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Finanzen

Zum 30. Juni 2012 betrug der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit 869 Mio. EUR (Vj. 977 Mio. EUR). Beim Vergleich mit dem Vorjahreswert ist vor allem der Zahlungsmittelzufluss in Höhe von 59 Mio. EUR aus der vorzeitigen Tilgung eines Darlehens aus dem Verkauf von BOC Edwards im Jahr 2007 zu berücksichtigen, der im ersten Quartal 2011 erfasst wurde. Darüber hinaus haben geringere erhaltene Anzahlungen sowie gestiegene Auszahlungen für Ertragsteuern den Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit beeinträchtigt.

Innerhalb des Cash Flows aus Investitionstätigkeit lagen die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie Anlagen in Leasingverhältnissen nach IFRIC 4 im Berichtszeitraum bei 705 Mio. EUR. Sie übertrafen damit das Niveau des Vorjahreszeitraums (547 Mio. EUR) deutlich. In den Auszahlungen für den Zugang konsolidierter Unternehmen in Höhe von 627 Mio. EUR ist die Kaufpreiszahlung an Air Products für die Akquisition des kontinentaleuropäischen Homecare-Geschäfts in Höhe von 604 Mio. EUR sowie Auszahlungen für den Erwerb von Luftzerlegungs-Anlagen des Stahlunternehmens Hebei Puyang Iron & Steel Co. Ltd in Höhe von 37 Mio. EUR enthalten. Gegenläufig wirkt sich der Mittelzufluss aus dem Abgang von kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 555 Mio. EUR aus. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit belief sich somit zum 30. Juni 2012 insgesamt auf –743 Mio. EUR (Vj. –485 Mio. EUR). Der Nettomittelzufluss (Free Cash Flow vor Finanzierungstätigkeit) verringerte sich entsprechend um 366 Mio. EUR auf 126 Mio. EUR (Vj. 492 Mio. EUR).

Die Bilanzsumme ist mit 29,965 Mrd. EUR im Vergleich zum Stichtag 31. Dezember 2011 (28,915 Mrd. EUR) um 3,6 Prozent gestiegen. Der wesentliche Anteil an der Bilanzsumme entfällt mit 23,896 Mrd. EUR (31. Dezember 2011: 23,071 Mrd. EUR) auf die Langfristigen Vermögenswerte. Innerhalb dieser Position ist der Goodwill – hauptsächlich wegen Zugängen aufgrund von Akquisitionen und Währungseffekten – um 379 Mio. EUR gewachsen. So führte der Kauf des kontinentaleuropäischen Homecare-Geschäfts von Air Products zu einem Anstieg des Goodwill um 248 Mio. EUR. Die Sachanlagen haben sich von 9,030 Mrd. EUR auf 9,474 Mrd. EUR erhöht. Auch die Immateriellen Vermögenswerte stiegen: von 3,300 Mrd. EUR auf 3,336 Mrd. EUR. Die Erhöhung beruht bei beiden Positionen ebenfalls im Wesentlichen auf Währungseffekten sowie auf Zugängen aufgrund von Investitionen. Gegenläufig wirkten sich Abschreibungseffekte aus. Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 225 Mio. EUR, wobei die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 416 Mio. EUR sowie die übrigen Forderungen und Vermögenswerte um 191 Mio. EUR gestiegen sind. Auch hier sind Zugänge aufgrund von Akquisitionen zu berücksichtigen. Der Bestand an kurzfristigen Wertpapieren sowie an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten ist erwartungsgemäß um 512 Mio. EUR gesunken.

Das Eigenkapital liegt mit 12,422 Mrd. EUR um 278 Mio. EUR über dem Wert zum Jahresende 2011 (31. Dezember 2011: 12,144 Mrd. EUR). Dieser Anstieg ist in erster Linie auf das Ergebnis nach Steuern in Höhe von 631 Mio. EUR sowie auf positive Währungskurseffekte zurückzuführen. Gegenläufig haben sich die versicherungsmathematischen Verluste aus der Bewertung von Pensionsverpflichtungen (222 Mio. EUR) sowie die Auszahlung der Dividende der Linde AG in Höhe von 428 Mio. EUR ausgewirkt. Die Eigenkapitalquote lag zum 30. Juni 2012 mit 41,5 Prozent leicht unter dem Wert zum Geschäftsjahresende 2011 (42,0 Prozent).

Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus den Bruttofinanzschulden abzüglich der Wertpapiere mit langfristiger Halteabsicht, der kurzfristigen Wertpapiere sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Sie betragen zum 30. Juni 2012 6,243 Mrd. EUR und sind somit im Vergleich zum 31. Dezember 2011 um 1,149 Mrd. EUR gestiegen. Dabei sind neben den Auszahlungen für laufende Investitionen die Dividendenauszahlungen sowie die Kaufpreiszahlung an Air Products zu berücksichtigen.

Die Bruttofinanzschulden erhöhten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2011 um 636 Mio. EUR. Im Mai 2012 hat Linde Finance B.V. unter dem 10-Mrd.-EUR-Debt-Issuance-Programm eine neue Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR begeben. Die siebenjährige Anleihe ist mit einem fixen Zinscoupon von 1,75 Prozent ausgestattet und von der Linde AG garantiert. Mit dieser Transaktion hat sich Linde langfristige Finanzierungsmittel auf einem attraktiven Zinsniveau gesichert. Des Weiteren wurden Commercial Paper in Höhe von 710 Mio. EUR aufgenommen. Gleichzeitig wurde eine im April fällige EUR-Anleihe in Höhe von 724 Mio. EUR planmäßig getilgt.

Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden im Verhältnis zu operativem Ergebnis der vergangenen zwölf Monate) liegt mit einem Faktor von 1,9 erwartungsgemäß über dem Niveau zum Stichtag 31. Dezember 2011. Das so genannte Gearing (das Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital) stieg entsprechend auf 50,3 Prozent (31. Dezember 2011: 41,9 Prozent).

Wie das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden zeigt, ist die Finanzierung des Linde Konzerns langfristig ausgerichtet: Von den Bruttofinanzschulden in Höhe von 8,404 Mrd. EUR (31. Dezember 2011: 7,768 Mrd. EUR) werden 1,477 Mrd. EUR (31. Dezember 2011: 1,277 Mrd. EUR) als kurzfristige und 6,927 Mrd. EUR (31. Dezember 2011: 6,491 Mrd. EUR) als langfristige Finanzschulden ausgewiesen. Über 75 Prozent der Finanzschulden werden erst nach dem Jahr 2013 fällig.

Den kurzfristigen Bruttofinanzschulden stehen kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 521 Mio. EUR, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1,040 Mrd. EUR sowie eine derzeit ungezogene, syndizierte Kreditfazilität über 2,5 Mrd. EUR mit einer Laufzeit bis 2015 gegenüber. Die zur Verfügung stehende Liquidität betrug zum 30. Juni 2012 somit 2,584 Mrd. EUR. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der Wertpapiere mit langfristiger Halteabsicht in Höhe von 600 Mio. EUR lag die verfügbare Liquidität bei 3,184 Mrd. EUR.

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