Gases Division

In der Gases Division ist der Umsatz im ersten Quartal um 6,3 Prozent auf 2,157 Mrd. EUR (Vj. 2,301 Mrd. EUR) gesunken. Bereinigt um Währungseffekte entspricht dies einer Verringerung um 3,5 Prozent. Auf vergleichbarer Basis – also unter zusätzlicher Berücksichtigung der Effekte aus der Erdgaspreisentwicklung sowie aus Änderungen im Konsolidierungskreis – beträgt der Umsatzrückgang 4,4 Prozent. Dabei konnten die aus dem schwachen wirtschaftlichen Umfeld resultierenden Volumenrückgänge durch die im Jahresvergleich weiterhin positiven Preiseffekte zum Teil kompensiert werden.

Der beteiligungsproportionale Umsatz aus Joint Ventures, der gemäß den Bilanzierungsvorschriften nicht im Konzernumsatz enthalten ist, verminderte sich von 139 Mio. EUR im Vorjahr auf 73 Mio. EUR im laufenden Jahr. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahreswert der Umsatz der ab Oktober 2008 voll konsolidierten australischen Tochtergesellschaft Auscom Holdings Pty (Elgas) noch enthalten war.

Das operative Ergebnis der Gases Division lag per Ende März bei 546 Mio. EUR und damit um 6,8 Prozent unter dem Vorjahreswert (586 Mio. EUR). Währungsbereinigt entspricht dies einer Verminderung um 3,2 Prozent. Die operative Marge liegt mit 25,3 Prozent leicht unter Vorjahresquartal (25,5 Prozent). Eine weitere Verschlechterung konnte im Wesentlichen durch unsere vielfältigen Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz vermieden werden.

In den einzelnen Regionen und Produktbereichen der Gases Division hat sich das Geschäft wie folgt entwickelt:

Im operativen Segment Westeuropa war der Umsatz – auch vor dem Hintergrund der deutlichen Abwertung des britischen Pfunds – um 9,2 Prozent auf 935 Mio. EUR rückläufig (Vj. 1,030 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis war eine Umsatzverminderung von lediglich 3,5 Prozent zu verzeichnen. Das operative Ergebnis ist in Westeuropa mit 247 Mio. EUR um 12,7 Prozent niedriger ausgefallen als im Vorjahr (283 Mio. EUR). Die operative Marge sank von 27,5 Prozent auf 26,4 Prozent.

Im Zuge der starken Abschwächung der Industrieproduktion haben die Märkte im operativen Segment Westeuropa einen zum Teil deutlichen Volumenrückgang verzeichnet. Davon waren auch unsere wichtigsten Absatzmärkte Großbritannien, Deutschland und Skandinavien betroffen.

Die Volumenrückgänge in Endkundensegmenten wie dem Stahl- und Chemiesektor sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Automobilproduktion machten sich am stärksten in den Produktbereichen Tonnage (On-site) und Flüssiggase bemerkbar. Der Produktbereich Healthcare zeigte sich hingegen sehr widerstandsfähig und setzte seinen Wachstumstrend nahezu ungebrochen fort.

Im operativen Segment Amerika haben wir im ersten Quartal 2009 einen Umsatz von 501 Mio. EUR erzielt, er lag damit um 5,1 Prozent unter dem Vorjahreswert (528 Mio. EUR). Auf vergleichbarer Basis betrug der Umsatzrückgang 7,1 Prozent. Das operative Ergebnis lag in Amerika hingegen mit 104 Mio. EUR exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Die operative Marge ist damit im Quartalsvergleich von 19,7 Prozent auf 20,8 Prozent gestiegen. Diese Verbesserung ist auch auf die niedrigeren Erdgaspreise zurückzuführen, die wir vertragsgemäß an unsere Tonnage-Kunden weitergeben.

Die Region Nordamerika wurde durch die Wirtschaftskrise und den damit einhergehenden Rückgang der Industrieproduktion zuerst und besonders tiefgreifend getroffen. Eine Trendwende war im ersten Quartal 2009 noch nicht zu erkennen.

So konnten wir durch eine positive Entwicklung in den Endmärkten Healthcare und Food & Beverage (Lebensmittelindustrie) die Volumenrückgänge der anderen Industriekunden in den Bereichen Flüssiggase und Tonnage etwas abfedern.

In Südamerika hat die weltweite Rezession inzwischen auch den größten Markt Brasilien erfasst und sich insbesondere auf den Export negativ ausgewirkt. Niedrigere Kapazitätsauslastungen, unter anderem im wichtigen Industriezweig Stahl, haben vor allem im Tonnage- und Flüssiggasegeschäft zu Volumenrückgängen geführt. Die kleineren Länder der Region sind von der Krise bisher vergleichsweise weniger betroffen. Im Bereich Healthcare haben wir unsere Aktivitäten weiter ausgebaut und konnten ein zweistelliges Umsatzwachstum erzielen.

Im operativen Segment Asien & Osteuropa war der Umsatz per Ende März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,8 Prozent auf 428 Mio. EUR rückläufig (Vj. 464 Mio. EUR). Auf vergleichbarer Basis entspricht dies einer Verringerung um 7,9 Prozent. Das operative Ergebnis betrug 129 Mio. EUR und fiel lediglich um 1,5 Prozent niedriger aus als im Vorjahr (131 Mio. EUR). Die operative Marge hat sich damit im Vergleich zum bereits hohen Vorjahreswert von 28,2 Prozent um weitere 190 Basispunkte auf 30,1 Prozent verbessert.

