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Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft hat sich in den ersten neun Monaten 2012 erwartungsgemäß weniger dynamisch entwickelt als im Vergleichszeitraum 2011. Auch für den Rest des laufenden Jahres rechnen die Konjunkturforscher nicht mit starken konjunkturellen Impulsen. Das internationale Prognoseinstitut The Economist Intelligence Unit Ltd. (EIU)¹ hat seine Schätzungen für das Gesamtjahr 2012 zuletzt leicht nach unten korrigiert: Die Experten sagen jetzt einen Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,3 Prozent voraus, nachdem sie zum Ende des ersten Halbjahres 2012 ein Plus von 2,4 Prozent erwartet hatten. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 ist das globale BIP um 2,7 Prozent gewachsen. Bei der weltweiten Industrieproduktion (IP) hat das EIU die Prognose für das Jahr 2012 deutlich auf nunmehr 2,0 Prozent gesenkt. Am Ende des ersten Halbjahres 2012 lag die Schätzung noch bei 2,8 Prozent; im Vorjahr ist die IP um 3,5 Prozent gewachsen.

Zu den wesentlichen Faktoren, die die wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen, zählen vor allem die hohe Staatsverschuldung in wichtigen Volkswirtschaften, starke Währungsschwankungen, die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Industrieländern sowie die politischen Unruhen in Teilen der arabischen Welt. In den reiferen Volkswirtschaften wirken zudem die Konsolidierungsmaßnahmen der Finanzpolitik dämpfend. In den aufstrebenden Volkswirtschaften birgt die kräftige Konjunktur Inflations- und Stabilitätsrisiken. Darüber hinaus sind die internationalen Finanzmärkte weiterhin von Volatilität geprägt.

Auf absehbare Zeit wird das strukturelle Entwicklungspotenzial in den aufstrebenden Volkswirtschaften der wichtigste Treiber für das globale Wirtschaftswachstum bleiben. Daneben dürften die globalen Megatrends Energie, Umwelt und Gesundheit langfristig für die größten Investitionsimpulse sorgen.

Für das laufende Jahr 2012 gehen die Konjunkturforscher für die einzelnen Regionen weiterhin von unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten aus: Das EIU erwartet in der Region Asien/Pazifik nach wie vor die höchste wirtschaftliche Dynamik und beziffert den BIP-Anstieg hier auf 5,7 Prozent (H1-Bericht: 6,1 Prozent). Dabei dürfte China mit einem geschätzten BIP-Plus von 7,8 Prozent (H1-Bericht: 8,2 Prozent) erneut an der Spitze der Konjunkturentwicklung stehen. Auch in Indien rechnet das EIU weiterhin mit einem überdurchschnittlichen Wachstum – der Ausblick wurde jedoch deutlich nach unten angepasst: Von 7,0 Prozent (H1-Bericht) auf nunmehr 5,8 Prozent. Für Australien prognostizieren die Konjunkturforscher eine Ausweitung der Wirtschaftsleistung um 3,2 Prozent (H1-Bericht: 3,0 Prozent).

Deutlich schwächer wird sich die Konjunktur in der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) entwickeln. Hier erwartet das EIU nach wie vor lediglich eine leichte Erhöhung des BIP um 0,4 Prozent. Auch für die Eurozone bestätigt das Institut seine Schätzung des ersten Halbjahres und geht unverändert von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent aus. Die Prognose für das Wachstum in Deutschland bleibt ebenfalls gleich: Hier prognostiziert das EIU einen BIP-Anstieg um 0,7 Prozent. Für Osteuropa rechnen die Experten mit einer leichten Erhöhung des BIP um 2,4 Prozent (H1-Bericht: 2,2 Prozent), während die Wirtschaft im Mittleren Osten um 4,7 Prozent (H1-Bericht: 4,3 Prozent) wachsen soll. Auch für Afrika sagen die Konjunkturforscher mit einer Verbesserung des BIP um 4,3 Prozent (H1-Bericht: 4,4 Prozent) eine vergleichsweise dynamische Entwicklung voraus.

Die Wachstumsprognose für die Region Amerika liegt für das Jahr 2012 derzeit nahezu unverändert bei 2,3 Prozent (H1-Bericht: 2,4 Prozent). Für die USA rechnet das EIU mit einem Anstieg des BIP um 2,1 Prozent (H1-Bericht: 2,2 Prozent), während der Konjunkturausblick für Südamerika deutlich nach unten korrigiert wurde: Von einer Erhöhung des BIP um 3,7 Prozent (H1-Bericht) auf aktuell 2,7 Prozent.

¹ © 2012 The Economist Intelligence Unit Ltd. Alle Rechte vorbehalten.
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