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Finanzen

Im Berichtszeitraum stieg der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit um 8,3 Prozent auf 977 Mio. EUR (Vj. 902 Mio. EUR). Dieser Zuwachs resultiert zum einen aus dem deutlich verbesserten Ergebnis vor Steuern und zum anderen spiegelt sich der Zahlungsmittelzufluss aus der vorzeitigen Tilgung eines Darlehens aus dem Verkauf von BOC Edwards im Jahr 2007 in Höhe von 59 Mio. EUR wider. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit betrug im ersten Halbjahr –485 Mio. EUR (Vj. –436 Mio. EUR). Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie Anlagen in Leasingverhältnissen nach IFRIC 4 lagen im Berichtszeitraum mit 547 Mio. EUR um 8,7 Prozent über dem Vorjahreswert von 503 Mio. EUR. Der Nettomittelzufluss (Free Cash Flow vor Finanzierungstätigkeit) erhöhte sich um 5,6 Prozent auf 492 Mio. EUR (Vj. 466 Mio. EUR).

Die Bilanzsumme ging im Vergleich zum Stichtag 31. Dezember 2010 um 2,5 Prozent (–672 Mio. EUR) auf 26,216 Mrd. EUR zurück. Die langfristigen Vermögenswerte, die 80,9 Prozent der Bilanzsumme ausmachen, reduzierten sich um 1,061 Mrd. EUR, was im Wesentlichen auf laufende Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen sowie Währungskurseffekte zurückzuführen ist. Gegenläufig wirkten sich hier die Investitionen im ersten Halbjahr aus. Die Nettofinanzschulden (Finanzschulden abzüglich Liquider Mittel und Wertpapiere) verringerten sich um 79 Mio. EUR auf 5,418 Mrd. EUR (31. Dezember 2010: 5,497 Mrd. EUR). Diese Entwicklung wurde durch Währungskurseffekte positiv beeinflusst. Ebenfalls positiv wirkten sich hier die Veränderungen der Marktbewertung von Absicherungsgeschäften (Fair Value Hedges) aus. Der dynamische Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden zu operativem Ergebnis der letzten zwölf Monate) ist im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2010 vom Faktor 1,9 auf den Faktor 1,8 gesunken.

Die Finanzierung der Linde Group ist langfristig ausgerichtet, wie das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden zeigt. Von den Finanzschulden in Höhe von 6,789 Mrd. EUR (31. Dezember 2010: 6,673 Mrd. EUR) werden 1,199 Mrd. EUR (31. Dezember 2010: 459 Mio. EUR) als kurzfristige und 5,590 Mrd. EUR (31. Dezember 2010: 6,214 Mrd. EUR) als langfristige Finanzschulden ausgewiesen. Über 75 Prozent der Finanzschulden haben eine Fälligkeit erst nach dem Jahr 2012. Den kurzfristigen Finanzschulden stehen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1,355 Mrd. EUR (31. Dezember 2010: 1,159 Mrd. EUR) sowie eine syndizierte Kreditfazilität in Höhe von 2,5 Mrd. EUR mit einer Laufzeit bis 2015 gegenüber.

Die langfristige Ausrichtung der Finanzierung zeigt sich auch in der im ersten Halbjahr durchgeführten Kapitalmarkttransaktion. Im Mai 2011 hat Linde Finance B. V. unter dem 10-Mrd.-EUR-Debt-Issuance-Programm eine neue Anleihe mit einem Volumen von 600 Mio. EUR begeben. Die zehnjährige Anleihe ist mit einem fixen Zinscoupon von 3,875 Prozent ausgestattet und von der Linde AG garantiert. Der Erlös der Transaktion wurde überwiegend zur Finanzierung des im Mai 2011 veröffentlichten Rückkaufangebots für die 1-Mrd.-EUR-Anleihe mit 4,375 Prozent Kupon und Fälligkeit in 2012 und die 300-Mio.-EUR-Anleihe mit 5,375 Prozent Kupon und Fälligkeit in 2013 verwendet. Die übrigen Mittel werden für die allgemeine Unternehmensfinanzierung genutzt. Im Rahmen des Rückkaufs hat die Linde Finance B. V. 276 Mio. EUR des Nominalvolumens der 1-Mrd.-EUR-Anleihe mit Fälligkeit in 2012 zu einem Preis von 102,444 und 84 Mio. EUR des Nominalvolumens der 300-Mio.-EUR-Anleihe mit Fälligkeit in 2013 zu einem Preis von 107,013 zurückgekauft. Mit dieser Transaktion hat sich Linde langfristige Finanzierungsmittel auf attraktivem Zinsniveau gesichert und das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden weiter verlängert.

Das Eigenkapital reduzierte sich um 431 Mio. EUR auf 10,931 Mrd. EUR. Dieser Rückgang des Eigenkapitals resultiert im Wesentlichen aus der Dividendenzahlung in Höhe von 392 Mio. EUR sowie Währungskurseffekten und der Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus Pensionsrückstellungen. Eigenkapitalerhöhend haben sich das Ergebnis nach Steuern in Höhe von 598 Mio. EUR sowie die Marktbewertung von derivativen Finanzinstrumenten ausgewirkt. Das so genannte Gearing (das Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital) erhöhte sich aufgrund des reduzierten Eigenkapitals zum Ende des ersten Halbjahres auf 49,6 Prozent (31. Dezember 2010: 48,4 Prozent). Die Eigenkapitalquote liegt mit 41,7 Prozent leicht unter dem Niveau zum Geschäftsjahresende 2010 (42,3 Prozent).

(c) The Linde Group 2011