedoch durch die Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen fast vollständig kompensiert.

Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus den Bruttofinanzschulden abzüglich der kurzfristigen Wertpapiere sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie summierten sich zum Stichtag auf 8,667 Mrd. EUR (31. Dezember 2013: 8,229 Mrd. EUR).

Die Bruttofinanzschulden sind im Berichtszeitraum um 940 Mio. EUR auf 10,517 Mrd. EUR angewachsen (31. Dezember 2013: 9,577 Mrd. EUR). Dabei ist zu berücksichtigen, dass Linde im Mai eine Anleihe in Höhe von 300 Mio. EUR begeben hat, deren Mittel für die Ausfinanzierung der Pensionspläne in Deutschland eingesetzt wurden. Die Platzierung der Anleihe erfolgte unter dem 10-Mrd.-EUR-Debt-Issuance-Programme; sie hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Die Anleihe ist mit einem Kupon von 1,875 Prozent ausgestattet und wurde zu 40 Basispunkten über Euro-MidSwap emittiert. Darüber hinaus hat Linde im dritten Quartal – ebenfalls unter dem 10-Mrd.-EUR-Debt-Issuance-Programme – zwei neue Anleihen in Höhe von jeweils 200 Mio. USD zur Refinanzierung einer im November auslaufenden 400 Mio. USD Anleihe begeben. Bis zur Fälligkeit dieser Anleihe hat Linde die Mittel teilweise zunächst in kurzfristige Wertpapiere investiert.

Von den Bruttofinanzschulden werden 1,376 Mrd. EUR (31. Dezember 2013: 1,161 Mrd. EUR) als kurzfristige Finanzschulden ausgewiesen. Die übrigen Finanzschulden in Höhe von 9,141 Mrd. EUR (31. Dezember 2013: 8,416 Mrd. EUR) – und damit der deutlich überwiegende Teil – haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und werden entsprechend als langfristige Finanzschulden klassifiziert.

Unter Berücksichtigung der kurzfristigen Wertpapiere in Höhe von 721 Mio. EUR, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1,129 Mrd. EUR sowie der syndizierten Kreditfazilität über 2,5 Mrd. EUR betrug die zum Stichtag zur Verfügung stehende Liquidität 2,974 Mrd. EUR (31. Dezember 2013: 2,687 Mrd. EUR). Die im Juli 2013 abgeschlossene syndizierte Kreditfazilität hatte ursprünglich eine Laufzeit von fünf Jahren mit zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr (vorbehaltlich der Zustimmung der Kreditgeber). Im Berichtszeitraum hat Linde die Laufzeit der Fazilität erfolgreich bis 2019 verlängert. Damit verbleibt eine einjährige Verlängerungsoption.

Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden im Verhältnis zum operativen Ergebnis der vergangenen zwölf Monate) lag zum Stichtag bei 2,2 – und damit aufgrund der Dividendenauszahlung im Mai des laufenden Jahres und des Einmaleffekts aus der Ausfinanzierung der Pensionspläne erwartungsgemäß etwas über dem Wert zum 31. Dezember 2013 (2,1). Im Vergleich zum Vorquartal hat sich der dynamische Verschuldungsgrad aufgrund der gesunkenen Nettofinanzschulden verringert (30. Juni 2014: 2,4).

Das sogenannte Gearing (Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital) betrug zum Stichtag 61,6 Prozent (31. Dezember 2013: 60,6 Prozent).

Am 16. Juni 2014 hat die internationale Rating-Agentur Moody’s die Bewertung der Bonität von Linde von A3 auf A2 angehoben. Das stabile Geschäftsmodell und die gute Finanzstruktur des Konzerns waren die ausschlaggebenden Kriterien für diese Einstufung.