Gases Division

In der Gases Division konnte Linde bei der Umsatz- und Ergebnisentwicklung im zweiten Quartal zwar wieder leichte Steigerungsraten im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres 2009 erzielen, im Jahresvergleich der Berichtsperiode Januar bis Juni waren jedoch Rückgänge zu verzeichnen: So lag der Umsatz der Gases Division trotz einer Steigerung um 1,7 Prozent gegenüber dem ersten Quartal per Ende Juni mit 4,350 Mrd. EUR um 7,6 Prozent unter dem Vorjahreswert (4,709 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis – also bereinigt um Währungseffekte und unter zusätzlicher Berücksichtigung der Effekte aus der Erdgaspreisentwicklung sowie aus Änderungen im Konsolidierungskreis – beträgt die Umsatzverringerung 6,7 Prozent. Positive Preisentwicklungen konnten dabei die aus der globalen Wirtschaftskrise resultierenden Volumenrückgänge zum Teil auffangen.

Der beteiligungsproportionale Umsatz aus Joint Ventures, der gemäß den Bilanzierungsvorschriften nicht im Konzernumsatz enthalten ist, lag im ersten Halbjahr 2009 bei 149 Mio. EUR gegenüber 302 Mio. EUR im Vorjahr. Bei diesem Vergleich ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Umsatz unserer australischen Tochtergesellschaft Auscom Holdings Pty (Elgas) ab Oktober 2008 nicht mehr als Joint Venture bilanziert, sondern voll konsolidiert wird.

Das operative Ergebnis der Gases Division konnte im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres um gut 8 Prozent zulegen. Im Halbjahresvergleich lag das operative Ergebnis mit 1,138 Mrd. EUR dennoch um 4,7 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert (1,194 Mrd. EUR). Damit hat die Gases Division den Ergebnisrückgang in einem schwierigen Marktumfeld begrenzt und die operative Marge von 25,4 Prozent im Vorjahr auf 26,2 Prozent verbessert. Zu dieser positiven Entwicklung haben die Synergien aus der BOC-Übernahme sowie die beschleunigte Umsetzung unserer HPO-Aktivitäten maßgeblich beigetragen.

Insgesamt hat sich das Geschäft in der Gases Division zum Ende der Berichtsperiode weitestgehend stabilisiert, in einigen Wachstumsmärkten waren sogar leichte Erholungstendenzen zu erkennen.

In den einzelnen Regionen und Produktbereichen war folgende Entwicklung zu verzeichnen:

Im operativen Segment Westeuropa wurde das Geschäft – wie bereits im ersten Quartal – weiterhin durch die deutliche Abwertung des britischen Pfunds belastet. Vor diesem Hintergrund lag der Umsatz mit 1,849 Mrd. EUR um 11,2 Prozent unter dem Vorjahreswert (2,083 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis belief sich der Umsatzrückgang lediglich auf 6,0 Prozent. Das operative Ergebnis war ebenfalls durch Währungseffekte beeinträchtigt und verringerte sich im Halbjahresvergleich um 12,0 Prozent auf 506 Mio. EUR (Vj. 575 Mio. EUR). Die operative Marge blieb in Westeuropa dementsprechend im ersten Halbjahr mit 27,4 Prozent (Vj. 27,6 Prozent) auf hohem Niveau annähernd stabil. Diese relative Stabilität resultiert auch aus den positiven Effekten unserer Maßnahmen zur Kostenoptimierung in unseren Wertschöpfungsketten im Rahmen des HPO-Programms.

Insgesamt war in Westeuropa im zweiten Quartal noch keine echte Markterholung erkennbar. In den meisten Regionen – dazu zählen auch unsere drei großen Absatzmärkte Großbritannien, Deutschland und Skandinavien – waren die Volumen in den Produktbereichen Tonnage (On-site), Flüssiggase und Flaschengase im Vergleich zum Vorjahr deutlich rückläufig. Demgegenüber haben sich unsere Lieferverträge im On-site-Geschäft, die Mindestabnahmen garantieren, die Mieteinnahmen bei Tanks und Flaschengasen sowie unsere Preispolitik stabilisierend ausgewirkt. Das Healthcare Geschäft (medizinische Gase) zeigte sich auch im zweiten Quartal robust und konnte wie erwartet eine Umsatzsteigerung vorweisen.

