2 von 12 

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Im Vergleich zu den ersten beiden Quartalen 2011 hat die konjunkturelle Dynamik im dritten Quartal an Tempo verloren. Nachdem das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut Daten des internationalen Prognoseinstituts Global Insight im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent gewachsen war, rechnen die Experten für das Gesamtjahr 2011 derzeit mit einem weltweiten Wachstum von 2,7 Prozent. Damit haben die Wirtschaftsforscher ihre Schätzung im Vergleich zu den Angaben zum Ende des ersten Halbjahrs 2011 (3,2 Prozent) erneut gesenkt. Bei der weltweiten Industrieproduktion (IP) erwartet Global Insight für das Jahr 2011 einen Anstieg um 4,0 Prozent. Im Vergleich zum ersten Halbjahr (4,5 Prozent) wurde auch dieser Wert nach unten korrigiert.

Laut Global Insight werden erneut für Asien die größten Wachstumsraten prognostiziert. Insbesondere in China und Indien dürfte sich die Wirtschaft nach wie vor dynamisch entwickeln. Zudem ist im Mittleren Osten und in Osteuropa mit einem weiterhin positiven Konjunkturverlauf zu rechnen.

Die Unsicherheiten über die Breite, Nachhaltigkeit und Intensität des weltweiten Wirtschaftswachstums haben sich im dritten Quartal 2011 verstärkt. Die hohe Staatsverschuldung in wichtigen Volkswirtschaften erfordert vielfältige Konsolidierungsmaßnahmen, die die konjunkturelle Entwicklung bremsen. Zudem gefährdet die Euro-Krise die Stabilität der internationalen Finanzmärkte. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit in vielen Industrieländern unverändert hoch. Auch die nach wie vor kräftige Konjunktur in den Schwellenländern birgt zunehmend Inflations- und Stabilitätsrisiken, denen die Regierungen mit restriktiven Maßnahmen begegnen dürften. Darüber hinaus könnten die immer noch bestehenden politischen Konflikte in Teilen der arabischen Welt und ein erneuter Anstieg der Öl- und Rohstoffpreise die gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen. Vor diesem Hintergrund wird auf absehbare Zeit das strukturelle Entwicklungspotenzial in den aufstrebenden Volkswirtschaften der wichtigste Treiber für das globale Wirtschaftswachstum bleiben. Darüber hinaus dürften Investitionen bezogen auf die Megatrends Energie und Umwelt für positive Impulse sorgen.

Für das laufende Jahr 2011 gehen die Konjunkturforscher für die einzelnen Regionen weiterhin von unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten aus. Für die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) erwartet Global Insight einen Anstieg des BIP um 2,2 Prozent (H1-Bericht: 2,4 Prozent). Für die Eurozone geht das Institut jetzt nur noch von einem Wachstum von 1,6 Prozent (H1-Bericht: 1,9 Prozent) aus. In Deutschland rechnen die Konjunkturforscher mit einer Erhöhung der Wirtschaftsleistung um 3,0 Prozent (H1-Bericht: 3,5 Prozent). Für Osteuropa wird ein Plus von 3,8 Prozent (H1-Bericht: 4,0 Prozent) erwartet. Im Mittleren Osten soll die Wirtschaft in diesem Jahr um 5,6 Prozent wachsen (H1-Bericht: 5,4 Prozent). Für Afrika gehen die Experten von einem Wirtschaftswachstum von 4,9 Prozent aus (H1-Bericht: 5,2 Prozent). Die Wachstumsprognose für die Region Amerika wird derzeit auf 2,0 Prozent (H1-Bericht: 2,9 Prozent) beziffert. Für die USA hat Global Insight die bisherige Vorhersage deutlich auf 1,5 Prozent gesenkt (H1-Bericht: 2,5 Prozent). Auch für Südamerika wurde der Konjunkturausblick nach unten korrigiert – auf 4,3 Prozent (H1-Bericht: 4,8 Prozent). Für die Region Asien/Pazifik wird nach wie vor mit einer hohen Wachstumsrate von 6,6 Prozent gerechnet (H1-Bericht: 6,8 Prozent). Dabei dürfte China mit einer prognostizierten Ausweitung der Wirtschaftsleistung um 9,2 Prozent (H1-Bericht: 9,3 Prozent) abermals für die größten Impulse sorgen. Auch für Indien erwartet Global Insight mit einem BIP-Plus von 7,5 Prozent (H1-Bericht: 7,9 Prozent) weiterhin ein starkes Wachstum. Für Australien wird die BIP-Steigerungsrate auf 1,8 Prozent taxiert (H1-Bericht: 2,1 Prozent).

Seite drucken
Download

Kontakt

Investor Relations
Tel 089.35757-1321
Fax 089.35757-1398
(c) The Linde Group 2011