Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Der Abschwung der weltwirtschaftlichen Entwicklung, der im vierten Quartal 2008 eingesetzt hatte, hat sich im Verlauf des zweiten Quartals 2009 verlangsamt. Während die Wirtschaftsindikatoren in den USA und Westeuropa auf eine Stabilisierungsphase beziehungsweise, nach jüngsten Aussagen der Konjunkturforscher, sogar auf eine leichte Erholung hindeuten, gab es in einigen Schwellenländern erste Anzeichen für den möglichen Beginn eines deutlicheren wirtschaftlichen Aufschwungs. Allerdings ist die weitere wirtschaftliche Entwicklung noch mit Unsicherheiten behaftet.

Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat sich auch im zweiten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich rückläufig entwickelt. Zwar konnten staatliche Konjunkturprogramme in einzelnen Regionen – etwa in China – die Nachfrage stärken. Zudem hat auch die gezielte Förderung bestimmter Industriezweige, wie beispielsweise des Automobil-Sektors, für positive Impulse gesorgt – dennoch: Aufgrund der unverändert bestehenden wirtschaftlichen Unsicherheiten verhalten sich sowohl die Privathaushalte wie auch die Unternehmen in ihren Konsum- und Investitionsentscheidungen weiterhin äußerst vorsichtig. Obwohl die Lagerbestände in den meisten Industriezweigen inzwischen wohl deutlich zurückgefahren worden sind, wird auch für den Sommer in den meisten Sektoren noch mit vergleichsweise niedrigen Produktionsvolumina gerechnet. Auch in wichtigen Endkundensegmenten aus der breiten Kundenbasis unseres Gasegeschäfts, wie etwa in der Stahl- und Chemieindustrie, der Automobilproduktion und den entsprechenden Zulieferbranchen ist deshalb keine schnelle Erholung zu erwarten. Dagegen entwickeln sich weniger konjunkturabhängige Endkundensegmente, wie das Healthcare-Geschäft (medizinische Gase) oder die Lebensmittelindustrie, weiterhin sehr solide.

Die Konjunkturprognosen der führenden Wirtschaftsinstitute für das Gesamtjahr 2009 wurden im Vergleich zu denen bei Redaktionsschluss unseres Berichts zum ersten Quartal nochmals nach unten korrigiert: So erwartet das Forschungsinstitut Global Insight in seinen jüngsten Schätzungen für das globale BIP im Jahr 2009 einen Rückgang um 2,9 Prozent gegenüber 2,5 Prozent im Frühjahr 2009. Für den Euroraum rechnen die Konjunkturforscher für 2009 jetzt mit einer Verringerung des BIP um 4,5 Prozent (Q1-Bericht: 3,0 Prozent). Für die USA hingegen hat Global Insight seine Prognose leicht erhöht: von minus 3,4 Prozent zum Q1-Bericht auf nunmehr minus 3,1 Prozent. Für das Jahr 2010 erwarten die Konjunkturexperten ein leichtes Wachstum der Weltwirtschaft in Höhe von 1,6 Prozent. Die USA sollen dazu ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent beitragen, während für die Eurozone auch im nächsten Jahr mit einem weiteren Rückgang des BIP um 0,3 Prozent gerechnet wird. Deutlich positiver sind die Aussichten für die Schwellenländer – insbesondere für die beiden großen asiatischen Märkte China und Indien. Dies gilt sowohl für das laufende Jahr 2009 wie auch hinsichtlich eines voraussichtlichen Aufschwungs im Jahr 2010.



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