Im operativen Segment Amerika verringerte sich der Umsatz per Ende Juni um 8,2 Prozent auf 993 Mio. EUR (Vj. 1,082 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis entspricht dies einem Rückgang um 8,4 Prozent. Beim operativen Ergebnis hingegen konnte Linde mit 210 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr (206 Mio. EUR) eine leichte Steigerung um 1,9 Prozent verbuchen. Die operative Marge hat sich somit von 19,0 Prozent auf 21,1 Prozent verbessert. Dieser Anstieg ist neben dem Erdgaspreiseffekt auf unsere vielfältigen Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz zurückzuführen.

Wie in Westeuropa waren auch in der Region Nordamerika bisher noch keine Anzeichen einer nachhaltigen wirtschaftlichen Belebung spürbar. Trotz einer leichten Verbesserung der Wasserstoff-Nachfrage im Verlauf des ersten Halbjahrs sind die Volumina im Tonnage-Geschäft noch deutlich unter dem Vorjahr geblieben. Auch in den Produktbereichen Flaschen- und Flüssiggase waren die Volumenrückgänge unverändert hoch und konnten nicht in vollem Umfang durch die weiterhin positive Preisentwicklung kompensiert werden. Nach wie vor stabil gewachsen ist der Produktbereich Healthcare.

Auch in Südamerika hatten wir Volumenrückgänge im Tonnage- und Flüssiggasegeschäft zu verzeichnen. Das Flaschengasegeschäft hingegen ist in dieser Region ebenso wie der Produktbereich Healthcare gewachsen. Darüber hinaus haben wir auch hier von positiven Preiseffekten und Kosteneinsparungen profitiert.

Im operativen Segment Asien & Osteuropa lag der Umsatz im ersten Halbjahr 2009 bei 877 Mio. EUR und damit um 7,2 Prozent unter dem Vorjahreswert (945 Mio. EUR). Auf vergleichbarer Basis belief sich der Umsatzrückgang auf 7,4 Prozent. Beim operativen Ergebnis haben wir mit 266 Mio. EUR hingegen annähernd das Niveau des Vorjahres (269 Mio. EUR) erreicht. Die operative Marge stieg damit deutlich von 28,5 Prozent auf nunmehr 30,3 Prozent. Zu dieser positiven Entwicklung hat auch hier die beschleunigte Umsetzung unseres HPO-Programms beigetragen sowie zusätzliche Ergebnisbeiträge aus unseren Joint Venture Aktivitäten in China.

Im Vergleich zum ersten Quartal 2009 konnten wir im operativen Segment Asien & Osteuropa die deutlichsten Signale für eine konjunkturelle Erholung verzeichnen. Dieser Trend zeigte sich beispielsweise auch in einer höheren Auslastung unserer Tonnage-Anlagen und in der Vergabe von Neuprojekten. Darüber hinaus haben wir unsere führende Marktposition in dieser Region durch den Anlauf neuer Anlagen weiter gefestigt.

In Osteuropa hat sich unsere Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal stabilisiert. Dennoch schlägt sich im Vergleich mit dem sehr guten Vorjahr die deutliche Abschwächung der Industrieproduktion auch in den entsprechenden Volumenrückgängen nieder, insbesondere in den Produktbereichen Flaschen- und Flüssiggase. Im Produktbereich Healthcare haben wir unser Geschäft im gesamten operativen Segment Asien & Osteuropa im ersten Halbjahr 2009 ausgeweitet und dementsprechend ein Umsatzwachstum erzielt.

In Süd- und Ostasien ist das Marktumfeld regional unterschiedlich, in einzelnen Ländern haben sich im zweiten Quartal jedoch die Anzeichen für eine Nachfrageerholung verstärkt.

In China sorgt das staatliche Konjunkturprogramm bereits nach kurzer Zeit für erste positive Impulse. Von dieser Entwicklung profitiert auch die Linde Group, wie etwa das im April gegründete Joint Venture mit der Sinopec-Tochter SVW (Sinopec Sichuan Vinylon Works) belegt.

