2 von 13 

Gesamtwirtschaftliches Umfeld¹

Die Weltwirtschaft ist auch im ersten Quartal 2012 gewachsen – erwartungsgemäß allerdings weniger dynamisch als im Vergleichszeitraum 2011. Für den weiteren Verlauf des Jahres sind die Konjunkturexperten verhalten optimistisch: Nachdem sich das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut Daten des internationalen Prognoseinstituts The Economist Intelligence Unit Ltd. (EIU)² im vergangenen Jahr um 2,7 Prozent erhöht hatte, rechnen die Forscher für das Gesamtjahr 2012 derzeit mit einem Plus von 2,2 Prozent. Bei der globalen Industrieproduktion (IP) wird für das Jahr 2012 ein Anstieg um 2,8 Prozent erwartet (Vj. 3,5 Prozent).

Die Unsicherheiten über die Breite, Nachhaltigkeit und Intensität einer weltweiten Konjunkturerholung bestehen nach wie vor. Zu den wesentlichen Faktoren, die eine weltweit robuste Konjunktur hemmen könnten, zählen vor allem die hohen Staatsdefizite, Währungsvolatilitäten sowie die immer noch vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit in den USA und in einigen europäischen Ländern. Zudem birgt die nach wie vor kräftige Konjunktur in den aufstrebenden Volkswirtschaften Inflationsrisiken. Darüber hinaus könnten die politischen Konflikte in Teilen der arabischen Welt und ein erneuter Anstieg der Öl- und Rohstoffpreise die gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen.

Die Wirtschaftsforscher erwarten, dass auf absehbare Zeit das strukturelle Entwicklungspotenzial in den Wachstumsmärkten der wichtigste Treiber für die weltweite Konjunkturentwicklung bleiben wird. Für die größten Investitionsimpulse dürften langfristig die globalen Megatrends Energie, Umwelt und Gesundheit sorgen.

Für das laufende Jahr 2012 gehen die Konjunkturexperten für die einzelnen Regionen weiterhin von sehr unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten aus. EIU erwartet in der Region Asien/Pazifik mit einem prognostizierten BIP-Anstieg um 6,1 Prozent (Jahresende 2011: 6,4 Prozent) nach wie vor die höchste wirtschaftliche Dynamik. Dabei sollte China mit einer geschätzten Ausweitung der Wirtschaftsleistung um 8,3 Prozent (Jahresende 2011: 9,2 Prozent) erneut an der Spitze der Konjunkturentwicklung stehen. Auch in Indien rechnet EIU bei einem prognostizierten BIP-Plus von 7,0 Prozent (Jahresende 2011: 7,1 Prozent) weiterhin mit einem starken Wachstum. Für Australien wird die BIP-Steigerungsrate auf 2,9 Prozent geschätzt (Jahresende 2011: 2,0 Prozent).

Deutlich schwächer wird das Wachstum in der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) ausfallen. Hier erwartet EIU lediglich noch eine leichte Erhöhung des BIP um 0,3 Prozent (Jahresende 2011: 2,2 Prozent). Für die Eurozone geht das Institut mittlerweile von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent aus. In Deutschland rechnen die Konjunkturforscher mit einem geringfügigen BIP-Anstieg um 0,1 Prozent (Jahresende 2011: 3,1 Prozent). Für Osteuropa wird hingegen ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent (Jahresende 2011: 4,0 Prozent) erwartet, für den Mittleren Osten ein hoher Wert von 4,4 Prozent (Jahresende 2011: 5,6 Prozent). Für Afrika sagen die Experten eine vergleichsweise robuste Konjunkturentwicklung mit einer Verbesserung des BIP um 4,2 Prozent voraus (Jahresende 2011: 4,4 Prozent).

Die Wachstumsprognose für die Region Amerika liegt für das Jahr 2012 derzeit bei 2,4 Prozent (Jahresende 2011: 2,2 Prozent). Dabei hat EIU die Schätzung für die Steigerung des BIP in den USA zuletzt auf 2,2 Prozent angehoben (Jahresende 2011: 1,7 Prozent), während der Konjunkturausblick für Südamerika nach unten korrigiert wurde: von einer Erhöhung des BIP um 4,5 Prozent (Jahresende 2011) auf aktuell 3,9 Prozent.

¹ Die Datengrundlage für den Abschnitt „Gesamtwirtschaftliches Umfeld“ wurde bislang vom Prognoseinstitut IHS Global Insight geliefert. Seit Beginn des Geschäftsjahrs 2012 nutzt Linde dafür nun die Daten des renommierten internationalen Anbieters The Economist Intelligence Unit Ltd.
² © 2012 The Economist Intelligence Unit Ltd. Alle Rechte vorbehalten.

Seite drucken
Download

Kontakt

Investor Relations
Tel 089.35757-1321
Fax 089.35757-1398
© The Linde Group 2012