Gases Division

Die Gases Division konnte im dritten Quartal 2009 die Erholungstendenz, die sich im zweiten Quartal angedeutet hatte, weiter fortschreiben: Umsatz und operatives Ergebnis sind im Vergleich zum Zeitraum April bis Juni erneut gestiegen. Das operative Ergebnis für das dritte Quartal lag mit 625 Mio. EUR exakt auf dem Vorjahreswert. Im Jahresvergleich der gesamten Berichtsperiode Januar bis September sind die Geschäftszahlen dennoch weiterhin rückläufig. Per Ende September beläuft sich der Umsatz der Gases Division auf 6,629 Mrd. EUR und liegt damit um 7,4 Prozent unter dem Vorjahreswert von 7,157 Mrd. EUR. Auf vergleichbarer Basis – also bereinigt um Währungseinflüsse sowie Effekte aus der Erdgaspreisentwicklung und aus Änderungen im Konsolidierungskreis – entspricht dies einem Umsatzrückgang von 6,4 Prozent. Trotz eines spürbaren Volumenanstiegs seit dem Tiefpunkt zu Beginn des Jahres 2009 liegt die Kundennachfrage – dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld entsprechend – nach wie vor unter dem Niveau des Vorjahres. Die auch im dritten Quartal unverändert positive Preisentwicklung konnte diese Volumeneffekte noch nicht vollständig auffangen.

Der beteiligungsproportionale Umsatz aus Joint Ventures, der gemäß den Bilanzierungsvorschriften nicht im Konzernumsatz enthalten ist, lag im Berichtszeitraum bei 227 Mio. EUR gegenüber 515 Mio. EUR im Vorjahr. Bei diesem Vergleich ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Umsatz unserer australischen Tochtergesellschaft Auscom Holdings Pty (Elgas) ab Oktober 2008 nicht mehr als Joint Venture bilanziert, sondern voll konsolidiert wird.

Das operative Ergebnis der Gases Division zeigt, dass unsere Maßnahmen zur nachhaltigen Prozessverbesserung und Produktivitätssteigerung zunehmend wirken: Der Wert von 1,763 Mrd. EUR liegt per Ende September 2009 nur noch um 3,1 Prozent unter dem Vorjahr (1,819 Mrd. EUR) – trotz des deutlich schwächeren konjunkturellen Umfelds. Das heißt: Wir haben die operative Marge in unserer Gases Division um 120 Basispunkte von 25,4 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 26,6 Prozent verbessert. Zu dieser positiven Entwicklung haben die Synergien aus der BOC Übernahme ebenso beigetragen wie die beschleunigte Umsetzung unseres HPO-Programms.

Nach den starken gesamtwirtschaftlichen Verwerfungen zu Jahresbeginn hat sich die Stabilisierung des Marktumfelds in unserem Gasegeschäft im Verlauf des dritten Quartals weiter verfestigt. Deutliche Signale einer Erholung waren dabei vor allem in den Wachstumsmärkten der Schwellenländer auszumachen, also in den Regionen, in denen wir uns bereits frühzeitig gute Marktpositionen erarbeitet haben. In den einzelnen Regionen und Produktbereichen war folgende Entwicklung zu verzeichnen:

Im operativen Segment Westeuropa wurde die Umsatzentwicklung – wie bereits im ersten Halbjahr – weiterhin durch die deutliche Abschwächung des britischen Pfunds beeinträchtigt. Belastet durch diesen starken Währungseffekt lag der Umsatz per Ende September mit 2,801 Mrd. EUR um 10,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahres (3,131 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis entspricht dies einem Umsatzrückgang von lediglich 5,4 Prozent. Das operative Ergebnis verringerte sich – ebenfalls beeinflusst durch Währungseffekte – um 8,4 Prozent auf 782 Mio. EUR (Vj. 854 Mio. EUR). Die operative Marge in Westeuropa betrug 27,9 Prozent und lag damit über dem bereits hohen Vorjahreswert von 27,3 Prozent. Somit haben wir in den Märkten Westeuropas durch unsere HPO-Maßnahmen positive Effekte erzielt.

Insgesamt war das Marktumfeld in Westeuropa im dritten Quartal durch eine weitere Stabilisierung geprägt, eine breite Markterholung war allerdings noch nicht erkennbar. Für eine deutliche Volumensteigerung ist ein noch stärkerer Aufschwung der Gesamtwirtschaft die Voraussetzung.