Im operativen Segment Südpazifik & Afrika haben wir den Umsatz per Ende Juni um 5,4 Prozent auf 666 Mio. EUR (Vj. 632 Mio. EUR) erhöht. Dabei konnten wir die ungünstigen Währungskursentwicklungen beim australischen Dollar und südafrikanischen Rand durch die Neukonsolidierung des LPG-Geschäfts Elgas (Australien) mehr als ausgleichen. Auf vergleichbarer Basis ging der Umsatz im ersten Halbjahr um 4,6 Prozent zurück. Das operative Ergebnis ist mit 156 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr (144 Mio. EUR) um 8,3 Prozent gestiegen. Dies entspricht einer Verbesserung der operativen Marge von 22,8 Prozent auf 23,4 Prozent.

In der Region Südpazifik hat sich das Marktumfeld im globalen Vergleich unverändert robust gezeigt. Zwar waren auch in Australien die Volumen in den Produktbereichen Tonnage, Flüssig- und Flaschengase rückläufig, gleichzeitig konnten wir aber Zuwächse im Mietgeschäft und im Produktbereich Healthcare verbuchen. Zudem haben wir von einer generell positiven Preisentwicklung profitiert.

In Afrika hat sich das Gasegeschäft in einem schwierigen Marktumfeld im zweiten Quartal stabilisiert.

Auch in den einzelnen Produktbereichen der Gases Division war die Geschäftsentwicklung von den weiterhin schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Auf vergleichbarer Basis, das heißt bereinigt um die Effekte von Währungskurs-, Erdgaspreis- und Konsolidierungskreisveränderungen, ging der Umsatz per Ende Juni im Flüssiggasegeschäft um 9,1 Prozent auf 1,074 Mrd. EUR (Vj. 1,181 Mrd. EUR) und bei Flaschengasen um 9,0 Prozent auf 1,779 Mrd. EUR (Vj. 1,956 Mrd. EUR) zurück. Im Tonnage-Geschäft lag der Umsatz im ersten Halbjahr mit 989 Mio. EUR um 5,4 Prozent unter dem Vorjahreswert (1,046 Mrd. EUR). In diesem Produktbereich haben die besonderen Gestaltungen unserer langfristiger Lieferverträge („Take-or-pay-Klausel“) sowie neue Produktionsanläufe den Volumenrückgang zum Teil aufgefangen. Wie erwartet konnte sich der Produktbereich Healthcare abermals dem schwachen konjunkturellen Umfeld entziehen und verzeichnete einen Umsatzanstieg um 5,6 Prozent auf 508 Mio. EUR (Vj. 481 Mio. EUR).

Gases Division

 

 

Januar bis Juni

 

Januar bis Juni

 

 

 

 

2009

 

 

 

 

 

2008

 

 

in Mio. €

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Marge

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Marge

Westeuropa

 

1.849

 

506

 

27,4 %

 

2.083

 

575

 

27,6 %

Amerika

 

993

 

210

 

21,1 %

 

1.082

 

206

 

19,0 %

Asien & Osteuropa

 

877

 

266

 

30,3 %

 

945

 

269

 

28,5 %

Südpazifik & Afrika

 

666

 

156

 

23,4 %

 

632

 

144

 

22,8 %

Konsolidierung

 

–35

 

 

 

–33

 

 

Gases Division

 

4.350

 

1.138

 

26,2 %

 

4.709

 

1.194

 

25,4 %

Gases Division

 

 

2. Quartal

 

2. Quartal

 

 

 

 

2009

 

 

 

 

 

2008

 

 

in Mio. €

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Marge

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Marge

Westeuropa

 

914

 

259

 

28,3 %

 

1.053

 

292

 

27,7 %

Amerika

 

492

 

106

 

21,5 %

 

554

 

102

 

18,4 %

Asien & Osteuropa

 

449

 

137

 

30,5 %

 

481

 

138

 

28,7 %

Südpazifik & Afrika

 

357

 

90

 

25,2 %

 

335

 

76

 

22,7 %

Konsolidierung

 

–19

 

 

 

–15

 

 

Gases Division

 

2.193

 

592

 

27,0 %

 

2.408

 

608

 

25,2 %



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