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Finanzen

Zum 30. September 2012 betrug der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit 1,506 Mrd. EUR (Vj. 1,699 Mrd. EUR). Beim Vergleich mit dem Vorjahreswert ist vor allem der im ersten Quartal 2011 erfasste Zahlungsmittelzufluss in Höhe von 59 Mio. EUR aus der vorzeitigen Tilgung eines Darlehens aus dem Verkauf von BOC Edwards im Jahr 2007 zu berücksichtigen. Darüber hinaus haben geringere erhaltene Anzahlungen sowie gestiegene Auszahlungen für Ertragsteuern den Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit beeinträchtigt.

Innerhalb des Cash Flows aus Investitionstätigkeit lagen die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte im Berichtszeitraum mit 1,157 Mrd. EUR deutlich über dem Vorjahresniveau von 893 Mio. EUR. Auch die Auszahlungen für den Zugang konsolidierter Unternehmen haben sich im Zuge der Akquisitionen, die Linde im Berichtszeitraum getätigt hat, deutlich auf 2,982 Mrd. EUR (Vj. 24 Mio. EUR) erhöht.

Diese Summe umfasst den Erwerb des US-Homecare-Unternehmens Lincare zu einem Netto-Kaufpreis (Kaufpreis abzüglich erworbener liquider Mittel) von 2,299 Mrd. EUR für 83,9 Prozent der Anteile und die Netto-Kaufpreiszahlung in Höhe von 616 Mio. EUR an Air Products für die Übernahme des kontinentaleuropäischen Homecare-Geschäfts. Die Auszahlungen für die übrigen Akquisitionen der vergangenen neun Monate betrugen 67 Mio. EUR. Gegenläufig wirkte sich der Mittelzufluss aus dem Abgang von kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 853 Mio. EUR aus. Dabei handelte es sich in erster Linie um Einzahlungen aus dem Verkauf kurzfristiger Wertpapiere, die zur Rückführung eines Teils der Finanzschulden verwendet wurden. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit belief sich somit zum 30. September 2012 insgesamt auf –3,196 Mrd. EUR (Vj. –1,432 Mrd. EUR). Der Free Cash Flow vor Finanzierungstätigkeit verringerte sich entsprechend auf –1,690 Mrd. EUR (Vj. 267 Mio. EUR).

Die Bilanzsumme ist mit 33,486 Mrd. EUR im Vergleich zum Stichtag 31. Dezember 2011 (28,915 Mrd. EUR) deutlich um 16,0 Prozent gestiegen. Der wesentliche Anteil an der Bilanzsumme entfiel mit 27,236 Mrd. EUR (31. Dezember 2011: 23,071 Mrd. EUR) auf die Langfristigen Vermögenswerte. Innerhalb dieser Position erhöhte sich der Geschäfts- oder Firmenwert – hauptsächlich wegen Zugängen aufgrund von Akquisitionen – um 2,874 Mrd. EUR auf 10,742 Mrd. EUR. So betrug der im Rahmen des Erwerbs von Lincare erfasste Geschäfts- oder Firmenwert 2,605 Mrd. EUR. Der Kauf des kontinentaleuropäischen Homecare-Geschäfts von Air Products führte zu einem Anstieg des Geschäfts- oder Firmenwerts um 248 Mio. EUR. Die Sachanlagen sind von 9,030 Mrd. EUR auf 9,966 Mrd. EUR gewachsen. Auch die Immateriellen Vermögenswerte stiegen: Von 3,300 Mrd. EUR auf 3,704 Mrd. EUR. Die Erhöhung ist bei beiden Positionen ebenfalls vor allem auf Zugänge aufgrund von Akquisitionen und Investitionen zurückzuführen. So hat sich etwa der Wert der Kundenbeziehungen und Markennamen aufgrund von Akquisitionen um 338 Mio. EUR erhöht. Gegenläufig wirkten sich Abschreibungseffekte aus. Die kurzfristigen Vermögenswerte sind um 406 Mio. EUR gewachsen, wobei die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 646 Mio. EUR gestiegen sind. Auch hier sind Zugänge aufgrund von Akquisitionen zu berücksichtigen. Der Bestand an kurzfristigen Wertpapieren ist hingegen erwartungsgemäß um 851 Mio. EUR auf 222 Mio. EUR gesunken.

Das Eigenkapital lag per Ende September 2012 mit 13,319 Mrd. EUR um 1,175 Mrd. EUR über dem Wert zum Jahresende 2011 (31. Dezember 2011: 12,144 Mrd. EUR). Erhöhend wirkte hierbei die im Juli 2012 durchgeführte Kapitalerhöhung von 1,391 Mrd. EUR. Zudem trugen das Ergebnis nach Steuern in Höhe von 958 Mio. EUR sowie positive Währungskurseffekte zu dem Anstieg bei. Gegenläufig haben sich die versicherungsmathematischen Verluste aus der Bewertung von Pensionsverpflichtungen (407 Mio. EUR) sowie die Auszahlung der Dividende der Linde AG in Höhe von 428 Mio. EUR ausgewirkt. Ebenso führte die Verrechnung der Anteile anderer Gesellschafter – im Wesentlichen im Rahmen der Lincare-Akquisition – in den Gewinnrücklagen zu einem Rückgang des Eigenkapitals um 514 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote lag zum 30. September 2012 mit 39,8 Prozent etwas unter dem Wert zum Geschäftsjahresende 2011 (42,0 Prozent).

Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus den Bruttofinanzschulden abzüglich der Wertpapiere mit langfristiger Halteabsicht, der kurzfristigen Wertpapiere sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie beliefen sich zum 30. September 2012 auf 8,483 Mrd. EUR und sind somit im Vergleich zum 31. Dezember 2011 um 3,389 Mrd. EUR gestiegen. Bei dieser Entwicklung sind – neben den Auszahlungen für laufende Investitionen und Dividendenauszahlungen – die Kaufpreiszahlung an Air Products und die Finanzierung der Lincare-Akquisition zu berücksichtigen.

Die Bruttofinanzschulden erhöhten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2011 um 2,662 Mrd. EUR auf 10,430 Mrd. EUR.

Im Mai 2012 hat die Linde Finance B.V. unter dem 10-Mrd.-EUR-Debt-Issuance-Programm eine neue Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR begeben. Die siebenjährige Anleihe ist mit einem fixen Zinscoupon von 1,75 Prozent ausgestattet und von der Linde AG garantiert. Für die Finanzierung der Lincare-Akquisition wurde ein syndizierter Kredit in Höhe von 3,6 Mrd. EUR (4,5 Mrd. USD) abgeschlossen, der sich aufgrund der unmittelbar darauf folgenden Eigenkapitalerhöhung auf 2,2 Mrd. EUR (2,8 Mrd. USD) reduzierte. Zur weiteren Refinanzierung des syndizierten Kredits hat Linde im September 2012 die Begebung einer Anleihe in Höhe von 1 Mrd. EUR zu einem Zinssatz von 1,75 Prozent und einer Laufzeit von acht Jahren durchgeführt. Darüber hinaus hat das Unternehmen im September 2012 eine 2-Mrd.-NOK-Anleihe zu einem Zinssatz von 2,75 Prozent und einer Laufzeit von fünf Jahren platziert. Diese Anleihe wurde am Tag der Emission in eine USD-Verschuldung gewandelt und ebenfalls zur Refinanzierung verwendet. Der Akquisitionskredit betrug somit zum Stichtag 30. September 2012 nunmehr 941 Mio. EUR.

Im Berichtszeitraum hat Linde darüber hinaus eine im April 2012 fällige 724-Mio.-EUR-Anleihe planmäßig getilgt sowie eine 100-Mio.-GBP-Anleihe durch die Ausübung einer Call Option vorzeitig zum 2. Oktober 2012 gekündigt und daher in die kurzfristigen Finanzschulden umgegliedert.

Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden im Verhältnis zu operativem Ergebnis der vergangenen zwölf Monate) lag per Ende September 2012 mit einem Faktor von 2,5 erwartungsgemäß über dem Wert zum Stichtag 31. Dezember 2011 (1,6). Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Ergebnisbeitrag von Lincare lediglich anteilig im operativen Konzernergebnis enthalten ist, während sich die Finanzierung in vollem Umfang in den Nettofinanzschulden widerspiegelt. Das sogenannte Gearing (das Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital) stieg entsprechend auf 63,7 Prozent (31. Dezember 2011: 41,9 Prozent).

Wie das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden zeigt, ist die Finanzierung des Linde Konzerns langfristig ausgerichtet: Von den Bruttofinanzschulden in Höhe von 10,430 Mrd. EUR (31. Dezember 2011: 7,768 Mrd. EUR) werden 1,540 Mrd. EUR (31. Dezember 2011: 1,277 Mrd. EUR) als kurzfristige und 8,890 Mrd. EUR (31. Dezember 2011: 6,491 Mrd. EUR) als langfristige Finanzschulden ausgewiesen.

Den kurzfristigen Bruttofinanzschulden stehen kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 222 Mio. EUR, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1,125 Mrd. EUR sowie eine derzeit ungezogene, syndizierte Kreditfazilität über 2,5 Mrd. EUR mit einer Laufzeit bis 2015 gegenüber. Die zur Verfügung stehende Liquidität betrug zum 30. September 2012 somit 2,307 Mrd. EUR. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der Wertpapiere mit langfristiger Halteabsicht in Höhe von 600 Mio. EUR lag die verfügbare Liquidität bei 2,907 Mrd. EUR.

Die internationalen Rating-Agenturen Standard & Poor’s (S&P) und Moody’s haben ihre Einstufung der Kreditwürdigkeit der Linde Group im Juli 2012 unverändert mit A bzw. A3 (jeweils Langfrist-Rating) bestätigt. Die Lincare-Akquisition wurde dabei bereits berücksichtigt.

© The Linde Group 2012