Positiv ausgewirkt auf die Geschäftsentwicklung im Berichtszeitraum haben sich die Mindestabnahmeklauseln unserer Lieferverträge im On-site-Geschäft („take-or-pay“), die Mieteinnahmen bei Tanks und Flaschengasen sowie unsere Preispolitik. Darüber hinaus zeigte sich auch das Healthcare-Geschäft (medizinische Gase) unverändert robust und setzte seinen strukturellen Wachstumskurs nahtlos fort.

Im operativen Segment Amerika hatte Linde per Ende September eine Umsatzverringerung von 10,1 Prozent auf 1,485 Mrd. EUR (Vj. 1,652 Mrd. EUR) zu verzeichnen. Auf vergleichbarer Basis lag der Umsatz um 8,3 Prozent unter dem Vorjahr. Der Rückgang im operativen Ergebnis fiel mit 1,3 Prozent auf 316 Mio. EUR (Vj. 320 Mio. EUR) deutlich geringer aus. Dementsprechend hat sich die operative Marge im Jahresvergleich signifikant verbessert: um 190 Basispunkte auf 21,3 Prozent (Vj. 19,4 Prozent). Dieser signifikante Anstieg ist vor allem auf den Erdgaspreiseffekt in unserem Wasserstoff-Geschäft in der Region zurückzuführen. Darüber hinaus ist die positive Margenentwicklung aber auch das Ergebnis unserer Maßnahmen zur Kostensenkung und Produktivitätssteigerung, die wir bereits Ende 2008 im US-Geschäft gestartet haben.

In Nordamerika hat sich das konjunkturelle Umfeld im Verlauf des Jahres weiter stabilisiert, in einigen Industriezweigen waren erste Anzeichen für eine Erholung sichtbar. Wir konnten unverändert auf eine robuste Nachfrage von Endkunden aus dem Lebensmittelbereich, dem Energiesektor und dem Healthcare-Geschäft zählen. Zudem hat auch in dieser Region eine positive Preisentwicklung für Impulse gesorgt.

In Südamerika standen den Volumenrückgängen im On-site- und Flüssiggasegeschäft Steigerungsraten im Geschäft mit Flaschengasen und im Produktbereich Healthcare gegenüber. Auch in dieser Region haben zudem die Preispolitik sowie unsere Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung und Kostenoptimierung stabilisierend gewirkt.

Im operativen Segment Asien & Osteuropa lag der Umsatz per Ende September bei 1,343 Mrd. EUR und damit um 8,0 Prozent unter dem Vorjahr (1,459 Mrd. EUR). Auf vergleichbarer Basis betrug der Umsatzrückgang 6,4 Prozent. Das operative Ergebnis hingegen erreichte mit 415 Mio. EUR annähernd den Vorjahreswert von 417 Mio. EUR. Die operative Marge ist somit im Berichtszeitraum um 230 Basispunkte auf 30,9 Prozent (Vj. 28,6 Prozent) gestiegen. Neben den Kosteneinsparungen aus der beschleunigten Umsetzung unseres HPO-Programms hat auch die positive Entwicklung unserer Joint-Venture-Aktivitäten in China zu dieser deutlichen Profitabilitätsverbesserung beigetragen.

Wie bereits im zweiten Quartal haben wir auch im weiteren Verlauf des Jahres im operativen Segment Asien & Osteuropa die deutlichsten Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung verzeichnen können. Als Marktführer in dieser Region profitieren wir in einem besonderen Maße von der steigenden Nachfrage in den Schwellenländern. Dies zeigt sich beispielsweise in einer weiter verbesserten Auslastung unserer On-site-Anlagen. Darüber hinaus haben wir durch die gezielte Ausweitung unseres Angebots im Produktbereich Healthcare das Wachstum in diesem Segment weiter gefördert.

Am stärksten ist die Belebung der industriellen Nachfrage bei unseren Großkunden in China zu spüren – und hier insbesondere im Stahlsektor. Auch in Indien und in den anderen süd- und ostasiatischen Märkten verbessert sich Schritt für Schritt die Nachfragesituation. In diesen Regionen war zuletzt auch die deutlichste Belebung hinsichtlich potenzieller Investitionen in neue Projekte spürbar. Dies deutet ebenfalls auf die Rückkehr des Vertrauens in die zukünftige Wirtschaftsentwicklung hin.

In Osteuropa sind die Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung noch nicht so ausgeprägt. Im Vergleich zu den Schwellenländern Asiens und Südamerikas erhöhen unsere Kunden ihre Produktionsraten und somit ihren Gasebedarf eher langsam. Dennoch können wir auch hier seit dem Tiefpunkt im ersten Quartal eine kontinuierliche Verbesserung unserer Auslastung feststellen. Zudem haben wir auch hier auf der Basis unserer führenden Marktposition und unterstützt durch die beschleunigte Umsetzung der HPO-Maßnahmen unsere Profitabilität trotz der allgemeinen Nachfragezurückhaltung auf einem hohen Niveau gefestigt.