Die Märkte im operativen Segment Asien & Osteuropa haben auf mittel- und langfristige Sicht überdurchschnittliche Wachstumsperspektiven für unser Gasegeschäft. Im ersten Quartal dieses Jahres konnten sich jedoch auch diese Regionen nicht der weltweiten Wirtschaftslage entziehen.

In Osteuropa hat vor allem die niedrigere Kapazitätsauslastung in der verarbeitenden Industrie die Volumenentwicklung beeinträchtigt. Auf der Basis unserer führenden Marktpositionen und unseres breiten Kundenportfolios in den wichtigen Märkten der Region – also in den EU-Ländern Ungarn, Tschechische Republik, Polen und Rumänien – sind wir in Osteuropa unverändert strategisch gut aufgestellt.

In Asien verlief die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2009 in den einzelnen Ländern und Produktbereichen unterschiedlich. Derzeit lässt sich in der Region noch keine klare Trendwende ausmachen, obwohl manche Endmärkte wie zum Beispiel der Stahlsektor in China im Verlauf des Quartals zeitweise Anzeichen für eine mögliche Erholung zeigten.

Als positives Signal im Hinblick auf unsere mittelfristige Entwicklung in diesen wichtigen Wachstumsmärkten konnten wir Anfang April – trotz des schwierigen Marktumfelds – einen neuen Tonnage-Vertrag mit der Sinopec-Tochter SVW (Sinopec Sichuan Vinylon Works) in China abschließen. Im Rahmen eines Joint Venture werden wir mit einer Anfangsinvestition von 50 Mio. EUR neue Gase-Anlagen in Chongqing zur langfristigen Versorgung unseres Kunden errichten. Mit dieser Investition begründen wir zudem unsere Präsenz in Westchina und stärken somit nachhaltig unsere führende Position im chinesischen Gasemarkt.

Im operativen Segment Südpazifik & Afrika konnten wir den Umsatz auch in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres weiter erhöhen: um 4,0 Prozent auf 309 Mio. EUR (Vj. 297 Mio. EUR). Auf vergleichbarer Basis entspricht dies einem Anstieg um 2,0 Prozent. Das operative Ergebnis in der Region erreichte mit 66 Mio. EUR nahezu den Vorjahreswert von 68 Mio. EUR. Die operative Marge lag somit in der Berichtsperiode mit 21,4 Prozent unter dem Vorjahr (22,9 Prozent). Ein Grund für diesen Margenrückgang ist die erstmalige Konsolidierung des australischen LPG (Liquefied Propane Gas)-Unternehmens Elgas. Elgas ist der führende Händler von LPG (Flüssiggas) in Australien und eine wichtige strategische Ergänzung unseres Produktportfolios. Wir bieten unseren Kunden jetzt eine integrierte Palette aus Industriegasen und LPG – und stärken damit unsere Position in einem attraktiven Markt. Die Region Südpazifik hat sich im ersten Quartal 2009 sehr krisenfest gezeigt und weltweit die beste Wachstumsrate erzielt.

In Afrika hingegen war der Markt auch in den ersten Monaten des neuen Jahres unverändert von schwierigen Rahmenbedingungen geprägt. Die Nachfrage nach Industriegasen und LPG war im globalen Vergleich zwar stabiler, allerdings haben die allgemeinen Preissteigerungen unsere Kostenstruktur verschlechtert und den operativen Gewinn beeinträchtigt.

Auch in den einzelnen Produktbereichen der Gases Division war die Geschäftsentwicklung von dem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld geprägt. Auf vergleichbarer Basis, also ohne die Berücksichtigung von Währungskurs-, Erdgaspreis- und Konsolidierungskreiseffekten, hatten wir eine Umsatzverringerung im Flüssiggasegeschäft um 6,9 Prozent auf 536 Mio. EUR (Vj. 576 Mio. EUR) und bei Flaschengasen um 5,5 Prozent auf 871 Mio. EUR (Vj. 922 Mio. EUR) zu verzeichnen. Aufgrund der besonderen Gestaltung unserer langfristigen Lieferverträge (so genannte „take-or-pay-Klausel“) sowie im Vergleich zum Vorjahr zusätzlicher Produktionsanläufe im Tonnage-Geschäft konnten wir den Volumenrückgang in diesem Produktbereich begrenzen: Der Tonnage-Umsatz lag mit 499 Mio. EUR auf bereinigter Basis um 4,4 Prozent unter dem Vorjahreswert von 522 Mio. EUR. Der Produktbereich Healthcare zeigte sich unterdessen weitgehend krisensicher: Der Umsatz stieg auf bereinigter Basis um 5,5 Prozent auf 251 Mio. EUR (Vj. 238 Mio. EUR).

Gases Division

 

 

Januar bis März

 

Januar bis März

 

 

 

 

2009

 

 

 

 

 

2008

 

 

in Mio. €

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Marge

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Marge

Westeuropa

 

935

 

247

 

26,4 %

 

1.030

 

283

 

27,5 %

Amerika

 

501

 

104

 

20,8 %

 

528

 

104

 

19,7 %

Asien & Osteuropa

 

428

 

129

 

30,1 %

 

464

 

131

 

28,2 %

Südpazifik & Afrika

 

309

 

66

 

21,4 %

 

297

 

68

 

22,9 %

Konsolidierung

 

–16

 

 

0,0 %

 

–18

 

 

0,0 %

Gases Division

 

2.157

 

546

 

25,3 %

 

2.301

 

586

 

25,5 %



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