Im operativen Segment Südpazifik & Afrika hat Linde per Ende September den Umsatz um 8,6 Prozent auf 1,052 Mrd. EUR (Vj. 969 Mio. EUR) erhöht. Die Neukonsolidierung des LPG-Geschäfts Elgas in Australien hat dabei die ungünstige Währungskursentwicklung beim australischen Dollar mehr als ausgeglichen. Auf vergleichbarer Basis war der Umsatz im Berichtszeitraum um 6,1 Prozent rückläufig. Das operative Ergebnis hat sich um 9,6 Prozent auf 250 Mio. EUR (Vj. 228 Mio. EUR) – und damit überproportional zum Umsatz – verbessert. Die operative Marge ist dementsprechend von 23,5 Prozent auf 23,8 Prozent gestiegen.

Die Region Südpazifik hat sich auch im dritten Quartal als unverändert robust erwiesen. Die Volumenrückgänge in den Produktbereichen On-site, Flüssig- und Flaschengase konnten wir durch eine positive Entwicklung im Mietgeschäft, im Produktbereich Healthcare und auf der Preisseite sowie durch unsere Kosteninitiativen im Rahmen des HPO-Programms weitestgehend kompensieren.

In Afrika waren im dritten Quartal erste leichte Tendenzen einer Markterholung erkennbar, wenngleich die Volumina im Jahresvergleich noch deutlich unter den Vorjahreswerten liegen.

Auch in den einzelnen Produktbereichen der Gases Division war die Geschäftsentwicklung von den schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im bisherigen Jahresverlauf geprägt. Im Vergleich zum ersten Halbjahr war im dritten Quartal auch hier eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Auf vergleichbarer Basis, das heißt bereinigt um die Effekte von Währungskurs-, Erdgaspreis- und Konsolidierungskreisveränderungen, war der Umsatz im Flüssiggasegeschäft per Ende September um 8,7 Prozent auf 1,636 Mrd. EUR (Vj. 1,791 Mrd. EUR) und bei Flaschengasen um 9,1 Prozent auf 2,713 Mrd. EUR (Vj. 2,984 Mrd. EUR) rückläufig. In unserem Tonnage-Geschäft konnten wir die Volumenrückgänge dank der besonderen Gestaltungen unserer langfristigen Lieferverträge („take-or-pay-Klausel“) sowie neuen Produktionsanläufen zum Teil auffangen: Der Umsatz in diesem Produktbereich lag in der Berichtsperiode mit 1,513 Mrd. EUR um 4,2 Prozent unter dem Vorjahreswert (1,579 Mrd. EUR). Der Produktbereich Healthcare konnte sich erwartungsgemäß dem schwachen konjunkturellen Umfeld relativ gut entziehen und erreichte einen Umsatzanstieg von 5,6 Prozent auf 767 Mio. EUR (Vj. 726 Mio. EUR).

Gases Division

 

 

Januar bis September

 

Januar bis September

 

 

 

 

2009

 

 

 

 

 

2008

 

 

in Mio. €

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Marge

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Marge

Westeuropa

 

2.801

 

782

 

27,9 %

 

3.131

 

854

 

27,3 %

Amerika

 

1.485

 

316

 

21,3 %

 

1.652

 

320

 

19,4 %

Asien & Osteuropa

 

1.343

 

415

 

30,9 %

 

1.459

 

417

 

28,6 %

Südpazifik & Afrika

 

1.052

 

250

 

23,8 %

 

969

 

228

 

23,5 %

Konsolidierung

 

–52

 

 

 

–54

 

 

Gases Division

 

6.629

 

1.763

 

26,6 %

 

7.157

 

1.819

 

25,4 %

Gases Division

 

 

3. Quartal

 

3. Quartal

 

 

 

 

2009

 

 

 

 

 

2008

 

 

in Mio. €

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Marge

 

Umsatz

 

Operatives
Ergebnis

 

Marge

Westeuropa

 

952

 

276

 

29,0 %

 

1.048

 

279

 

26,6 %

Amerika

 

492

 

106

 

21,5 %

 

570

 

114

 

20,0 %

Asien & Osteuropa

 

466

 

149

 

32,0 %

 

514

 

148

 

28,8 %

Südpazifik & Afrika

 

386

 

94

 

24,4 %

 

337

 

84

 

24,9 %

Konsolidierung

 

–17

 

 

 

–21

 

 

Gases Division

 

2.279

 

625

 

27,4 %

 

2.448

 

625

 

25,5 %



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